Facebook
Twitter

Wo die meisten Kinder leben
Anzahl der unter 15-Jährigen in absoluten Zahlen, 2010

Auf der ganzen Welt leben heute den Vereinten Nationen zufolge knapp sieben Milliarden Menschen – über 1,8 Milliarden davon sind unter 15 Jahre alt, also Kinder. Seit dem Jahr 2000 stagniert die Zahl der Kinder weltweit, die regionalen Entwicklungen verlaufen jedoch gegensätzlich. Während in Asien und Europa immer weniger Kinder leben, werden es in Afrika immer mehr. Die Zahl der Kinder stieg dort in den letzten zehn Jahren um 69 Millionen. Die überwältigende Mehrheit der Kinder lebt aber weiterhin in Asien: fast 1,1 Milliarden an der Zahl (Vereinte Nationen).

Wo Kinder einen Großteil der Bevölkerung ausmachen
Anzahl der unter 15-Jährigen in Prozent, 2010

Die unter 15-Jährigen stellen 27 Prozent der Weltbevölkerung, jedoch gibt es große regionale Unterschiede. In Afrika ist ihr relativer Anteil an der Bevölkerung am höchsten. In einigen Ländern des Kontinents – etwa in Uganda, Niger und Mali – sind fast die Hälfte der Einwohner Kinder, in ganz Afrika liegt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bei 41 Prozent. In Europa – besonders in Mittel- und Osteuropa – geht der Bevölkerungsanteil der Kinder weiter zurück. In Deutschland ist heute nur noch gut jeder achte Einwohner ein Kind (Vereinte Nationen).

Wo der fünfte Geburtstag keine Selbstverständlichkeit ist
Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, pro 1.000 Kinder unter fünf Jahren, 2010

Während es in Europa und Nordamerika nahezu selbstverständlich ist, dass Kinder ihren fünften Geburtstag feiern können, stirbt in Afrika jedes achte Kind vorher. In einigen Ländern – etwa in Mali, Guinea-Bissau, der Demokratischen Republik Kongo, Afghanistan und im Tschad – sogar jedes fünfte Kind. Bis auf Afghanistan liegen alle Länder mit hoher Kindersterblichkeit in Subsahara-Afrika. Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen verursachen über ein Drittel aller Todesfälle von unter Fünfjährigen in Afrika. Schätzungen zufolge sterben weltweit jährlich rund 850.000 Kinder unter fünf Jahren an Malaria – 90 Prozent von ihnen in Afrika (Vereinte Nationen).

Wo Schulbildung nicht selbstverständlich ist
Anzahl der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, 2008

Im Jahr 2008 besuchten weltweit 67 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule. Im Vergleich zum Jahr 2000 bedeutet das eine deutliche Verbesserung – damals waren es noch 106 Millionen Kinder. Besonders in Süd- und Westasien hat sich die Lage deutlich verbessert. In Indien konnte die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, halbiert werden. Obwohl in Subsahara-Afrika die Einschulungsrate am stärksten wächst – zwischen den Jahren 2000 bis 2008 ist sie um ein Drittel gestiegen – leben hier immer noch 43 Prozent aller Kinder weltweit, die keinen Zugang zur Schulbildung haben. Weitere 27 Prozent entfallen auf Süd- und Westasien. Unterschiede bestehen nicht nur zwischen den Regionen, sondern auch zwischen den Geschlechtern: In nur 53 der 171 Länder, aus denen Daten vorliegen, besuchen Mädchen genauso oft wie Jungen eine Grund- oder weiterführende Schule (Unesco).

Wo Kinderarbeit weit verbreitet ist
Zahl der Kinderarbeiter, 2008

Im Jahr 2008 waren weltweit etwa 306 Millionen der Fünf- bis 17-Jährigen erwerbstätig. Nicht bei allen von ihnen wird dabei von Kinderarbeit gesprochen. So fallen jene, die über zwölf Jahre alt sind und nur einige Stunden in der Woche eine leichte Tätigkeit nachgehen nicht darunter. Ebenfalls schließt Kinderarbeit alle aus, die älter als 15 Jahre sind und keiner gefährlichen Arbeit nachgehen. Trotzdem fallen die meisten der erwerbstätigen Fünf- bis 17-Jährigen unter die Definition der Kinderarbeit – weltweit 215 Millionen Kinder. Zwar lebt die Mehrheit von ihnen in der Asien-Pazifik-Region, den relativ höchsten Anteil an Kinderarbeit hat jedoch Subsahara-Afrika. Hier gehört jedes vierte Kind zur Gruppe der Kinderarbeiter (ILO).

