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Brandenburg schrumpft weiter - vor allem in
den Randregionen
Das Bundesland dürfte bis 2030 rund 350.000
Einwohner verlieren. Laut aktualisierter
Bevölkerungsprognose für das Land Brandenburg, die vom Landesamt
für Bauen und Verkehr und dem Amt für Statistik
Berlin-Brandenburg herausgegeben wird, nimmt der
Bevölkerungsrückgang weiter seinen Lauf - und er beschleunigt
sich sogar noch. Gegenüber dem Jahr 2006 wird Brandenburg demnach bis
2030 rund 14 Prozent seiner Bevölkerung verlieren - vor allem aufgrund
hoher Geburtendefizite. Diese lassen sich nicht nur auf eine geringe
Fertilitätsrate zurückführen, sondern vor allem auch auf das
Fehlen potenzieller Mütter (und Väter). Dieses Phänomen wird
sich noch verstärken, wenn die geburtenschwachen Jahrgänge der
1990er Jahre bald schon in das Familiengründungsalter kommen.
Zwei strukturelle Veränderungen gehen mit dem Schrumpfen der
Bevölkerung einher: Zum einen eine starke Verschiebung innerhalb der
Alterstruktur. Das heißt, gut jeder Dritte (35,8 Prozent) wird im
Jahr 2030 älter als 65 Jahre sein - 2006 war es noch jeder Fünfte
(20,7 Prozent). Diesem Wachstum bei den Älteren steht ein enormer
Rückgang bei den 15- bis 45-Jährigen gegenüber. Ihr Anteil
an der brandenburgischen Gesamtbevölkerung wird im Jahr 2030 auf 25
Prozent zurückgehen, während er 2006 noch bei rund 40 Prozent
lag. Damit schrumpft gerade jene Bevölkerungsgruppe rasant, die
für die Finanzierung der gegenwärtigen (und zukünftigen)
Sozialsysteme dringend notwendig wäre.
Zum anderen verstärkt sich die Konzentration der Bevölkerung im
Berlin nahen Raum. So kann das Umland der Hauptstadt, das nur 15 Prozent
der Brandenburgischen Landesfläche umfasst, sogar mit leichten
Bevölkerungszuwächsen rechnen (um etwa vier Prozent), wohingegen
in den peripheren Räumen von einem Rückgang von 25 Prozent
ausgegangen werden muss. Dort wo der Schwund bis heute am stärksten
war, wird er sich also künftig noch ausdehnen - denn dem so genannten
äußeren Entwicklungsraum werden bis 2030 etwa 390.000 Einwohner
verloren gehen. Der größte Teil von Brandenburg hätte dann
nur noch eine Bevölkerungsdichte wie heute Afghanistan. Dafür
werden im Jahr 2030 rund 48 Prozent der Brandenburger im Berliner Umland
leben.
Prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in Brandenburg bis
2030 
Weil die Lebensbedingungen in den peripheren Regionen des
Landes Brandenburg seit Jahren schwieriger werden, haben vor allem jungen
Menschen diese Gebiete Richtung Berlin oder Westdeutschland verlassen. Das
führt zu einer starken Überalterung und zu weiter
rückläufigen Neugeborenenzahlen. Der Rückgang der
Bevölkerungszahlen ist damit programmiert und die Versorgung der
Regionen mit einer angemessenen Infrastruktur wird immer
aufwändiger.
In allen diesen Punkten ist ein sich weiter verschärfender Prozess
des Schrumpfens zu erkennen. Gerade die neue Verteilung in der
Alterstruktur stellt dabei vor allem die entlegenen Regionen vor zum Teil
noch nicht zu ermessene Herausforderungen. Ein im letzten Jahr vom
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in der
Öffentlichkeit stark diskutiertes Gutachten zum demografischen Wandel
in Brandenburg hat sich mit eben diesen Herausforderungen beschäftigt.
Angesichts der prognostizierten Entwicklung erweisen sich die
Vorschläge des Berlin-Instituts als umso dringlicher.
Unter anderem sollten den betroffenen Kommunen wesentlich mehr
Entscheidungsmöglichkeiten (etwa bei der Gestaltung der Schulen)
eingeräumt werden, damit sie mit eigenen Ideen dem demografischen
Wandel begegnen können. Nur so lässt sich ein kreativer
Wettbewerb zwischen den betroffenen Gemeinden und Regionen schaffen, um
herauszufinden, wer von ihnen langfristig überhaupt eine
Überlebenschance hat.
Bisher hat die brandenburgische Landesregierung im jüngst
verabschiedeten Sozialpaket lediglich in Ausnahmefällen kleinere
Klassenstärken als bisher üblich zugelassen, um den
fortwährenden Schulschließungen Einhalt zu gebieten. Die neuen
Zahlen belegen jedoch, dass ein massiver Rückgang der
Schülerzahlen im größten Teil des Bundeslandes längst
der Normalfall ist und dass die gesamte Infrastruktur weit stärker als
bisher auf diese Veränderungen angepasst werden muss.
