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von Iris Hoßmann und Reiner Münz

 

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Verwendete Literatur / Links

 

 

Abhängigkeitsquotient

(auch Gesamtquotient, Lastquotient, engl. total dependency ratio)

Der Abhängigkeitsquotient bezeichnet das Verhältnis der wirtschaftlich abhängigen Altersgruppen (Personen, die noch nicht bzw. nicht mehr im erwerbsfähigen Alter sind) zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. In den Industriestaaten geht man auf Grund der meist längeren Ausbildungszeiten häufig von einem produktiven Alter zwischen 20 und 65 Jahren aus. In weniger entwickelten Ländern ist eher ein produktives Alter von 15 bis 65 Jahren anzunehmen. Eine andere Wahl von Altersgrenzen ist jedoch ebenfalls möglich. Die Gruppen der Jugendlichen bzw. der Senioren können auch einzeln zur produktiven Altersgruppe ins Verhältnis gesetzt werden. Man spricht dann vom Jugend- beziehungsweise Altersabhängigkeitsquotienten. Der Abhängigkeitsquotient gibt an, wie hoch die Belastung einer Volkswirtschaft beziehungsweise der Bevölkerung im produktiven Alter durch die nicht produktive Bevölkerung auf Grund der Altersstruktur ist.


Beispiel:

Im Jahr 2007 lebten in Deutschland 15.900.000 Personen im Alter unter 20 Jahren und 16.500.000 Personen über 65 Jahre. Im erwerbsfähigen Alter waren dagegen 49.800.000 Personen. Der Abhängigkeitsquotient beträgt demzufolge

Das bedeutet, dass 100 Personen im erwerbsfähigen Alter circa 65 Rentner und Kinder zu finanzieren haben. Für das Jahr 2050 prognostiziert das Statistische Bundesamt einen Quotienten von 89.

 

 

Abwanderung

(auch Emigration, engl. emigration)

Abwanderung bezeichnet das Verlassen einer bestimmten geografischen Einheit (Land, Region, Gemeinde), um in einer anderen geografischen Einheit einen dauerhaften oder temporären Wohnsitz zu nehmen. Siehe auch Wanderung

 

 

Abwanderungsrate

(engl. Gross Emigration Rate)

Die Abwanderungsrate ist ein Maß, das die Zahl der Abwanderer (Emigranten) pro Jahr je 1.000 Einwohner einer geografischen Einheit angibt. Die Abwanderungsrate berücksichtigt nicht die im gleichen Zeitraum erfolgten Zuzüge und lässt deshalb keinen Rückschluss auf die Bevölkerungsentwicklung zu. Hierfür ist die Wanderungsrate besser geeignet.


Beispiel:

Im Jahr 2007 verzeichnete Berlin 115.000 Fortzüge bei einer durchschnittlichen Einwohnerzahl von 3.416.000 Einwohnern. Dies entspricht einer Abwanderungsrate von 34 Fortzügen je 1.000 Einwohner. Im gleichen Jahr wanderten jedoch auch 127.000 Personen nach Berlin zu, was in der Abwanderungsrate jedoch nicht zum Ausdruck kommt.

 

 

Agglomeration, Agglomerationsraum

(städtischer Verdichtungsraum)

Der Begriff Agglomerationsraum oder Verdichtungsraum ist eine generelle Bezeichnung für eine gegenüber dem Umland verdichtete Besiedlung, wobei ein bestimmter Wert der Bevölkerungsdichte erreicht werden muss. Es existiert dafür jedoch keine einheitliche Definition. Gewöhnlich wird der Begriff „Agglomeration“ für dicht besiedelte Regionen verwendet, die über die administrativen Grenzen einer einzelnen Stadt hinaus reichen. Eine Agglomeration bzw. Verdichtungsraum kann mehrere große Städte beinhalten (wie etwa das Ruhrgebiet), oder auch nur eine große Stadt, die jedoch über ihre administrativen Grenzen hinaus eine dichte Besiedelung generiert (wie Los Angeles). Die Phänomene Großstadt, Metropole oder Megastadt werden mit dem Begriff „Agglomerationsraum“ häufig bevölkerungsgeografisch besser beschrieben, da administrative Grenzen häufig nicht die tatsächliche Siedlungs- und Verdichtungsstruktur der Region wiedergeben.

