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Kinder bringen die Wirtschaft auf
Trab
Wie eine kluge Familienpolitik die
ökonomischen Folgen des demografischen Wandels abmildern
kann Nach der neuesten
Bevölkerungs-Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes altert die
Gesellschaft Deutschlands noch stärker als bisher angenommen. Wenn in
15 bis 20 Jahren die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre ins
Rentenalter kommen, gerät das Verhältnis von Erwerbstätigen
zu Versorgungsempfängern in eine bedrohliche Schieflage - mit absehbar
negativen wirtschaftlichen Konsequenzen. Denn weniger Arbeitskräfte
produzieren auch weniger und zahlen auch weniger Steuern und Sozialabgaben.
In der aktuellen elften koordinierten
Bevölkerungsvorausberechnung
kalkuliert das Bundesamt mit einer stärker steigenden Lebenserwartung
als noch in ihrer früheren Prognosen von 2003. Heute gehen die
Statistiker in ihrer Basisvariante davon aus, dass ein im Jahr 2050
geborenes Mädchen eine Lebenserwartung von 88 und ein Junge von 83,5
Jahren haben werden. Als Folge des längeren Lebens wären 2050
fast genauso viele Menschen in Deutschland über 60 Jahre alt, wie es
Erwerbsfähige zwischen 20 und 59 Jahren gibt. Diese Zahlen beruhen auf
dem heute üblichen Renteneintrittsalter von etwa 60 Jahren. Stiege das
tatsächliche Ende der Erwerbstätigkeit auf 65 Jahre oder
darüber, fiele der Rentnerquotient weniger dramatisch aus - auf zwei
Rentner kämen dann etwa drei Erwerbsfähige.
Verschärft wird die Alterung der Bevölkerung dadurch, dass immer
weniger Zuwanderer nach Deutschland kommen. Waren es in den 1990er Jahren
im Mittel noch über 200.000 pro Jahr, so wanderten im Saldo 2003 noch
103.000 und im vergangenen Jahr nach ersten Berechnungen nur noch 20- bis
30.000 ein. Da die meisten Zuwanderer im arbeitsfähigen Alter sind,
verjüngen sie die Bevölkerung und machen sie dadurch produktiver.
Wie viele Menschen in Zukunft nach Deutschland einwandern werden,
hängt von vielen Faktoren, wie der Lage im Herkunftsland und den
Aufnahmebedingungen in Deutschland ab und ist schwer vorherzusagen. Deshalb
haben die Statistiker zwei Basis-Varianten berechnet: Bei 100.000
Netto-Zuwanderern käme es bis 2050 fast zu einem 1:1 Verhältnis
von Rentnern und Erwerbsfähigen. Bei 200.000 Zuwanderern im Jahr
kämen auf sechs Rentner immerhin sieben Erwerbsfähige.
So verändert sich die Bevölkerungsstruktur.
Was bedeuten diese Veränderungen für das Wirtschaftswachstum in
Deutschland? Wie kann die Volkswirtschaft weiterhin produktiv sein, wenn
sich die Arbeit auf die Schultern von immer weniger Menschen verteilt? Und
wie können diese wenigen dann noch für Nachwuchs sorgen?
In der Studie "Wachstumseffekte einer bevölkerungsorientierten
Familienpolitik"
zeigt das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW), dass ein gutes
Rezept gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen des demografischen Wandels
in einer nachhaltigen Familienpolitik liegt.
Die Wachstumstreiber in der Familienpolitik
Die Ökonomen des IW in Köln haben auf der Grundlage eines vom
Sachverständigenrat entwickelten Wachstumsmodells errechnet, wie gut
familienpolitische Maßnahmen das Wirtschaftswachstum ankurbeln
können. Das Modell betrachtet sieben Einflussfaktoren im Hinblick auf
das zukünftige Wachstum. Ein Großteil dieser "Wachstumstreiber"
Faktoren kann von der Familienpolitik direkt oder indirekt beeinflusst
werden.