Denn weder eine flächendeckende Infrastruktur noch alle
überalterten und schrumpfenden Kommunen werden sich angesichts der
dramatisch rückläufigen Einwohnerzahlen auf Dauer halten
können. Ökologisch interessante Naturräume werden sich
dadurch zwangsläufig vergrößern.
Literatur/Links
Berlin-Institut für
Bevölkerung und Entwicklung 2007:
Gutachten zum demografischen Wandel im Land Brandenburg. Expertise im
Auftrag des Brandenburgischen Landtages.
Amt
für Statistik Berlin-Brandenburg (Hg.) 2008: Bevölkerungsprognose
des Landes Brandenburg 2007-2030. 
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"Man müsste die Bildungsfinanzierung auf
den Kopf stellen"
Interview mit Dr. Anne Overesch, Expertin
für deutsche und finnische Schulpolitik 
Anne Overesch, geboren 1979 in Münster, ist Autorin des
Buches "Wie die
Schulpolitik ihre Probleme (nicht) löst. Deutschland und Finnland im
Vergleich". Aktuell arbeitet sie bei der Neuen Osnabrücker Zeitung
als Politikredakteurin.
Sie sind Expertin für den Vergleich der deutschen Schulpolitik mit
der des Pisa-Siegers Finnland. Was macht Ihrer Meinung nach den Erfolg der
finnischen Schülerinnen und Schüler aus?
Das Erfolgsrezept der Finnen findet man weniger auf Schulebene. Man kann
zwar auf die einheitliche Schulstruktur schielen, auf die
Gemeinschaftsschulen oder auf die vielen Krankenschwestern und
Sozialpädagogen, die es in den Schulen gibt. Zusammengemixt wird
dieses Rezept aber in den Ministerien, im Parlament und in der
Schulbehörde. Dort findet sich ein viel umfassenderer Ansatz von
Schulpolitik, als es in Deutschland der Fall ist. Kernpunkt dieses Ansatzes
ist, dass man versucht, jeden einzelnen Schüler auf ein möglichst
hohes Niveau zu heben, um aus jedem Schüler das Beste herauszukitzeln.
Der Glaube daran, dass dies richtig und umsetzbar ist, eint alle Parteien,
Politiker, Gewerkschaften und Elternvertreter. Darin sehe ich das
Erfolgsgeheimnis finnischer Schulpolitik.
In Deutschland ist es eher verpönt, wenn man von
Leistungsorientierung im Schulwesen spricht. Man geht davon aus, dass es
unterschiedliche Schüler gibt, die in ihrer Individualität
akzeptiert werden müssen.
In Deutschland ist man in der Gesellschaft, in den Schulen und in der
Politik lange davon ausgegangen, dass es unterschiedliche Kinder mit
unterschiedlichen, unveränderbaren Begabungen beziehungsweise
Ausgangsbedingungen gibt. Pisa hat jetzt gezeigt, dass diese
Ausgangsbedingungen sehr wohl zu ändern sind. Finnland ist ein
gelungenes Beispiel dafür, wie sowohl ein hohes Leistungsniveau als
auch Chancengerechtigkeit zu erreichen ist. Dass bedeutet, in Finnland ist
es gelungen, Leistung von der sozialen Herkunft abzukoppeln und alle Kinder
auf ein hohes Niveau zu bringen. Auch in andere Länder gelingt dies,
zum Beispiel in Kanada. Daher müsste sich in Deutschland die Ansicht
durchsetzten, dass Gleichheit und Leistung sehr wohl zusammen passen.
Und es muss eine neue Definition von Gleichheit gefunden werden. Lange
Zeit dachte man, es reicht, alle Kinder in die gleiche Schule zu schicken
und schon hat man irgendwie eine Gleichheit. Aber das ist falsch. Wenn ich
von jedem ein möglichst hohes Niveau erwarte, dann bedeutet das auch
Gleichheit. Aber dafür muss ich diese jungen Menschen auch
fördern.
Wer ist für Sie maßgeblich verantwortlich für einen
solchen Prozess der Neudefinition von Gleichheit? Schule, Politik,
Gesellschaft oder Eltern?
Die Lehrer und das, was sie in der Schule umsetzen, ist natürlich ein
entscheidender Punkt, aber was vorher passiert ist, ist wichtiger. Wie die
Politik Leistung, Gleichheit und die Bildungsziele insgesamt festlegt, ist
ein entscheidender Faktor. Aber Politiker richten sich letztendlich nach
den Wählern. Sie können sich nicht exklusiv darauf
verständigen, dass Leistung und Gleichheit ab jetzt zwei Seiten einer
Medaille sind. Diese Überzeugung muss sich in der Gesellschaft
durchsetzen, und dafür sind wir alle verantwortlich.
Das heißt, es können nicht nur einzelne Teile des
Bildungssystems verändert werden, sondern es muss eine
Systemveränderung stattfinden. Wenn wir jedoch noch einmal auf das
finnische Beispiel sehen, was ist daraus auf Deutschland
übertragbar?
