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Jamaica ist die erfolgreichste Olympia-Nation
im "Demografie-Medaillenspiegel"
Kein Land hat, gemessen an seiner
Bevölkerungszahl, mehr Goldmedaillen erzielt als die
Karibik-Insel Die Olympiade im eigenen Land hat
die chinesischen Sportler zu Höchstleistungen angespornt. 51
Goldmedaillen haben die Boxer und Turnerinnen, die Tischtennisspieler und
Schützen aus dem Reich der Mitte eingesammelt - soviel wie nie zuvor
bei olympischen Spielen. Erstmals haben sich die Chinesen damit im
Medaillenspiegel auf Platz 1 geschoben.
Olympia 2008: Goldmedaillenspiegel 
China hat bei der diesjährigen Olympiade in Peking mit
Abstand die meisten Goldmedaillen eingesammelt. Eine enorme Leistung - aber
sie verblasst, wenn man berechnet, wie viele potenzielle Sportler hinter
diesen Zahlen stehen.
Berechnet man einen Medaillenspiegel nicht wie gewohnt anhand der
tatsächlich erzielten ersten Plätze, sondern danach, wie viel
Gold je eine Million Einwohner zusammengekommen ist, dann steht das
bevölkerungsreichste Land der Welt mit seinen gut 1,3 Milliarden
Einwohnern nicht mehr so glänzend da.
Vielmehr genügen Jamaica ein paar Sprinterinnen und Sprinter, um sich
ähnlich spektakulär auf Platz 1 der Rangliste zu katapultieren
wie Usain Bolt bei seinem 100-Meter-Weltrekordlauf. Weil auf Jamaica
lediglich 2,8 Millionen Menschen leben, reichen dem Land sechs
Goldmedaillen, um auf einen Wert von 2,1-mal Gold je eine Million Einwohner
zu kommen. Damit ist Jamaika das bei weitem erfolgreichste Land im
"Demografie-Medaillenspiegel". Auf Platz 2 folgt der Kleinstaat Bahrain mit
seinen 700.000 Einwohnern und einmal Gold. Allerdings hat die Medaille im
1.500-Meter-Lauf keine in Bahrain geborene Person erzielt, sondern die aus
Äthiopien stammende 1.500-Meter-Läuferin Rashid Ramzi, eine der
vielen "Laufasylanten" aus Afrika, die die Staatbürgerschaft eines
anderen Landes angenommen haben. Mit Estland folgt ein weiterer Kleinstaat,
dem ebenfalls eine einzige Goldmedaille genügt, um an der sportlichen
Weltspitze mitmischen zu können - Platz 3. Erst dann folgen die
sportbegeisterten Neuseeländer und Australier mit jeweils knapp 0,7
Goldenen je eine Million Einwohner. Diese fünf Länder nutzen ihr
sportliches Potenzial am effizientesten, wenn man die Podestplätze in
Peking als Maßstab heranzieht.
"Demografie-Medaillenspiegel" 
Aus dem Verhältnis der Goldmedaillen zur
Bevölkerungszahl ergibt sich eine Rangliste, in der die kleinen
Staaten mit Spitzensportlern besser dastehen: Jamaica führt hier vor
Bahrain und Estland.
China schneidet wegen seiner hohen Bevölkerungszahl wesentlich
schlechter ab: Trotz der 51-fachen Goldflut hat statistisch nur jeder
26-millionste Chinese eine Goldmedaille gewonnen. Bei einem Wert von 0,04
Goldmedaillen pro ein Million Einwohner, reicht das nur für Platz 47
im "Demografie-Medaillenspiegel". Hätte China eine so hohe Ausbeute
wie Jamaica erzielen wollen, hätten seine Athleten 2.844 Goldene
gewinnen müssen. Noch schwerer tut sich Indien, die zweite
demografische Supermacht der Welt. Mit einer Goldmedaille bei 1,14
Milliarden Menschen kommen die Inder lediglich auf Platz 55 in der
Nationenwertung. Da sollte in London 2012 mehr drin sein.
Deutschland, immerhin Europas einwohnerstärkstes Land, rutscht im
"Demografie-Medaillenspiegel" auf Platz 21 ab - von Platz 5 in der
herkömmlichen Wertung. Mit 0,19 Goldmedaillen pro ein Million
Einwohner stehen die Deutschen einen Platz hinter dem kleinen Nachbarn
Schweiz (0,26). Aber noch deutlich vor Russland (0,16) und den USA (0,12) -
und das, obwohl die Amerikaner 36-mal Gold mit nach Hause nehmen.