 

 

Alter, gebärfähiges


Für demografische Berechnungen wird als „gebärfähiges Alter“ i.d.R. die Zeit zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr einer Frau angenommen. Teilweise wird in den Ländern wo häufiger auch nach dem 45. Lebensjahr noch Kinder geboren werden, der Zeitraum bis zum 49. Lebensjahr einbezogen. Außerhalb dieser Zeitspanne treten kaum noch Geburten auf.

 

 

Alters- und Geschlechterstruktur


Die Alters- oder Geschlechterstruktur einer Population gibt Auskunft über die Anzahl oder den Anteil der männlichen und weiblichen Personen in den Altersgruppen sowie den Anteil einzelner Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung. Sie ergibt sich aus der Summe der demografischen Ereignisse wie Geburten, Sterbefälle und Wanderungen in den vorangegangenen Jahren. Kenntnis der Alters- und Geschlechterstruktur einer Gesellschaft ist wichtig für die Beschreibung und Prognose demografischer Entwicklungen. Siehe auch Bevölkerungspyramide

 

 

Altersabhängigkeitsquotient

(auch Altenlastquotient oder Altenquotient; engl. old age dependency ratio)

Der Altersabhängigkeitsquotient bezeichnet das Verhältnis der in der Regel wirtschaftlich abhängigen „Alten“ einer Population zu 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Siehe auch Abhängigkeitsquotient

Für die nicht mehr erwerbsfähigen Personen wird dabei häufig ein Alter ab 65 Jahren und für die Erwerbstätigen eine Altersklasse von 15 bzw. 20 bis 64 Jahren angenommen. Eine andere Wahl von Altersgrenzen ist jedoch ebenfalls möglich.

Beispiel:

In Deutschland lebten im Jahr 2007 16.500.000 Personen über 65 Jahre. Im erwerbsfähigen Alter waren dagegen 49.800.000 Personen. Der Abhängigkeitsquotient beträgt demzufolge

Das bedeutet, dass 100 Personen im erwerbsfähigen Alter ca. 33 Personen im Pensionsalter zu finanzieren haben. Für das Jahr 2050 prognostiziert das statistische Bundesamt einen Quotienten von 60.

 

 

Alterspyramide


Siehe Bevölkerungspyramide

 

 

altersspezifische Rate


Eine altersspezifische Rate gibt die Häufigkeit von demografischen Ereignissen oder Merkmalen nicht für die Gesamtpopulation, sondern für eine bestimmte Altersgruppe an. (z.B. Fertilitätsrate der Frauen in der Altersgruppe zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr).

 

 

Alterung, demografische


Demografische Alterung tritt bei einem steigenden Anteil der älteren und sinkenden Anteil der jüngeren Bevölkerung auf. Das Medianalter der Population steigt. Ursache dieser Entwicklung kann sinkende Fertilität, steigende Lebenserwartung oder auch die Abwanderung jüngerer Bevölkerungsgruppen sein.

Beispiel:

In Deutschland waren im Jahr 1950 lediglich 15 Prozent der Gesamtbevölkerung älter als 60 Jahre. Im Jahr 2000 betrug dieser Anteil bereits 23 Prozent. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich 40 Prozent der deutschen Bevölkerung älter als 60 Jahre sein.

 

 

Antidiskriminierungsgesetz


Wichtige Grundsätze der deutschen Verfassung sind die Gleichheit vor dem Gesetz und das Verbot von Benachteiligung oder Bevorzugung eines Menschen. Verdeckte Diskriminierung am Arbeitsplatz besteht in Deutschland jedoch nach wie vor. Bei Angehörigen ethnischer Minderheiten fällt die Arbeitssuche trotz gleicher Qualifikationen häufig länger aus. Von der Europäischen Union verabschiedete Richtlinien, die die Mitgliedstaaten bis 2003 in nationales Recht umsetzen sollten, sollen helfen, solche Diskriminierungen abzubauen. Durch die Richtlinien sollen alle Menschen in der EU vor Diskriminierung aus Gründen der ethnischen Herkunft, der Rasse, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung geschützt werden. Die Frist wurde jedoch nicht von allen EU-Ländern, so auch von Deutschland, eingehalten. In Deutschland wurde ein "Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz" im Mai 2006 verabschiedet.