Sehr reizvoll finde ich in Finnland, dass dort Familien-, Sozial- und
Schulpolitik zusammengehören. Dass heißt, die Bildungspolitik
ist der Sozialpolitik untergeordnet. In Deutschland war das lange,
eigentlich bis nach Pisa, umstritten. Hier ging man davon aus, dass
Sozialpolitik und Bildungspolitik voneinander getrennt sein muss und dass
man über Schulpolitik keine Sozialpolitik machen darf. Bildung war
Privatsache, über die nur Eltern entscheiden. Ich denke, das Beispiel
Finnland zeigt, dass der Staat doch mehr eingreifen muss. Bestimmte
Probleme aus der Gesellschaft und den Familien werden in die Schulen
hineingetragen und müssen von diesen aufgefangen werden. Durch die
Verbindung von Familien-, Sozial- und Schulpolitik, die sich in den
Gemeinschaftsschulen widerspiegelt, können soziale Probleme besser
aufgefangen werden. Der finnische Staat fühlt sich verantwortlich,
einzugreifen und direkt in der Schule Hilfen zu gewähren. In
Deutschland ist Schule ein Ort zum Lernen, und Familie ist was anderes.
Welchen Erfolg man bei der Zusammenführung beider Konzepte haben kann,
können wir von Finnland lernen.
Das würde Schule nicht nur als Lehreinrichtung sondern als auch
als Erziehungseinrichtung definieren.
Das ist hierzulande aber noch nicht akzeptiert. Lehren und Erziehen werden
in Deutschland immer noch getrennt gesehen. Die Ergebnisse von Pisa zeigen
jedoch, dass die soziale Herkunft ganz entscheidend ist für den
Lernerfolg. Wenn man aber etwas für die Schwachen, Sozialschwachen und
die Kinder, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und keine andere
Betreuung haben, ändern will, dann muss man auch Familienelemente in
die Schule mit hineinbringen. Das zeigt auch die Debatte über
Kinderarmut beziehungsweise Verwahrlosung von Kindern. Dennoch werde in
Deutschland Schule- und Familienpolitik nicht zusammengebracht. Es wird
zwar diskutiert, und es gibt auch schon Ganztagsschulen, aber erstens
werden diese noch von relativ wenigen Kindern besucht, und zweitens muss
die Qualität der Konzepte hinterfragt werden. Sitzen da wirklich schon
Sozialpädagogen oder ist das nur eine Betreuung über Mittag.
Gesamtschulen gelten oft als die Lösung, um sozialschwachen
Schüler oder Kinder mit Migrationshintergrund besser in die
Gesellschaft zu integrieren. Was genau sollte aber Ihrer Meinung nach in
den Gesamtschulen passieren, damit dieses Konzept aufgeht?
Ein großer Vorteil im finnischen System sind die Förderlehrer.
Die Kinder lernen zwar zusammen, aber in jeder Schule achten
Förderlehrer unter Rücksprache mit den Lehrern auf die Noten und
den Entwicklungsstand jedes einzelnen Schülers. Wenn dann ein
Schüler abfällt, können die Förderlehrer sofort
Sonderhilfen oder Förderunterricht organisieren, so dass der
Rückstand schnell wieder aufgeholt wird. In Deutschland dagegen gibt
es in den meisten Gesamtschulen je nach Leistungsniveau unterschiedliche
Kurse, so dass die Kinder zwar zusammen in die Schule gehen, aber dann doch
wieder getrennt lernen. Gemeinsames Lernen mit Förderlehren für
die schwachen Schüler wäre noch einmal ein ganz anderer Ansatz
von Gesamtschule.
Für Sie wäre also nur eine Gesamtschule, in der wirklich alle
Kinder zusammen lernen, eine Grundlage dafür, dass alle Kinder
integriert an der Gesellschaft teilnehmen können?
In Deutschland geht es immer sofort um diese Schulstrukturdebatte, die
gibt es hier ja schon seit Ewigkeiten. Schon vor den ersten
Pisa-Ergebnissen wurde die Schulstruktur in Deutschland diskutiert. Aber
selbst SPD-regierte Bundesländer haben bisher die Gesamtschule nicht
wirklich eingeführt. Man hätte auch andere Förderelemente
einführen können, zum Beispiel speziell für Hauptschulen.
Aber auch hier herrscht keine Förderkultur. Wenn man Fördern
will, dann muss man nicht gleich die Schulstruktur ändern, sondern
Förden kann man auch in einem anderen System. Ich denke allerdings
auch, dass wir keine Lösung finden, solange wir noch in der Debatte
stecken, welche Schulstruktur die Beste ist. Erst wenn diese Frage
geklärt ist, können wir uns auf die wesentliche Dinge
konzentrieren. So wie in Finnland, wo man sich nicht mehr mit der Frage
aufhält, welche Schulstruktur sie brauchen.