Klar ist, dass mehr 25- bis 64-Jährige, also Menschen im
Erwerbsalter, heranwachsen, wenn mehr Kinder geboren werden - oder wenn
mehr junge Menschen zuwandern. Eine gute Familienpolitik sorgt aber nicht
nur für eine wachsende Kinderschar, sie kann auch mehr Menschen in die
Erwerbstätigkeit bringen: Dann, wenn bei einem besseren und
umfangreicheren Kinderbetreuungsangebot Frauen leichter berufstätig
sein können. Bei einer höheren Frauenerwerbstätigkeit und
einer ausgeglichenen Bevölkerungsstruktur steigen die Steuereinnahmen
sowie die Leistungen an die Sozialkassen, was die Abgabenquote sinken
lässt und Produktivität erhöht. Schließlich kann durch
eine bessere Bildungspolitik, von differenzierter Vorschulbildung bis einer
straffen Universitätsausbildung, das so genannte Humankapital
gesteigert werden, gemessen in Jahren formaler Bildung pro Kopf. All diese
Maßnahmen beeinflussen sich gegenseitig, verbessern das
Familienklima, die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft und führen
dazu, dass in die Volkswirtschaft mehr investiert wird.
Aber was ist gute Familienpolitik? Aus den wenigen Studien zur Wirksamkeit
familienpolitischer Instrumente hat sich herauskristallisiert, dass sich
Kinderzahl tendenziell am besten über die Kinderbetreuungskosten, die
Kosten einer Erwerbsunterbrechung und das Elterngeld beeinflussen
lässt.
Konkret vermuten die Ökonomen, das Elterngeld führe dazu, dass
Paare sich dank mehr Einkommenssicherheit und der Wahlfreiheit zwischen der
Betreuung durch einen der Elternteile eher für ein (weiteres) Kind
entscheiden. Durch einen schnelleren Wiedereinstieg der Mütter ins
Erwerbsleben würden sich die Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen
erhöhen, die Sozialaufwendungen verringern. Es sei auch zu erwarten,
dass Frauen schon vor einer Geburt mehr Anreize zur Erwerbstätigkeit
haben, da sich die Höhe des Elterngeldes nach dem Erwerbseinkommen
richtet. Nicht zuletzt setzen die Wissenschaftler auf das
Humanvermögen der Frauen, die nach einer Elternzeit wieder in den
Arbeitsmarkt eintreten - schließlich sind Frauen heute im Mittel
besser qualifiziert als Männer. Und die Nachfrage nach gut
ausgebildeten Fachkräften wird in Zukunft steigen.
Ebenso vielfältige Folgen könnten gute Betreuungseinrichtungen,
vor allem für unter Dreijährige haben, Ganztagsschulen sowie die
Verkürzung der Schul- und Ausbildungszeiten. Ein Mehr an guten
Kindergärten würde nicht nur Beruf und Familie besser vereinbar
machen, sondern auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen.
Kindergärten, die ihren Bildungsauftrag wahrnehmen, können die
Kinder verschiedener sozialer Herkunft mit vergleichbaren Startchancen zur
Einschulung bringen. Wie seit der Bildungsstudie "Pisa" bekannt ist,
bestimmt das Elternhaus eines Schülers seine späteren
Erfolgchancen nirgendwo in Europa so stark wie in Deutschland. Dabei ist
nicht das Einkommen sondern der Bildungsstand der Eltern für das
spätere Bildungsniveau der Kinder ausschlaggebend.
Um diese Defizite zu kompensieren, empfehlen die Ökonomen auch die
Einführung von Ganztagsschulen. Allgemein raten sie, die
Ausbildungszeiten zu intensivieren und zu verkürzen, damit junge
Menschen schneller ins Arbeitsleben einsteigen können und für
Familiengründung und Berufseinstieg mehr Zeit zur Verfügung
steht.
Einfach nur mehr Kinder?
Doch wie wichtig ist der demografische Faktor für das
Wirtschaftswachstum? Das IW hat dafür zunächst den Effekt einer
reinen Geburtensteigerung berechnet und dann mit der zusätzlichen
Auswirkungen der Familienpolitik verglichen. Heute kommen in Deutschland
pro Frau durchschnittlich knapp 1,4 Kinder zur Welt. Eine Geburtenziffer
von 1,7 gilt als erreichbar - so viele Kinder wünschen sich die
Menschen in Deutschland. Siehe dazu: Newsletter "Kinder - nein Danke". Die Berechnungen
ergaben: Bleibt die Kinderzahl, wie sie ist, wird das Bruttoinlandsprodukt
(BIP) bis 2050 um drei Viertel ansteigen, was einen starken Rückgang
des Trendwachstums von heute 1,4 bis 1,7 Prozent auf nur noch 0,7 Prozent
bedeutet. Unter der Annahme, dass die Geburtenrate bis 2014 auf 1,7 Kinder
pro Frau stiege, bliebe das BIP bis 2050 über der
Ein-Prozent-Marke.