Wo Kinder nicht satt werden
Anteil der untergewichtigen unter Fünfjährigen, 2000 bis 2009

Weltweit leiden 115 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Untergewicht. Ihr Anteil geht zwar insgesamt seit einigen Jahren zurück, entwickelt sich aber in den einzelnen Weltregionen unterschiedlich. In Afrika stagniert der relative Anteil der untergewichtigen Kinder. In den meisten Ländern des Kontinents sind zwischen 25 und 35 Prozent der Kinder untergewichtig. Ihre absolute Anzahl steigt jedoch aufgrund des Bevölkerungswachstums – in den Jahren 1990 bis 2010 von 24 Millionen auf 30 Millionen. Auch in Asien hat sich die Anzahl der untergewichtigen Kinder erhöht – auf 71 Millionen im Jahr 2010. Besonders hoch ist ihr Anteil in Indien, Timor und Bangladesch. Hier ist fast jedes zweite Kind mangelernährt (WHO).

Wo Mädchen weniger erwünscht sind
Anzahl der lebend geborenen Jungen pro lebend geborener Mädchen, 2005 bis 2010

Das natürliche Geburtenverhältnis liegt bei 105 Jungen pro 100 Mädchen. In einigen Ländern – hauptsächlich in Asien – weicht das tatsächliche Verhältnis deutlich davon ab. So wurden in China in den Jahren 2005 bis 2010 auf 100 Mädchen durchschnittlich 120 Jungen geboren. Auch in den Ländern des Südkaukasus kommen deutlich mehr Jungen zur Welt, als es dem natürlichen Geschlechterverhältnis entspricht. In Aserbaidschan und Armenien waren es im vergleichbaren Zeitraum 117 respektive 115 Jungen pro 100 Mädchen. In Georgien wich das beobachtete Geburtenverhältnis nicht ganz so stark vom natürlichen ab, hier waren es 111 Jungen. Ursache für diese Entwicklung ist die selektive Abtreibung weiblichen Nachwuchses. Mädchen gelten in den patriarchalischen und traditionellen Gesellschaften oft weniger als Jungen (Vereinte Nationen).

Literatur / Links

 

International Labour Office (2010): Acceleration against child labour. Genf. www.ilo.org 

Population Reference Bureau (2011): Graphics bank: Children and Youth, www.prb.org

Unesco (2011): EFA Global Monitoring Report 2011. Paris. www.unesco.org

Unicef (2010): Annual Report 2010. New York. www.unicef.org.

Unicef (2011): The State of The World´s Children 2011. Adolescence: An Age of Opportunity. New York. www.unicef.org.

Vereinte Nationen (2011): World Population Prospects, the 2010 Revision. New York. www.un.org

WHO (2011): World Health Statistics 2011. Genf. www.who.int

 

Stand: August 2011

Artikel als PDF

 

 

Pressekonferenz am 29. Juni

Neue Studie: Was tun, wenn das Wachstum schwindet?

Hohes Alter, aber nicht für alle

Wie sich die soziale Spaltung auf die Lebenserwartung auswirkt

Westbalkan: Beschäftigung und Migration

Neues Policy Paper im Auftrag der GIZ

Afrikas demografische Herausforderung
Wie eine junge Bevölkerung Entwicklung ermöglichen kann (2011)

  • Sterblichkeit und Todesursachen
    [...] Die Sterblichkeit des Menschen ist ein unausweichliches Faktum. Im Jahr 2010 starben auf der Welt etwa 56 Millionen Menschen. [...]

  • Welternährung
    Ernährungssicherheit bei rasch wachsender Bevölkerung [...]

  • Armut
    Die Weltbevölkerungsberichte der Vereinten Nationen warnen regelmäßig vor wachsender Armut und fortdauernder Umweltzerstörung im Gefolge eines ungebremsten Wachstums der Bevölkerung [...]

  • Bildung
    Bildung gehört zu den Faktoren, die entscheidend dazu beitragen, dass junge Frauen erst später ihr erstes Kind bekommen. [...]

mit Prof. Dr. Claudia Weinkopf
Universität Duisburg-Essen

"Einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung von Kinderarmut setzen."