Wenn Sie von Fördermaßnahmen an den Schulen sprechen, dann
kommt sicherlich schnell das Argument, dass diese viel zu teuer sind. Muss
Deutschland denn mehr in die Bildung investieren oder reicht es, die
Finanzierung umzustrukturieren?
Man müsste auf jeden Fall die Bildungsfinanzierung auf den Kopf
stellen. Zurzeit wird für Gymnasien sehr viel ausgegeben und für
die Grundschulen sehr wenig. Das liegt auch daran, dass Gymnasiallehrer
besser bezahlt werden als Grundschullehrer. Eigentlich müsste es
anders herum sein. Man müsste schon sehr früh anfangen, schwache
Kinder zu fördern, damit die Schere zwischen guten Schülerinnen
und Schülern und Zurückbleibern gar nicht erst aufgeht. Damit
nicht gleich die Leistungsstarken aufs Gymnasium und die anderen auf die
Hauptschule kommen. Insgesamt ist es ja so, dass Deutschland im
internationalen Vergleich nicht weniger Geld für Schulbildung ausgibt.
Finnland gibt zwar noch ein bisschen mehr aus, aber ich denke, eine
Umstrukturierung der Finanzierung ist möglich. Indem man weniger Geld
in die Gymnasien pumpt und dafür früh anfängt zu
fördern, kann man viel erreichen.
Sehen Sie auch Aspekte im deutschen Bildungssystem, von denen andere
europäische Ländern lernen könnten?
Die Grundschulen schneiden im internationalen Vergleich relativ gut ab.
Testergebnisse von Iglu bestätigen, dass dort ein Ansatz verfolgt
wird, der zu guten Lernergebnissen führt. Ich denke auch, dass wir im
Geschichtsunterricht oder in anderen Fächern, in den viel diskutiert
wird, eine gute Mentalität vorweisen können. Schüler, die in
ein Auslandjahr gehen, erfahren immer wieder, dass wir in Deutschland eine
gewisse Diskussionskultur in der Schule pflegen. Solche Dinge fallen nicht
unter die Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben oder Rechnen, die von Pisa
gemessen werden. Auch wenn ich dazu keine wissenschaftlichen Erkenntnisse
habe, könnte ich mir vorstellen, dass Deutschland hier ein Vorbild
ist. Ein anderer Punkt ist, dass Deutschland seit der ersten Pisa-Studie in
allen Bereichen Leistungssteigerungen verzeichnen kann. Damit zeigt
Deutschland vorbildhaft, dass ein Schulsystem fähig ist, sich zu
verändern. Das Potenzial ist also da.
Das Interview führte Franziska Woellert.
Nachdruck unter Quellenangabe (Franziska Woellert / Berlin-Institut)
erlaubt. 
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Weltweit sinkt die Kinderzahl pro Frau
langsamer als erwartet
Einige Länder Afrikas verzeichnen sogar
einen leichten Fertilitätsanstieg In den
1990er Jahren ist die Fertilität weltweit weniger schnell als noch in
den vorangegangenen Dekaden gesunken. Während in den 1970er Jahren
noch rund 4,5 Kinder pro Frau geboren wurden, liegt die entsprechende Zahl
heute bei etwa 2,5. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war der
Rückgang der Nachwuchszahlen in Entwicklungsländern, in denen
derzeit rund 80 Prozent der Weltbevölkerung leben.
Zunächst sanken die Fertilitätsraten in der zweiten Hälfte
des letzten Jahrhunderts in Asien und Lateinamerika. Zu Beginn der 1990er
Jahre schien schließlich der Durchbruch auf dem afrikanischen
Kontinent geschafft. Auch hier begannen die Kinderzahlen je Frau in den
meisten Ländern merklich zurückzugehen. In Kamerun fielen sie
beispielsweise binnen sechs Jahren von 5,8 auf ein Niveau von 4,8. Doch
mittlerweile folgen einige afrikanische Länder nicht mehr dem
gewohnten Muster. So stieg die Gesamtfruchtbarkeitsrate Kameruns zwischen
1998 und 2004 wieder von 4,8 auf 5,0 Kinder pro Frau an. Mit dieser
Entwicklung ist Kamerun kein Einzelfall. Einen ähnlichen
Fertilitätsanstieg verzeichnen beispielsweise Guinea, Kenia, Mali,
Ruanda und Tansania.
Durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in ausgewählten
Ländern 
Der Vergleich verschiedener Demografie- und
Gesundheitsstudien in einigen Ländern Subsahara-Afrikas zeigt, dass
Afrikanerinnen wieder mehr Nachwuchs bekommen, nachdem zuvor die
Fertilitätsraten bereits gesunken waren (Quelle: Demographic and
Health Surveys nach Bongaarts 2008).
Kaum ein Experte hätte vermutet, dass in afrikanischen Ländern,
in denen das Fertilitätsniveau noch deutlich über dem globalen
Durchschnitt liegt, die Kinderzahlen wieder leicht ansteigen würden.