 

 

Asylberechtigte/r


Ein/e Asylberechtigte/r ist eine Person, die ein nach der geltenden staatlichen Gesetzgebung geregeltes Asylverfahren durchlaufen hat und als asylberechtigt anerkannt wurde. Anspruch auf Asyl hat in Deutschland jede Person, die in ihrer Heimat politisch verfolgt wird und aus diesem Grund schwer wiegende Angriffe auf Leben, Gesundheit oder Freiheit zu befürchten hat. Dabei muss die Verfolgung über das Maß hinausgehen, das die Bewohner des Heimatstaates auf Grund des dort herrschenden Systems allgemein hinzunehmen haben. Asylsuchende aus Bürgerkriegsgebieten erhalten deshalb in der Regel kein Asyl, da sich die Verfolgung nicht gezielt gegen sie richtet. Solche Flüchtlinge können lediglich Schutz als Konventionsflüchtling erhalten.

 

 

Babyboom


Der „Babyboom“ bezeichnet einen starken Anstieg der Fertilitätsraten und der absoluten Zahl der Geburten in zahlreichen Ländern unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg. Er trat zuerst in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland auf (1947-1961). Mit Verzögerung fand ein Babyboom auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt (1957-65). Die Ursache des Babybooms wird vor allem im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung nach Ende des Weltkrieges gesehen.

 

 

Bevölkerungsalterung

Bevölkerungsbewegung


Die Bevölkerungsbewegung bezeichnet die Gesamtheit der demografischen Ereignisse (Geburten und Sterbefälle, Zu- und Fortzüge) einer Population in einem Zeitintervall. Dabei werden natürliche Bevölkerungsbewegung sowie räumliche Bevölkerungsbewegung unterschieden. Während die natürliche Bevölkerungsbewegung Geburten und Sterbefälle betrachtet, umfasst die räumlich Bevölkerungsbewegung Zu- und Abwanderungen (Siehe auch Migration). Die Bevölkerungsbewegung wird mathematisch mit Hilfe der Grundgleichung ausgedrückt.

 

 

Bevölkerungsbewegung, natürliche


Die natürliche Bevölkerungsbewegung bezeichnet Anzahl und Verhältnis von Geburten und Sterbefällen in einer Population. Siehe auch Bevölkerungsbewegung

 

 

Bevölkerungsbewegung, räumliche


Die räumliche Bevölkerungsbewegung bezeichnet Anzahl und Verhältnis von Zu- und Abwanderungen in einer Population. Siehe auch Bevölkerungsbewegung

 

 

Bevölkerungsdichte


Die Bevölkerungsdichte gibt die Zahl der Bewohner pro Flächeneinheit an, in der Regel die Zahl der Einwohner pro Quadratkilometer. Für spezielle Berechnungen können bestimmte Teile der Bodenfläche aus der Berechnung ausgeschlossen werden. So werden bei der „physiologischen Bevölkerungsdichte“ eines Staats nur die tatsächlich besiedelten und genutzten Gebiete berücksichtigt.

 

 

Bevölkerungsexplosion


Der Begriff Bevölkerungsexplosion beschreibt ein sehr rasches Bevölkerungswachstum. Der Begriff wird insbesondere im Zusammenhang mit der starken Bevölkerungszunahme in Entwicklungsländern verwendet.

Beispiel:
Liberia hatte im Jahr 1950 eine Gesamtbevölkerung von 824.000 Einwohnern. Bis zum Jahr 2000 stieg die Einwohnerzahl um 276 Prozent auf 3,1 Millionen. Bis 2050 wird ein weiteres Bevölkerungswachstum auf 12,5 Millionen Einwohner erwartet.

 

 

Bevölkerungsoptimum


Mit dem Bevölkerungsoptimum soll eine für die ökologische  und ökonomische Entwicklung einer Region optimale Bevölkerungsgröße bezeichnet werden. Bei einer „Überbevölkerung“ können die Grenzen der Tragfähigkeit einer Region erreicht werden. Es gibt jedoch kein objektives Kriterium ein Bevölkerungsoptimum festzulegen. Es ist weniger die absolute Bevölkerungszahl, sondern vielmehr der Entwicklungsstand und die Art des Ressourcenverbrauchs einer Bevölkerung, welche die Tragfähigkeit eines Gebietes beeinflusst. Andererseits scheint eine bestimmte Mindestgröße der Bevölkerung Anreize für technische und wirtschaftliche Innovationen zu liefern und stellt einen Pool von Arbeitskräften und Konsumenten für die wirtschaftliche Entwicklung bereit, von der zu dünn besiedelte Gebiete nicht profitieren können.