Links
The
Official Website of the Beijing 2008 Olympic Games August 8-24, 2008
CIA
Factbook 
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Ost-West-Verschiebung
Eine neue Studie des Berlin-Instituts zeigt, wie
sich die demografischen Gewichte in Europa verlagern Niedrige Kinderzahlen und offene innereuropäische Grenzen
sorgen für massive Bevölkerungsveränderungen. Die meisten
mittel- und osteuropäischen Staaten verzeichnen seit dem Fall des
Eisernen Vorhangs einen regelrechten Einbruch der Geburtenraten. Zudem sind
aus einigen Ländern des ehemaligen Ostblocks Millionen junger
Erwerbstätiger auf der Suche nach Arbeit abgewandert. Aber auch dort,
wo die Menschen schon länger wenig Nachwuchs bekommen, in Deutschland
und Österreich, in Spanien oder Italien, haben unaufhaltsame
Alterungs- und ein schleichende Schrumpfungsprozesse eingesetzt.
In der Gegenwart zeigt sich der Effekt anhaltend niedriger Kinderzahlen
vor allem in peripheren ländlichen Gebieten, in denen früher
kinderreiche Familien die Regel waren. Diese Regionen haben immer schon die
nachwuchsärmeren und wachsenden Ballungszentren mit jungen Menschen
versorgt. Seit aber selbst in der Peripherie, in Nordspanien wie in
Süditalien, in Ostdeutschland wie in weiten Teilen Rumäniens oder
Bulgariens die Kinderzahlen je Frau zum Teil deutlich unter den Wert von
2,1 gesunken sind, der eine langfristig stabile Bevölkerungszahl
verspricht, haben entlegene Zonen der Abwanderung nichts mehr
entgegenzusetzen - sie bluten regelrecht aus.
In Staaten mit höherer Fertilität und anhaltender Zuwanderung,
in Frankreich, Irland oder Norwegen, gibt es hingegen genug Menschen, um
auch in Gebieten, die früher unter der Landflucht gelitten haben, die
Bevölkerungszahlen zu stabilisieren. Manche dieser Regionen wachsen
sogar.
Bevölkerungsprognose heute bis 2030 
Nirgendwo in Europa ist damit zu rechnen, dass die
Fertilitätsraten von heute durchschnittlich 1,5 Kindern je Frau wieder
wesentlich über 2,1 steigen werden. Nur Nationen mit einer relativ
jungen Bevölkerung wie Irland könnten noch eine Zeit lang aus
natürlichen Gründen weiter wachsen.
Überall dort, wo die wenigen Kinder der Vergangenheit bereits zu
wenigen potenziellen Eltern herangewachsen sind, müssten diese weit
mehr als 2,1 Kinder bekommen, um den längst eingeleiteten Schwund zu
kompensieren - und das ist nicht zu erwarten.
Demzufolge ist in den meisten Ländern Europas Wachstum oder auch nur
Stabilität einzig auf Basis von Zuwanderung möglich. Viele
westeuropäische Nationen, insbesondere Irland und
Großbritannien, haben ihre Arbeitsmärkte mit Kräften aus
Polen und Lettland aufgefrischt. Nach Spanien und Italien zogen die
Rumänen und Bulgaren. Deshalb wächst die Bevölkerung in den
Zuwanderungsländern. Die Länder Mittel- und Osteuropas setzen
jetzt selbst auf Einwanderung. Der Blick geht dabei im Allgemeinen weiter
nach Osten. Aber auch dort haben die Länder, die Ukraine oder die
Republik Moldau etwa, kaum noch junge Menschen zu bieten. In Zukunft
müssten die Migranten somit vermehrt aus außereuropäischen
Staaten kommen.
Das europäische Statistikamt Eurostat geht in seinen Prognosen bis
2030 davon aus, dass für drei Viertel aller Regionen die Zuwanderung
die einzige Möglichkeit ist, dem Schrumpfen etwas entgegenzusetzen.
Knapp 40 Prozent dieser Gebiete werden trotz Zuwanderung einen
Bevölkerungsrückgang erleben. Nur ein Viertel der Regionen
erreicht eine Stabilität (teilweise auch ein Wachstum) aus eigener
Kraft. Bei der den Prognosen zugrunde liegenden Migration dürfte die
EU-27 bis 2050 um etwa vier Prozent wachsen. Ohne den Zustrom von
außen würde sie um etwa 50 Millionen auf rund 450 Millionen
schrumpfen - das sind so viele Menschen, wie heute in Polen und
Griechenland leben.
Die grundsätzlichen demografischen Veränderungen in Europa
werden sich regional sehr unterschiedlich auswirken. Deutschlands Osten
wird weiterhin zu den größten Verlierern gehören, ebenso
werden Rumänien und Bulgarien, Teile Polens sowie die noch weiter
östlich gelegenen Nicht-EU-Länder an Bevölkerung verlieren.