Prognosen gingen stets davon aus, dass sie - wie einst in den
Industrieländern - stetig sinken würden, um sich dann auf
niedrigem Niveau einzupendeln.
Bleibt Afrika nun im ewigen Kreislauf eines geringen Entwicklungsstandes
mit hohen Fertilitätsraten gefangen? Weil hier zum Teil deutlich mehr
als 2,1 Kinder pro Frau geboren werden - jene Zahl, die eine stabile
demografische Entwicklung ermöglicht - wird die Bevölkerung
Afrikas bis auf weiteres wachsen. Selbst dann, wenn die Fertilität
nach UN-Annahmen weiterhin sinkt. Berücksichtigt man jedoch die
aktuellen Entwicklungen, wird es wahrscheinlich, dass in Subsahara-Afrika
nicht die mittlere Variante, sondern die hohe Variante der
UN-Bevölkerungsschätzungen Wirklichkeit wird: Jede afrikanische
Frau bekäme dann im Jahr 2050 im Durchschnitt drei statt 2,5 Kinder.
Mit all jenen negativen Folgen, die sich daraus für eine nachhaltige
Entwicklung des Kontinents ergeben.
Eine Verlangsamung des Fertilitätsrückgangs in den 1990er Jahren
gegenüber vorangegangener Dekaden konnte ferner in einigen
Ländern Asiens (etwa in Bangladesch) und in Lateinamerika beobachtet
werden. Worin sich die betroffenen Länder Lateinamerikas und Asiens
aber im Wesentlichen von manchen afrikanischen Ländern unterscheiden,
ist, dass die Geburtenraten dort in Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs
bereits deutlicher als in Afrika gesunken sind. Diese Länder befinden
sich inmitten des demografischen Übergangs. Die durchschnittliche
Kinderzahl liegt dort bei etwa drei Kindern pro Frau, wobei auch hier der
Fertilitätsrückgang stagniert. Einige der afrikanischen
Länder verzeichnen dagegen eine wesentlich höhere Kinderzahl und
haben die mittlere Transformationsphase längst noch nicht erreicht.
Modell des Demografischen Übergangs 
Die Geburten- und Sterberaten verzeichnen die höchsten
Werte auf dem afrikanischen Kontinent. Asiatische und lateinamerikanische
Länder wie Bangladesch oder Argentinien haben daher bereits die
spättransformative Phase des demografischen Übergangs erreicht,
während viele Länder Subsahara-Afrikas noch am Anfang der
Transformation stehen (Quelle: UN (2007): World Population Prospects: The
2006 Revision).
Da das Bevölkerungswachstum eng mit der sozioökonomischen
Entwicklung eines Landes verknüpft ist, werden die Geburtenraten nur
langfristig global weiter sinken, wenn wirtschaftliche und soziale
Fortschritte erzielt werden. In Niger ist die Gesamtfruchtbarkeitsrate, die
Mitte der 1990er Jahre leicht gestiegen war, wieder gefallen, nachdem sich
die Lebensbedingungen dort verbessert hatten. Mit ähnlichen
Entwicklungen rechnen Experten in den anderen Ländern des Kontinents -
wann daraus jedoch ein allgemeiner Trend wird, bleibt vorerst abzuwarten.
Es gibt verschiedene Erklärungen für die Verlangsamung des
Fertilitätsrückgangs, die Entwicklungsländer
unterschiedlichster Regionen betrifft. Mangelnde Fortschritte in der
sozioökonomischen Entwicklung eines Landes, ein niedriger
Bildungsstand - insbesondere von Frauen - sowie eine nach wie vor hohe
Kinder- und Säuglingssterblichkeit können dazu führen, dass
die Wunschkinderzahl über dem Reproduktionsniveau von 2,1 Kindern pro
Frau bleibt. Im Falle Kenias konnte nachgewiesen werden, dass der erneute
Fertilitätsanstieg mit einem Absinken des Bruttoinlandprodukts, einer
steigenden Kindersterblichkeit und sinkender Einschulungsrate
zusammenhängt. Auch durch das von der Aids-Epidemie bedingte
erhöhte Sterberisiko könnte sich die Wunschkinderzahl eines
Paares erhöhen - dann nämlich, wenn es befürchtet, seine
Kinder könnten dem HI-Virus zum Opfer fallen.
Aus demografischer Sicht wäre der so genannte Tempo-Effekt zu nennen,
nach dem ein Anstieg im durchschnittlichen Gebäralter dazu führt,
dass Geburten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Die
Geburtenzahlen sinken also zunächst, weil sich Paare entscheiden,
später Kinder zu bekommen. Wenn dies dann zeitversetzt geschieht,
steigen die Geburtenraten zwangsläufig wieder leicht an. Dieser
Tempo-Effekt lässt sich unter anderem für Bangladesch,
Ägypten, Mexiko und den Sudan nachweisen.
