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Die Philippinen wollen ein Zehntel ihrer
Agrarfläche an China verpachten
Die wachsende Bevölkerung im Reich der Mitte
kann ihren steigenden Lebensmittelbedarf nicht mehr im eigenen Land
decken. China hat eine Bevölkerung von 1,3
Milliarden. Im Jahr 2025 werden den Prognosen der Vereinten Nationen
zufolge 1,4 Milliarden Menschen dort leben. Das ist rund ein Fünftel
der Weltbevölkerung. Der Wirtschaftsboom und der neue Wohlstand lassen
die Nachfrage nach Nahrungsmitteln steigen. Um den wachsenden Bedarf zu
decken, legen chinesische Unternehmen - unterstützt von ihrer
Regierung - jetzt die Hand auf Territorien außerhalb ihrer Heimat.
Chinesische Unternehmen bauen unter anderem in Kuba auf einem 150 Hektar
großen Areal Reis an, kauften in Mexiko 1.050 Hektar Ackerland,
pflanzen in Laos auf einer Fläche von 5.000 Hektar Getreide an und
nutzen in Indonesien eine Million Hektar Regenwald für die Produktion
von Palmöl, Zuckerrohr und Maniok.
Die Philippinen gehören ebenfalls zu den Partnern chinesischer
Unternehmen. Aber auch die philippinische Bevölkerung wächst, den
UN-Prognosen zufolge von heute 88,7 Millionen auf 120,2 Millionen im Jahr
2025 und 149,8 Millionen im Jahr 2050. Zudem sind 21 Prozent der Kinder
unter fünf Jahren untergewichtig. Armut ist ein ländliches
Phänomen - und 52 Prozent der Bevölkerung leben in
ländlichen Gegenden. Entsprechend bildet die Armutsbekämpfung in
den davon betroffenen Regionen das oberste Ziel des mittelfristigen
nationalen Entwicklungsplans für 2004 bis 2010.
Ein Drittel der philippinischen Bevölkerung ist in der Landwirtschaft
oder in damit zusammenhängenden Industrien beschäftigt. Vom
Agrarsektor, der größten Rohstoffquelle, hängt auch die
übrige Wirtschaft des Landes ab. Der nationale Entwicklungsplan der
Philippinen sieht vor, in den nächsten sechs Jahren zwei Millionen
Hektar Agrarfläche zu schaffen, um mindestens zwei Millionen neue
Arbeitsplätze bereitstellen und den Bedarf nach Nahrungsmitteln decken
zu können.
Die philippinische Regierung hat - neben 18 weiteren Vereinbarungen mit
ausländischen Unternehmen, die Landwirtschaft und Fischerei betreffen
- ein Abkommen mit einer chinesischen Firma abgeschlossen, die plant, auf
einer Fläche von einer Million Hektar hybriden Reis, Getreide und
Hirse anzubauen. Der Vertrag soll um die 3,87 Milliarden Dollar an
Investitionen einbringen.
Philippinische Experten sorgen sich nun um die Folgen für die
Landwirte und die Nahrungsmittelsicherheit. Die Kritiker der Vereinbarungen
beziehen sich zu einem großen Teil auf die darin enthaltenen
Formulierungen, die unklar und vage seien. Das chinesische Unternehmen
pachtet das Land, das sowohl in privatem als auch in öffentlichem
Besitz ist, für 25 Jahre, und der Vertrag kann um weitere 25 Jahre
verlängert werden. Nach der Verfassung dürfen aber nur die
Unternehmen, die wenigstens zu 60 Prozent Filipinos gehören, Land
verpachten - und nicht mehr als 1.000 Hektar. Damit sollte den Landwirten
wenigstens ein Minimum an Kontrolle über ihr Land gesichert werden.
Neben den rechtlichen Fragen zielt die Kritik auch auf die philippinische
Lebensmittelsicherheit. Es gibt keine Gewähr, dass die chinesischen
Unternehmen nicht die gesamte Produktion nach China exportieren. Auf den
Philippinen betreffen die Abkommen insgesamt ein Zehntel der gesamten
Agrarfläche des Landes.
Literatur / Links:
The Ashai Shimbun, 17.10.2007
Gemma
Bagayaua, 17.10.2007
National
Economic and Development Authority: Medium Term Philippine Development Plan
2004-2010
www.news.ops.gov.ph
Population Reference
Bureau (2007): 2007 World Population Data Sheet 
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Siedlungszerfall im ländlichen Raum
Japans
Eine Studie der japanischen Regierung warnt
davor, dass der Bevölkerungsschwund die gesellschaftliche Basis
erschüttern könnte. In manchen
dünn besiedelten Gegenden Japans sinken die Geburtsraten und altert
die Bevölkerung so schnell, dass einzelne Siedlungen von Verödung
und Zerfall bedroht sind. Es gibt im ländlichen Raum Siedlungen, in
denen mehr als die Hälfte der Bevölkerung 65 Jahre und älter
ist. Hier könnte es in Zukunft schwer werden, Sicherheit, Feuerschutz
und andere lokale Dienstleistungen zu gewährleisten, die von
Bürgern ausgeführt werden.