Somit können die zusätzlichen Kinder, die in den nächsten
Jahren geboren würden, nur einen Teil der Wachstumsverluste abfangen,
die durch die Verrentung der geburtenstarken Jahrgänge zu erwarten
ist. Zwar wird es Schwankungen in der Wachstumsrate geben, weil die
zusätzlichen Kinder zunächst während ihrer Ausbildung
Mehrkosten für Eltern und Gesellschaft mit sich bringen. Langfristig
bedeutet aber eine höhere Geburtenrate eine Stabilisierung der
Produktions- und Wachstumsraten.
Familienpolitik kann jedoch mehr, als nur die Geburtenzahlen erhöhen.
Würde sich über eine bessere Betreuung der Kinder die
Frauenerwerbstätigkeit erhöhen und sich über eine bessere
Bildung der Eintritt junger Menschen in den Job erleiden, kämen
deutlich höhere Wachstumsdividenden zustande: Trotz kürzerer
Studienzeiten stiegen die durchschnittlichen Bildungsjahre von derzeit 13,5
auf 14,4 Jahre bis 2050 an, weil insgesamt mehr Menschen an
Bildungsangeboten teilhaben könnten. Die Arbeitslosigkeit sänke
durch eine höhere Qualifikation und mehr Frauenerwerbstätigkeit
von 9,3 auf 7,9 Prozent. Das alles hätte zur Folge, dass das BIP bis
2050 um fast ein Viertel mehr steigen würde als unter gleich
bleibenden Bedingungen.

In einem Szenario mit konstant niedrigen Geburtenziffern
würde das Wirtschaftswachstum bis 2030 auf 0,7 Prozent absinken. Das
besagt ein Gutachten des Instituts für Wirtschaftsforschung in
Köln. Würden in Zukunft 1,7 Kinder je Frau geboren, bliebe das
Wachstum bei über einem Prozent. Bei einer guten Familienpolitik, die
eine höhere Frauenerwerbstätigkeit und eine bessere Bildung zu
Folge hätte, wäre ein noch stärkeres Wachstum zu
erwarten.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass Familienpolitik sich nicht einzig auf
eine Erhöhung der Kinderzahlen konzentrieren sollte. Sie ist vielmehr
so zu gestalten, dass sie wirtschaftliches Wachstum auf mehreren Ebenen
fördert. Auch würde sich eine reine Geburtenerhöhung erst
später auswirken, da die zusätzliche Kinder zunächst Geld
kosten, bevor sie ins erwerbsfähige Alter kommen. Eine gute
Kinderbetreuung, bessere Bildungschancen für Kinder aller sozialen
Klassen und kürzere Ausbildungszeiten sind in mehrfacher Hinsicht
sinnvoll - nicht zuletzt aus Gründen gesellschaftlicher Gerechtigkeit.
Gemeinsam mit einer gezielten Anwerbung von qualifizierten Zuwanderern
für den Arbeitsmarkt könnten diese Maßnahmen helfen, dem
drohenden Fachkräftemangel und dem demografisch bedingten
Wachstumsrückgang entgegen zu wirken. 
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Übergewicht bedroht die
Lebenserwartung
Wir essen zu fett, zu süß und vor
allem zu viel. In den USA leben schon heute zwei Drittel der
Bevölkerung mit Übergewicht. In Deutschland leiden mehr als die
Hälfte der Männer und Frauen darunter. Das hat enorme
gesundheitliche Konsequenzen. Warum werden wir trotzdem immer
älter? Die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) spricht von einer weltweiten Fettsuchtepidemie. Nach ihren Angaben
sind mehr als eine Milliarde aller Erwachsenen übergewichtig und
über 300 Millionen Menschen fettsüchtig. Und der Trend zum
Übergewicht steigt weiter an. Im Jahr 2015 werden nach Prognosen 2,3
Milliarden Menschen übergewichtig und rund 700 Millionen Menschen
fettsüchtig sein.

Ab einem Body Mass Index von 30 spricht man von krankhafter Fettsucht.
Hier sind jene Länder dargestellt, in denen bereits über 20
Prozent der Menschen an dieser Form von massivem Übergewicht leiden.
