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von Margret Karsch

 

Im September 2000 verabschiedeten die Vertreter von 189 Mitgliedsstaaten, überwiegend die Staats- und Regierungschefs, die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen. Daraus wurden 2001 acht Millenniums-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, kurz: MDGs) abgeleitet. Diese Ziele - die nicht bloß allgemein formuliert, sondern meßbar und realistisch definiert wurden - sollen bis 2015 erreicht werden:

 

  1. Beseitigung der extremen Armut und des Hungers, mindestens Halbierung des extrem armen und hungernden Bevölkerungsanteils
  2. Verwirklichung der allgemeinen Primarschulbildung
  3. Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Frauen (in der Grundbildung bis 2005, in der höheren Bildung bis 2015
  4. Senkung der Kindersterblichkeitsrate mindestens um zwei Drittel
  5. Verbesserung der Gesundheit von Müttern, Senkung der Müttersterblichkeitsrate mindestens um drei Viertel
  6. Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten, mindestens Stillstand der Ausbreitung der Krankheiten
  7. Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit, unter anderem Konzeption nachhaltiger Politiken und Umkehr der Verluste von Umweltressourcen, mindestens Halbierung des Anteils der Menschen ohne nachhaltigen Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Versorgung
  8. Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft (unter anderem Entwicklung eines offenen und regelgestützten Welthandels und finanzsystems, Berücksichtigung der Bedürfnisse der am wenigsten entwickelten Länder, Sicherstellung der Mittel zur Entwicklungsfinanzierung und Erreichung einer nachhaltigen Schuldentragfähigkeit in den Entwicklungsländern

 

Zwischenstand

 

Die UN Generalversammlung hat sich im September 2005 im Abschlußpapier  des "UN Millennium Review Summit" erneut zu diesen Zielen bekannt und darin  Vorschläge für das weitere Vorgehen unterbreitet.

 

Der 2001 von der deutschen Bundesregierung berufene Rat für nachhaltige Entwicklung betrachtet die laufenden Anstrengungen jedoch nicht als hinreichend, um die Ziele bis 2015 zu erreichen. Angesichts der bestehenden globalen Herausforderungen bedeuteten die Ziele ohnehin nur einen geringen Fortschritt, da wichtige Handlungsfelder ausgespart blieben. Dazu gehörten beispielsweise die Gründe für bewaffnete Konflikte um Ressourcen oder in versagenden Staaten sowie der Zusammenhang zwischen Armut und Umweltzerstörung oder zwischen wachsenden Volkswirtschaften und Umweltzerstörung.

 

Literatur / Links

 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Zwölfter Bericht zur Entwicklungspolitik der Bundesregierung, 2005

Rat für nachhaltige Entwicklung: Welt ohne Nachhaltigkeitspolitik, 2005

http://www.un.org/millenniumgoals/

 


Stand: August 2008

Artikel als PDF

 

 

Afrikas demografische Herausforderung
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