Als politische Ursache werden fehlende Investitionen in
Familienplanungsprogramme diskutiert. Diese aber wären, angesichts des
in vielen Ländern nach wie vor hohen ungedeckten Bedarfs an
Verhütungsmitteln, dringend geboten. Doch als isolierte Antwort auf
hohes Bevölkerungswachstum reichen Investitionen in Familienplanung
nicht aus. Viel mehr ist es wichtig, die sozioökonomische Entwicklung
eines Landes zu fördern. Vor allem Bildung und der Status von Frauen
in einer Gesellschaft wirken sich entscheidend auf die Wunschkinderzahl
aus. Nicht umsonst gilt in der Entwicklungspolitik Bildung als bestes
Mittel zur Verhütung. In diesen Bereichen bilden afrikanische Staaten
jedoch international das Schlusslicht. Gegenwärtig gehören alle
21 Nationen, die von der UN als Länder mit niedrigem Entwicklungsstand
klassifiziert werden, der Region Subsahara-Afrika an.
Literatur
Bongaarts, John
(2008): Fertility Transition in Developing Countries: Progress or
Stagnation? Working Paper No.7 2008.
Bongaarts, John
(2006): The Causes of Stalling Fertility Transitons. Working Paper No. 204
2005.
Bongaarts, John (1999): The fertility impact of changes in the timing of
childbearing in the developing world, in: Population Studies 53 (1999):
277-289.
Shapiro,
David/Gebreselassie, Tesfayi (2007): Fertility transition in sub-Saharan
Africa: Falling and stalling. Revised version of paper presented at the
Annual Meeting of the Population Association of America, New York, March
29-31, 2007.
United Nations (UN)
(2007): World Population Prospects: The 2006 Revision. Department of
Economic and Social Affairs. New York.
UNDP
(2007): Human Development Report 2007/2008. Fighting climate change: Human
solidarity in a divided world. New York.
Westoff,
Charles F./ Cross, Anne R. (2005): The Stall in Fertility Transistion in
Kenya. 
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Deutsche Eltern-Rollenbilder ändern
sich
Taugt Frankreich als familienpolitisches
Vorbild? Die Berliner Filmemacherin und
Professorin Helke Sander hat die K-Frage - Kind oder Karriere? - einmal als
das Kernanliegen der Frauenbewegung von 1968 identifiziert. Und sie ist es
offenbar bis heute: So greift die Autorin Tanja Kuchenbecker im polemisch
zugespitzten Titel ihres Buchs "Gluckenmafia gegen Karrierehühner" das
Dilemma auf, reproduziert aber leider ein typisches Manko der Diskussionen:
Die Aufmerksamkeit richtet sich immer noch vor allem auf die Frauen, nicht
gleichermaßen auf die Männer. Das entspricht zwar der
traditionellen deutschen Verteilung von Familienarbeit und den bestehenden
Strukturen, nicht aber den sich wandelnden Rollenbildern im modernen
Europa. Es sind aber nicht die "Grabenkämpfe" zwischen Frauen, die
dafür verantwortlich sind, dass Deutschland von einer
Gleichberechtigung der Geschlechter so weit entfernt und die Geburtenrate
so niedrig ist.
Wenn Kuchenbecker im Untertitel verspricht, zu zeigen, wie "das
Familiendilemma" zu lösen wäre, so macht das neugierig. Sie
liefert einen persönlichen Erfahrungsbericht aus ihrer Wahlheimat
Frankreich, das innerhalb Europas fast die höchste Geburtenrate zu
verzeichnen hat und als Referenz nicht aus den deutschen
familienpolitischen Debatten wegzudenken ist, sowie Zahlen und Ergebnisse
wissenschaftlicher Studien. Darüber hinaus geht Kuchenbecker auf die
aktuellen Debatten zur Familienpolitik in Deutschland und Frankreich ein.
Die Stichworte zu diesem Thema - Frankreich, Krippe, Bildung - sind in den
deutschen Medien alle schon gefallen. Aber manche Dinge kann man nicht oft
genug wiederholen, damit sie irgendwann ernsthaft diskutiert werden.
Kuchenbecker macht es sich allerdings etwas einfach, wenn sie den
französischen Müttern pauschal den Drang nach
Selbstverwirklichung und den deutschen Müttern Opferbereitschaft
unterstellt - und dabei offen lässt, welche Generation, welchen
Bildungsgrad sie dabei vor Augen hat. Die Autorin sieht in Deutschland eine
klare Front zwischen der "Gluckenmafia", wie sie die Vertreterinnen des
herkömmlichen Familienbilds bezeichnet, und den
"Karrierehühnern", den berufstätigen, kinderlosen Frauen. Die
gesellschaftlichen Strukturen und das von der Politik bevorzugte
Lebensmodell der Versorgerehe mache es schwierig, die Mutterrolle zu
erfüllen und erwerbstätig zu sein.