 

 

Bevölkerungspolitik


Gesamtheit aller staatlichen Maßnahmen zur Beeinflussung von Größe, Wachstum und räumlicher Verteilung einer Bevölkerung. Hinsichtlich politischer Maßnahmen, mit denen die natürliche Bevölkerungsbewegung beeinflusst werden soll, unterscheidet man pronatalistische und antinatalistische Bevölkerungspolitik.

 

 

Bevölkerungspolitik, antinatalistische


Antinatalistische Politik bezeichnet die Gesamtheit der Maßnahmen einer Regierung, über eine Begrenzung der Geburtenzahlen das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen. Viele Staaten der Dritten Welt, die in den vergangenen Jahrzehnten eine Bevölkerungsexplosion erlebt haben, betreiben heute eine antinatalistische Politik. Etwa 60 Prozent aller Entwicklungsländer verfügten 2002 über politische Programme, um die Fertilität zu reduzieren. Dies erfolgt im Wesentlichen durch Aufklärung der Bevölkerung über Schwangerschaftsverhütung und Bereitstellung von Kontrazeptiva, aber auch durch materielle Anreize zur Geburtenbeschränkung.

Vereinzelt versuchten Regierungen auch, mit repressiven Mitteln Geburtenzahlen zu reduzieren. So wurden in Indien (1970er Jahre) oder China (1980er Jahre) auch Zwangssterilisationen und Zwangsabtreibungen durchgeführt.

 

 

Bevölkerungspolitik, pronatalistische


Pronatalistische Bevölkerungspolitik bezeichnet politische Maßnahmen einer Regierung, die auf eine Erhöhung der Geburtenzahl und damit auf Bevölkerungswachstum bzw. auf die Verhinderung von Bevölkerungsrückgang ausgerichtet sind. Dies erfolgt meist mit Hilfe von familienpolitischen Maßnahmen wie finanzielle Anreize oder materielle Vergünstigungen, die im Zusammenhang mit der Geburt von Kindern gewährt werden (z.B. in Frankreich). Gelegentlich haben Regierungen auch versucht, mit Hilfe repressiver Maßnahmen einen Geburtenzuwachs zu erreichen, etwa durch das Verbot von Verhütungsmitteln oder von Schwangerschaftsabbrüchen (z.B. in Rumänien in den 1960er Jahren). Die langfristige Wirksamkeit politischer Maßnahmen zur Geburtenförderung gilt als sehr begrenzt. Nachgewiesene langfristige Wirkungen, wenn auch von geringem Ausmaß, zeigen heute lediglich Maßnahmen, die auf eine bessere Vereinbarkeit von Frauenerwerbstätigkeit und Kindererziehung abzielen.

 

 

Bevölkerungsprojektionen

(auch Bevölkerungsvorausschätzungen, Bevölkerungsvorausberechnungen)

Bevölkerungsprojektionen sind demografische Methoden, bei denen, auf Grundlage einer bekannten Alters- und Geschlechterstruktur, mit Hilfe von Annahmen über die zukünftige Entwicklung von Fertilität, Mortalität oder Migration Aussagen über die zukünftige Entwicklung einer Population getroffen werden sollen. Die Berechnungen erfolgen meist mittels einer Kohorten-Komponenten-Methode, wobei die Berechnungen in der Regel für verschieden Szenarien erfolgen, je nachdem ob ein hoher, mittlerer oder niedriger Wert für die betrachteten demografischen Kennziffern angenommen wird.

Beispiel einer Bevölkerungsprojektion für Deutschland, alle Angaben in Millionen Menschen:

Quelle: Statistisches Bundesamt, 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung 2006

Annahmen: Niedriges Szenario (Variante 1W-1): Zuwanderung 100.000 Personen pro Jahr; Hohes Szenario (Variante 1W-2): Zuwanderung 200.000 Personen pro Jahr

 

 

Bevölkerungspyramide


Die Bevölkerungspyramide ist die grafische Darstellung der Alters- und Geschlechterstruktur einer Bevölkerung. Dabei werden in einem Koordinatensystem Altersgruppen als Anzahl oder Anteil in Form eines liegenden Balkens abgebildet und übereinander gestapelt. Von der Mittelachse des Koordinatensystems aus werden dabei links die Anzahl der männlichen und rechts die Anzahl der weiblichen Personen abgetragen.