Westdeutschland wird in den wirtschaftsstarken Zonen wachsen und in den
schwachen schrumpfen. Die Benelux-Länder bleiben einigermaßen
stabil, wobei die dicht besiedelten Niederlande sogar an Einwohnerzahl
zulegen werden. In dem zentraleuropäischen Gebiet, das von
Südschweden und Dänemark über Westdeutschland bis nach
Norditalien, Ostösterreich und Slowenien reicht, dürfte eine
stabile Wirtschaftsentwicklung für eine ähnlich stabile,
gleichwohl alternde Bevölkerung sorgen.
Wachsen werden vor allem kleine Staaten wie Luxemburg oder Zypern, die
aufgrund ihrer wirtschaftlichen Sonderrolle Arbeitskräfte anziehen.
Auch die vergleichsweise nachwuchsreichen Länder Frankreich, Norwegen,
Irland und Island werden ihre Schulen und Kindergärten weiter ausbauen
müssen. Großbritannien, Finnland und Schweden entwickeln sich
stabil auf hohem Niveau. In Spanien und Italien gilt dies nur in wenigen
Regionen, und auch das nur, wenn die Zuwanderung anhält. Italien und
Deutschland bräuchten die höchste Nettozuwanderung um den Bestand
der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter auf konstantem Niveau zu
halten.
Der überwiegende Teil der thematischen Landkarten in der Studie "Die
demografische Zukunft von Europa" wurde auf Grundlage des Programms EasyMap
der Lutum+Tappert DV-Beratung GmbH, Bonn, erstellt.
Nähere Informationen sowie Ansprechpartner für Fragen zur Studie
finden Sie hier.
Hier können Sie die
Studie bestellen. 
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Im Schatten des Babybooms
Alle Staaten Europas altern - aber sehr
verschieden 1950 lag in Europa das Medianalter,
das eine Bevölkerung in eine jüngere und eine ältere
Hälfte teilt, noch bei 31 Jahren. 2005 hatte es 38 Jahre erreicht und
Projektionen zufolge dürfte es bis 2050 auf 48 Jahre steigen. Damit
altert die Bevölkerung Europas derzeit um etwa zwei Tage die Woche und
es wird bald schon mehr über 65-Jährige als unter 20-Jährige
geben.
Mit dem längeren Leben geht einerseits ein Menschheitstraum in
Erfüllung, zumal die meisten Europäer das Alter in einer
erstaunlich guten Verfassung erreichen. Andererseits steht der wachsenden
Gruppe der Rentner und Pensionäre eine kleiner werdende, jüngere
Bevölkerung gegenüber, die im Umlageverfahren und nach dem
"Generationenvertrag" die Älteren versorgen müssen. Eine
besondere Bedeutung kommt dabei dem Nachkriegsbabyboom zu, den alle
europäischen Nationen mehr oder weniger ausgeprägt erlebt haben.
In dieser Phase vergleichsweise hoher Kinderzahlen in den 1950er und
1960ern kamen Jahrgänge zur Welt, die in fast allen Ländern
deutlich stärker besetzt sind als die nachfolgenden Generationen.
Europaweit fällt die Alterung regional sehr unterschiedlich. So wird
der Anteil der über 75-Jährigen, der heute in der italienischen
Region Ligurien mit 13 Prozent den europäischen Maximalwert erreicht,
dort bis 2030 auf 18 Prozent steigen. In der ostdeutschen Region Chemnitz
hingegen, die stark von der Abwanderung junger Menschen geprägt ist,
verdoppelt sich der Anteil der über 75-Jährigen fast von zehn auf
19 Prozent. Er steigt aber auch im kinderreichen Irland - dort allerdings
nur von viereinhalb auf achteinhalb Prozent.
Drei Beispiele: Irland, Deutschland, Bulgarien 
Bis vor 25 Jahren glich die Bevölkerungspyramide
Irlands der eines Entwicklungslandes. Dann sanken auch dort die
Kinderzahlen je Frau - allerdings nicht unter einen Wert von zwei. Damit
dürften kommende Nachwuchsgenerationen etwa so kopfstark bleiben wie
heute. Nirgendwo in Europa sanken die Kinderzahlen so früh so massiv
wie in Deutschland. Heute stellen die nach dem „Pillenknick“
Geborenen schon eine ausgedünnte Elterngeneration, die ihrerseits nur
wenige Kinder hat. Die Folge: Die Bevölkerung altert kontinuierlich.
In Bulgarien brach die mehr oder weniger konstante Fertilitätsrate zu
kommunistischen Zeiten in den 1990er Jahren um fast die Hälfte ein.
Weil damit in Zukunft potenzielle Eltern fehlen, droht dem Land bis 2030
eine extreme Überalterung - und vermutlich eine wachsende
Altersarmut.
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