Auffällig ist die Ausbreitung in Nord- und Südamerika. Aber auch
einige Länder Europas, Asiens und Afrikas sowie Australien sind von
der Epidemie betroffen. Ganz besonders drastisch sind die Werte auf den
südlichen und westlichen Pazifikinseln. In Mikronesien, Tonga oder auf
den Cookinseln sind rund 70 Prozent der Bevölkerung fettsüchtig,
auf Samoa und Palau 48 respektive 43 Prozent.
Mittlerweile gibt es Anzeichen, dass es auf Grund der Völlerei bald
schon vorbei sein könnte mit der ständig steigenden
Lebenserwartung. So hat eine Studie unter der Leitung des amerikanischen
Demografen Jay S. Olshansky an der Universität von Illinois in Chicago
die Auswirkung von Übergewicht und krankhafter Fettsucht (medizinisch:
Adipositas) auf die demografische Entwicklung der Vereinigten Staaten
berechnet.
Die Forschergruppe kommt zu dem Schluss, dass die Lebenserwartung in den
USA entgegen aller Prognosen nicht weiterhin ansteigt, sondern
zurückgehen wird. Vor allem durch den hohen Anteil
übergewichtiger Kinder erhöht sich bereits in jungen Jahren das
Risiko von Diabetes, Herzkrankheiten und anderen Begleit- und
Folgekrankheiten so stark, dass die Lebensspanne in den nächsten 50
Jahren um zwei bis fünf Jahre sinken könnte. Damit würde die
Fettleibigkeit die Auswirkungen aller Krebsarten übertreffen. Die
jüngeren Generationen würden nach diesen Ergebnissen erstmals in
der modernen Geschichte ein kürzeres und weniger gesundes Leben als
ihre Eltern führen.
Obwohl sich einige Forscher Olshanskys Aussagen anschließen, weisen
andere seine Forschungsergebnisse als unrealistisch, einseitig und zu
pessimistisch zurück. So müsse nicht jeder Übergewichtige
zwangsläufig an einer Begleitkrankheit leiden.
Immerhin ist in den USA die Anzahl massiv fetter Menschen in den letzten
30 Jahren rasant angestiegen. Zwei Drittel der Amerikaner sind
übergewichtig, mehr als 30 Prozent fettsüchtig. Auf
eindrucksvolle Weise belegen dies die Studien des National Health and
Nutrition Examination Survey (NHANES).
Zeitverzögert zeigt sich in Deutschland eine ähnliche
Entwicklung. Dies belegen der Bundesgesundheitssurvey des Robert- Koch-
Instituts, der seit 1998 Daten liefert und seitdem durch telefonische
Gesundheitsbefragungen aktualisiert wird sowie der Mikrozensus des
Statistischen Bundesamtes. Beide zeichnen ein Bild der Essgewohnheiten und
ermitteln das Gewicht der Deutschen. Egal welche Daten man zu Rate zieht,
die Lage ist erschreckend: Jeder zweite Deutsche ist übergewichtig,
jeder fünfte sogar fettsüchtig. 15 Prozent der drei- bis
17-Jährigen leiden bereits unter Übergewicht, sechs Prozent unter
Adipositas. Da der erste gesamtdeutsche Bundesgesundheitssurvey allerdings
erst 1998 durchgeführt wurde und die Daten des Mikrozensus zum
Übergewicht erst seit 1999 erhoben werden, lässt sich hier
schwerer ein Trend nachvollziehen.

In den USA ist Übergewicht zu einer Epidemie geworden.
Dort hat sich die Anzahl der adipösen Menschen seit Ende der 1970er
Jahre verdoppelt. Aber auch die Deutschen werden immer fetter. Auffallend
ist, dass Deutschland im Vergleich zu den USA einen hohen Anteil
übergewichtiger, aber einen geringeren Anteil fettsüchtiger
Menschen aufweist.
Um Übergewicht und Fettsucht zu definieren, wird der Body Mass Index
(BMI) herangezogen. Dieser berechnet sich aus dem Körpergewicht in
Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in
Metern.
BMI= Gewicht (kg)
Größe (m)2
Laut WHO gilt für Erwachsene ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 als
optimal. Von Untergewicht spricht man bei Personen, deren BMI einen Wert
von 18,5 unterschreitet. Übergewicht hingegen haben Menschen mit einem
BMI zwischen 25 und 29,9. Adipositas beginnt ab einem BMI von 30, ab 40
geht man von schwerer Adipositas aus.