Altersverteilung der japanischen Bevölkerung im Jahr
2005 
60 Prozent der Japaner waren im Jahr 2005 zwischen 16 und
59 Jahre alt (Quelle: UN Population Division, 2005).
Altersverteilung der japanischen Bevölkerung im Jahr
2050 
Im Jahr 2050 wird den Prognosen zufolge zwar der Anteil der
unter 15-Jährigen leicht zurückgegangen sein, da aber der Anteil
der über 60-Jährigen umso stärker steigen wird, stellen
beide Altersgruppen zusammen mehr als die Hälfte der Bevölkerung
(Quelle: UN Population Division, 2005).
Viele dieser Siedlungen liegen flussaufwärts in den Bergen. Der
Niedergang der nationalen Land- und Forstwirtschaft hat die
arbeitsfähige Bevölkerung ihres Lebensunterhalts beraubt und sie
gezwungen, die Älteren zurückzulassen und woanders Arbeit zu
suchen. Weil das öffentliche Verkehrswesen fernab der großen
Trassen zwischen den Städten extrem schlecht entwickelt ist, wird es
immer schwieriger, Einkäufe zu erledigen und Kliniken zu besuchen.
Wälder und Ackerland zu bewirtschaften ist hier ebenso problematisch
wie das Abhalten von Heirats- oder Beerdigungszeremonien.
Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Siedlungen ist in letzter Zeit
gestiegen: Einer Regierungsumfrage zufolge sind gegenwärtig mehr als
7.800 davon betroffen. 2.600 davon sollen kurz vor der Auflösung
stehen, und 200 sind in den letzten sieben Jahren tatsächlich
verschwunden.
In Japan bekommen Paare im Durchschnitt 1,3 Kinder, so wenige wie in fast
keinem anderen Land der Welt. Zwischen 1950 und 2000 ist der Anteil der
japanischen Bevölkerung, die in ländlichen Gegenden lebt, von 63
auf 21 Prozent gesunken. Die Studie der japanischen Regierung betont, dass
es in Japan nötig sei, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Familie
zu finden und Menschen mit Kindern finanziell besser zu unterstützen,
um der niedrigen Geburtenrate entgegenzuwirken. Spezifische
Maßnahmen, wie dieses Ziel zu erreichen wäre, enthält das
Papier jedoch nicht.
Japans Regierung kann mittlerweile ganze Gemeinden, größere
Gebietseinheiten als Siedlungen, als Abwanderungsgebiete deklarieren. Dazu
muss die Gemeinde einen bestimmten Schwellenwert ihrer Finanzkraft
unterschreiten und eine der folgenden drei Bedingungen erfüllen: Die
Einwohnerzahl muss entweder innerhalb der letzten 25 Jahre um mehr als 25
Prozent zurückgegangen sein; oder die Einwohnerzahl muss innerhalb der
letzten 25 Jahre um mehr als 20 Prozent zurückgegangen und über
16 Prozent der Einwohner sollten über 65 Jahre alt sein; oder die
Einwohnerzahl muss innerhalb der letzten 25 Jahre um mehr als 20 Prozent
zurückgegangen und weniger als 16 Prozent der Einwohner sollten
zwischen 15 und 30 Jahre alt sein. Doch selbst diese Kriterien müssen
nicht zu einem Aussterben führen, denn einige Abwanderungsgebiete
entwickeln sich gegen den Trend und haben sogar Zuwanderung und eine
positive ökonomische Entwicklung zu verzeichnen.
Um der Verödung von Siedlungen entgegen zu wirken, kommen jetzt
unkonventionelle Konzepte zum Einsatz: Die Stadt Ayabe in der
Kyoto-Präfektur hat fünf Siedlungen ausgewählt, die mehr als
25 Kilometer entfernt von dem nächsten Stadtbüro und an
Wasserquellen liegen, die einen Anteil von Älteren von mehr als 60
Prozent haben und in denen weniger als zwanzig Haushalte leben. Mit einem
Budget von umgerechnet knapp 250.000 Euro unterstützt die Stadt diese
Siedlungen fünf Jahre lang bei ihren Anstrengungen, spezielle Produkte
zu entwickeln und leer stehende Häuser zu nutzen, um neue Anwohner
anzuziehen. Eine Siedlung beispielsweise hat inzwischen die Herstellung
eines traditionellen Reiskuchens wieder aufgenommen.
Im Unterschied zu anderen Projekten gegen die Verödung werden bei
dieser Art der Unterstützung die Menschen selbst ermutigt, zu
entscheiden, wie sie zukunftsfähig werden wollen. In der Vergangenheit
sind etliche standardisierte Projekte gegen Entvölkerung gescheitert.
Es hat sich gezeigt, dass die Initiativen nur zum Erfolg führen, wenn
sie die speziellen Charakteristika einer Siedlung berücksichtigen und
die Bewohner die Verantwortung übernehmen.
Literatur / Links:
P. P. Karan (2005): Japan in the 21st Century: Environment, Economy, and
Society. Lexington.
Population Reference
Bureau (2007): 2007 World Population Data Sheet
The Asahi Shimbun, 24.10.2007 
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