In Frankreich dagegen sind berufstätige Mütter
selbstverständlich. Trotz höherer Familienleistungen werden in
Deutschland weniger Kinder geboren als in Frankreich, wo die Infrastruktur
für die Betreuung der Kleinen weit besser entwickelt ist. Schon seit
1945 sind in Frankreich die Steuern nicht nur vom Einkommen, sondern auch
von der Zahl der Familienmitglieder abhängig. Seit 1972 gibt es
einkommensabhängige Zuschüsse für Kinder unter drei Jahren,
für die Kinderbetreuung und als Beihilfe. Seit kurzem ist zudem die
Hälfte der Betreuungskosten (bis zu einer Steuerersparnis von maximal
5.000 Euro) absetzbar. Zusätzlich gibt es ein
einkommensunabhängiges Elterngeld für Väter (das allerdings
nur zwei Prozent von ihnen in Anspruch nehmen) oder für Mütter in
Höhe von 524 Euro pro Monat für drei Jahre sowie einen
garantierten kostenlosen Vorschulplatz für Drei- bis
Sechsjährige.
Erziehung wird in Frankreich als staatliche Aufgabe und als Mittel zur
Chancengleichheit für sozial schwache Familien betrachtet. In
Deutschland dagegen gilt sie aus historischen Gründen als Privatsache
- die braune und die DDR-Vergangenheit lassen grüßen. Die
französische Familienpolitik gibt das Signal, dass Kinder
erwünscht sind, wobei sie die Lebensvorstellungen der Eltern
einbezieht. Die Qualität der kollektiven Erziehung ist in Frankreich
vor allem durch die Ausbildung der Erzieher und durch einen
Betreuerschlüssel gewährleistet: Je nach Alter ist ein Betreuer
für vier bis sieben Kinder zuständig, in den Vorschulen sind es
jedoch nur noch ein bis zwei für 25 Kinder.
Kuchenbecker nennt viele Beispiele, an denen sich die kulturellen
Unterschiede beobachten lassen, zum Beispiel dass in Frankreich 80 Prozent
der Frauen und in Deutschland nur 30 Prozent unter Betäubung des
Rückenmarks entbinden, dass der Mutterschutz in Frankreich nur drei,
nicht sechs Monate dauert, dass in Frankreich den Müttern empfohlen
wird, so kurz wie möglich und in Deutschland so lang wie möglich
zu pausieren. Die Autorin zitiert eine Studie aus dem Jahr 2006, nach der
in Deutschland 43 Prozent der Frauen in den alten Bundesländern
glauben, dass Vorschulkinder darunter leiden, wenn die Mutter arbeitet. In
der DDR waren Frauen selbstverständlich berufstätig, entsprechend
sind in den neuen Bundesländern nur 23 Prozent dieser Ansicht - das
deckt sich beinahe mit dem französischen Wert von 22 Prozent.
Aber die Vorstellungen wandeln sich auch in Gesamtdeutschland: Eine andere
Studie kam zu dem Ergebnis, dass nur noch 14 Prozent in den alten und sogar
nur vier Prozent der Familien in den neuen Bundesländern nach dem
Modell des männlichen Ernährers leben wollen. Die Politik hinkt
hier also deutlich den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger
hinterher. Teilzeitarbeit ist für die Frauen, die gerne einer
bezahlten Arbeit nachgehen und Kinder haben wollen, ein Mittelweg zwischen
Berufstätigkeit und Vollzeitbetreuung. Die gegenwärtigen
deutschen Debatten um Kinderlosigkeit und Fachkräftemangel bieten
diesen Müttern die Chance, politischen Druck auszuüben und
Kindertagesstätten statt finanzieller Unterstützung, etwa mehr
Kindergeld, zu fordern.
Kuchenbecker zufolge wird der gesellschaftliche Druck in Deutschland vor
allem von jeweils unbeteiligten Frauen aufgebaut: Die Teilzeitmütter
stellten die Vollzeitmütter in Frage, darauf reagiere die
"Gluckenmafia" und rede den halben oder ganzen "Karrierehühnern"
Schuldgefühle ein. Dass der Konflikt der Teilzeitmütter aber
nicht Folge der Missgunst anderer Frauen, sondern der gesellschaftlichen
Strukturen und der deutschen Familienpolitik ist, übersieht die
Autorin. Die sozialen Rollenbilder werden schließlich von Frauen und
Männern aufgebaut - und in der deutschen Politik dominiert hier
fraglos, einer Kanzlerin und einer Familienministerin zum Trotz, ein
traditionelles Muster.
Die französische Gesellschaft sei toleranter, so Kuchenbecker, keine
Familienstruktur, kein Lebensmodell werde bevorzugt oder benachteiligt, die
K-Frage stelle sich den Frauen dort nicht. Stimmt das? Die Autorin, die an
anderer Stelle, wenn auch in leiseren Tönen, Frankreich mangelnde
Geschlechtergerechtigkeit attestiert, etwa wenn es um Gehaltshöhe oder
Aufstiegschancen geht, stellt dazu bei ihrem Urteil keinen Zusammenhang
her. Sie spielt dadurch herunter, dass französische Frauen durch
Kinder durchaus Einschränkungen ihrer Karrieremöglichkeiten in
Kauf nehmen - oder dass ihre Karriere auf Kosten der Kinder geht. Auch
Frankreich besitzt noch Potenzial, die Familienpolitik zu verbessern.
