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Von Jacob F. Kirkegaard

 

Ihren Aufstieg zur Supermacht und ihre wirtschaftliche Vormachtstellung verdanken die USA unter anderem einer hoch qualifizierten Arbeitnehmerschaft. Bei ihrem Eintritt in die Arbeitswelt galten die Arbeitnehmer der Babyboomer-Generation als die besten der Welt. Nun kommen sie allmählich in die Jahre. Gehen die Babyboomer in Rente, fehlt es an gut ausgebildetem Nachwuchs. Denn aufgrund schwerer Versäumnisse in der Bildungspolitik stagniert das Bildungsniveau auf dem Stand von vor 30 Jahren.

Zwar könnte die Zuwanderung von qualifizierten Kräften aus dem Ausland Abhilfe schaffen, doch ausgerechnet die wurde in den letzten Jahren stark eingeschränkt. Und da andere Staaten nicht schlafen, verschärft sich nun der Wettbewerb um die klügsten Köpfe. Großzügige Investitionen in das Bildungssystem werden nach der langen Periode des Stillstands nur langfristig Wirkung zeigen. Kurzfristig hilft nur qualifizierte Einwanderung. Dazu müssen die Zuwanderungsgesetze reformiert werden, um den stetigen und wirtschaftlich bedeutsamen Zufluss von hoch qualifizierten Arbeitskräften einzuleiten.

Doch stattdessen schraubten die USA in den vergangenen Jahren die Zuwanderungshürden hoch. Dabei ist die Nachfrage vorhanden: Im April 2008 stellten US-Unternehmen 163.000 Anträge auf ein H-1B Visum (qualifizierte Arbeitskräfte und ausländische Studenten mit Abschluss einer US-Universität), von denen nur knapp die Hälfte bewilligt wurde. Die größten und wettbewerbsfähigsten amerikanischen Unternehmen bekommen keine Visa für dringend benötigte Fachkräfte.

Dabei war Zuwanderung schon immer eine der Grundlagen für die Innovationsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft: Wie bei Google, eBay und Yahoo stammt bei mehr als der Hälfte der in den vergangenen 15 Jahren im Silicon Valley gegründeten Firmen mindestens einer der Gründer aus dem Ausland. Nicht nur aufstrebende Staaten wie Indien und China konkurrieren mit den USA um das beste Personal. Auch OECD-Staaten, die von einer noch stärkeren Alterung der Bevölkerung betroffen sind, arbeiten an der Liberalisierung ihrer Einwanderungsgesetze für hoch qualifizierte Zuwanderer. Das Interessante dabei: Vielen Staaten kopieren das US-Modell, beispielsweise die EU mit der Blue Card, einer Abwandlung der amerikanischen Green Card. Hier könnte sich ein erbitterter Wettbewerb um die klügsten Köpfe entwickeln. Für die USA steht nicht weniger als ihre Führungsrolle in der globalen Wirtschaft auf dem Spiel.

 

Literatur / Links

 

Jacob F. Kirkegaard, US-High-Skilled Immigration Policy: A Self-Inflictet Wound, Peterson Institute for International Economics, Juli 2008.

 

Stand: Februar 2009

Artikel als PDF

Der internationale Widerstand gegen das Recht auf Familienplanung

Kapitel 5: Die Rolle der USA auf der internationalen Bühne

 

 


mit Prof. Dr. h. c. mult. Hasso Plattner
"Reiche haben große Beiträge zu leisten"

u.a. zur Stiftungskultur in den USA


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