Bei Kindern und Jugendlichen fällt es schwerer, eine einheitliche
Bestimmung für Übergewicht und Adipositas auszumachen. So nutzen
die meisten Studien auch hier den BMI zur Erklärung,
berücksichtigen aber stärker Alter und Geschlecht. Als
übergewichtig gelten Kinder, deren BMI höher liegt als der BMI
von 90 Prozent aller Kinder der entsprechenden Alters- und
Geschlechtsgruppe. Als adipös werden jene Kinder und Jugendlichen
bezeichnet, deren BMI höher als bei 97 Prozent des Referenzkollektivs
ausfällt.
Wie kommt es zu solch einem Anstieg des Übergewichtes in allen
Altersklassen?
Weniger körperliche Arbeit sowie eine hochwertige Ernährung
führen einerseits zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen. Diese
Faktoren sind unter anderem der Grund dafür, dass wir immer älter
werden. Aber zugleich die Vorraussetzungen für Übergewicht und
Adipositas. Wachsende Motorisierung des Alltags und damit einhergehender
Bewegungsmangel besorgen den Test. Die Folge: Der Körper, der sich
immer weniger bewegt, kann nicht alles verbrauchen, was der Mensch an
Nahrung zu sich nimmt.
Zu den ersten Beschwerden zählen Kurzatmigkeit, Schwitzen sowie
Kreuz- und Gelenkschmerzen. Als gefährlicher erweisen sich aber die
Folge- und Begleitkrankheiten: Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten und
Diabetes Typ 2. Auch psychosoziale Beschwerden wie Angststörungen,
vermindertes Selbstbewusstsein, soziale Isolation, Partner- und
Berufsprobleme treten auf. All diese Krankheiten führen dazu, dass
Übergewichtige ein deutlich höheres Sterberisiko als
normalgewichtige Personen aufweisen.
Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen nach der Welt-
Gesundheitsorganisation (WHO)

Die Frage, ob sich die durchschnittliche Lebenserwartung auf Grund der
ständig wachsenden Zahl von Übergewichtigen tatsächlich
verringert, ist noch nicht ausreichend geklärt, denn gleichzeitig
wirken Faktoren wie die verbesserte Medizin, die für ein längeres
Leben sorgen. Klar ist aber, dass Fettleibigkeit eines der
größten Gesundheitsprobleme unserer Gesellschaft darstellt. Vor
allem angesichts der hohen Zahlen im Kindes- und Jugendalter ist mit einem
Anstieg der Folgekrankheiten zu rechnen. Nach Ansicht von Medizinern haben
die Jugendlichen, die im Extremfall schon als Teenager unter
Alterserkrankungen wie Gelenkproblemen oder Herz-Kreislauf-Störungen
leiden, kaum eine Chance älter als 50 Jahre zu werden.
Um das Schlimmste zu verhindern und um die Ausgaben auf Grund von
Übergewicht, die in den USA schon heute mehr als sechs Prozent und in
den europäischen Ländern zwischen ein und fünf Prozent der
gesamten Gesundheitskosten betragen, nicht noch weiter zu erhöhen,
bedarf es umfassender Prävention. Zum einen sind Eltern und Familien
gefordert, ihrem Erziehungsanspruch auch in Sachen Ernährung
nachzukommen. Zum anderen liegt es in der Hand von Schulen und anderen
Sozialeinrichtungen, für Aufklärung zu sorgen, also umfangreiche
Kenntnisse über unsere Gesundheit und über Lebensmittel und deren
Zubereitung zu vermitteln. Außerdem sollten sich Schulen und Eltern
um ausreichende Bewegung der Kinder kümmern. Des Weiteren sind auch
Wirtschaft und Medien gefordert, energiereiche Lebensmittel nicht noch zu
bewerben und zu Tiefstpreisen zu verkaufen.
Quellen:
Benecke, Andrea, Vogel, Heiner (2003): Übergewicht und Adipositas.
Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 16.
Gesundheitsbericht (2005) Gesundheit in Deutschland.
Gesundheitsberichterstattung des Bundes
Mikrozensus 2005. Körpermaße der Bevölkerung.
www.destatis.de
National Center for Health Statistics: www.cdc.gov/nchs
Olshansky, S. Jay et al. "A Potential Decline in Life Expectancy in the
United States in the 21st Century." The New England Journal of Medicine.
17.3.2005
Robert-Koch-Institut: www.rki.de
World Health Organisation (WHO) - Weltgesundheitsorganisation.:
www.who.int
World Health Organisation Regional Office for Europe -
Weltgesundheitsorganisation Regionalbüro für Europa:
www.euro.who.int
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