Das Bestreben, Geschlechterrollen aufzulösen und dadurch individuelle
Spielräume zu eröffnen, für das etwa die skandinavischen
Länder Vorbild sind, tut Kuchenbecker als ideologisch ab. Damit
widerspricht sie sich selbst, denn zuvor hat sie doch für mehr
Freiheit und offene Rollenbilder plädiert. Das bringt auf dem Weg zu
Geschlechtergerechtigkeit nicht weiter, weder Frauen noch Männer.
Kuchenbecker schreibt in der Ich-Form, und insbesondere durch das
Schlusskapitel, in dem sie "Tipps für Kind und Karriere" für
Mütter - wieso eigentlich nicht auch für Väter? -
bereitstellt, erhält ihr Buch einen Ratgebercharakter. Allerdings
bewegen sich die Tipps in ihrer Schlichtheit eng an der Grenze zu
therapeutischer Lebenshilfe: "Nicht jedes T-Shirt muss gebügelt
werden, nicht jedes Fenster immer akkurat geputzt sein." Dieser Hinweis
wird der Komplexität der Anforderungen zwischen Beruf und Familie
sicherlich nur bedingt gerecht. Der Ton des gesamten Buchs, der sich als
engagiert-kritisch, weniger wohlwollend aber auch als
besserwisserisch-zänkisch interpretieren ließe, trägt eher
zur Verschärfung der Lagerkämpfe und zur Entstehung von
Zickenkriegen bei, statt diese zu beenden.
Tanja Kuchenbecker:
Gluckenmafia gegen Karrierehühner. Schluss mit den Grabenkämpfen.
So lösen wir das Familiendilemma. Campus, Frankfurt am Main
2007. 
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Auf einen Blick
Wohin öffentliche Entwicklungshilfegelder
fließen Rund 107 Milliarden US-Dollar stand
der öffentlich geförderten Entwicklungshilfe weltweit im Jahr
2005 zur Verfügung. Die vier größten Geber (USA, Japan, die
Europäische Kommission und Großbritannien) brachten zusammen die
Hälfte dieser Summe auf. Deutschland folgte mit einem Anteil von
sieben Prozent auf Platz fünf. 20 Prozent der Gelder flossen in den
Irak, sechs nach Nigeria und drei nach Afghanistan.
Zu der so genannten Official Development Assistance (ODA), der
öffentlichen Entwicklungshilfe, zählt der Entwicklungsausschuss
der OECD alle staatlichen Leistungen, die
an Entwicklungsländer vergeben werden und das Ziel verfolgen, die
wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines Landes zu fördern.
Anrechenbar sind unter anderem Beitrage an multilaterale
Entwicklungsorganisationen, Darlehen mit einem Zuschusselement von
mindestens 25 Prozent, Schuldenerlasse und entwicklungsländerbezogene
Ausgaben des Geberlandes beispielsweise für Forschung oder Verwaltung.
Berücksichtigt werden ausschließlich die Nettoleistungen eines
Gebers. Rückflüsse, wie die Tilgung von Darlehen, werden somit
von der ODA abgezogen.
Umfassende Zahlen zur weltweiten ODA bis zum Jahr 2005 enthält die
kürzlich von der OECD herausgegebene Publikation mit dem Titel
"Development Aid at a Glance 2007. Statistics by Region". Das Buch
lässt mühelos auf den ersten Blick erkennen, welche Länder
wie viel öffentliche Entwicklungshilfe erhalten beziehungsweise geben.
Aus zahlreichen Tabellen und Grafiken lässt sich unter anderem
ersehen, wie hoch der ODA-Anteil bestimmter Sektoren ist oder wie viel
Prozent der ODA Nothilfe und Schuldenerlasse ausmachen. Unterteilt nach
Kontinenten beinhaltet jedes Kapitel Zahlen zu den wichtigsten Gebern,
Empfängern und Sektoren. Zusätzliche detaillierte Daten sind zu
den stark an den Millennium Entwicklungszielen angelehnten Sektoren
Gesundheit, Bildung und Wasser aufgeführt. Jede Tabelle und jede
Grafik ist mit dem entsprechenden Link zur ihrer Quelle in der
Statistikdatenbank des Entwicklungsausschuss der OECD versehen, aus der man
die entsprechenden Daten in Excel-Format herunterladen kann. Ein kurzer
Text fasst in jedem Kapitel die wichtigsten Erkenntnisse aus den Daten
zusammen.
OECD (2007): Development Aid at a Glance, 155 Seiten, 24 Euro.
Erhältlich beim
UNO-Verlag
August-Bebel-Allee 6
53175 Bonn
Tel.: 0228/ 949029; Fax: 0228/ 9490222
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