Daraus ergibt sich, zumindest für traditionelle Gesellschaften mit dauerhaft über der Fertilität liegender Sterblichkeit, eine pyramidenförmige Gestalt: eben die Bevölkerungspyramide. Bei zurückgehender Fertilität kann sich eine „Bevölkerungspyramide“ auch umkehren. Bei einer Überzahl an Personen in älteren Jahrgängen nimmt sie dann eine Urnenform an. Die Bevölkerungspyramide stellt stets eine Momentaufnahme der Alters- und Geschlechterstruktur dar und bezieht sich auf einen Stichtag.

 

 

Bevölkerung, stabile


Eine so genannte stabile Bevölkerung zeigt eine konstante Wachstumsrate und einen konstanten Altersaufbau aufgrund langfristig konstanter Geburten- und Sterberaten. Eine stabile Bevölkerung ist ein theoretisches Konstrukt. Eine reale Population unterliegt längerfristig stets Veränderungen.

 

 

Bevölkerungsstand


Zahl und Zusammensetzung einer Bevölkerung nach Geschlecht, Alter, Familienstand und anderen Merkmalen (z.B. Nationalität, Erwerbsstatus) an einem bestimmten Stichtag. Siehe auch Alters- und Geschlechterstruktur, Vgl. Bevölkerungsbewegung

 

 

Bevölkerungsstruktur


Mit dem Begriff Bevölkerungsstruktur bezeichnet man Anteile oder Verteilung von Bevölkerungsgruppen mit bestimmten Merkmalen innerhalb einer Gesamtpopulation. In der Demografie sind dies am häufigsten die Merkmale Alter und Geschlecht (Alters- und Geschlechterstruktur), es kann jedoch auch von einer Bevölkerungsstruktur nach Erwerbsstatus, Bildungsstand, Einkommen o.ä. gesprochen werden.

 

 

Bevölkerungsverteilung


Streuung der Bevölkerung im Raum nach ihrer absoluten Zahl oder nach ihren Siedlungsplätzen. Während die Bevölkerungsdichte als Relativzahl die „Belastung“ der Fläche durch die auf ihr wohnenden Menschen angibt, steht bei der Bevölkerungsverteilung das Distanzmoment im Mittelpunkt der Betrachtung. Neben einer mehr oder weniger gleichmäßigen Streuung der Bevölkerung in der Fläche (Dispersion) treten verschiedene Formen der Bevölkerungskonzentration auf. Hierbei kommt es zu einer Ballung von Menschen an einem Ort (zentralisiert) oder mehreren Orten (dezentralisiert) der betrachteten Fläche.

 

 

Bevölkerungswachstum, Bevölkerungsrückgang


Veränderung der Bevölkerungsgröße zwischen zwei Stichtagen als Ergebnis der Geburten/ und Sterbefälle sowie der Zu- und Abwanderungen (Migration). Siehe auch Bevölkerungsbewegung

 

 

Bevölkerungswachstum, natürliches


Von natürlichem Bevölkerungswachstum ist die Rede, wenn eine Population einen Überschuss der Geburten über die Sterbefälle aufweist.

 

 

Binnenwanderung


Allgemein sind Binnenwanderungen solche Wanderungsbewegungen, die innerhalb einer betrachteten geografischen (oder politischen) Einheit stattfinden. Häufig versteht man darunter Wanderungen innerhalb eines Staates (im Gegensatz zu internationalen Wanderungen). Wichtige historische Binnenwanderungsvorgänge sind z.B. die Land-Stadt-Wanderung oder die Suburbanisierung.

 

 

Brain drain


Mit Brain drain wird die Abwanderung von Menschen mit hohem Bildungsstand bezeichnet, z.B. in Länder, die besseren sozialen und ökonomischen Möglichkeiten.

 

 

Bruttoreproduktionsrate


Die Bruttoreproduktionsrate gibt an, wie viele Töchter eine Frau der untersuchten Population durchschnittlich in ihrem Leben zur Welt bringen würde, wenn die altersspezifischen Fertilitätsziffern eines gegebenen Jahres als konstant angenommen werden. Die Bruttoreproduktionsrate ist demzufolge die auf die Zahl der Töchter beschränkte Gesamtfruchtbarkeitsrate. Siehe auch Nettoreproduktionsrate, Gesamtfruchtbarkeitsrate.

 


DALY


DALY ist die Abkürzung für Disease-Adjusted Life Years. Mit DALY soll nicht nur die Sterblichkeit sondern auch die Beeinträchtigung des normalen, beschwerdefreien Lebens durch eine Krankheit erfasst werden. Die Zahl der verlorenen Lebensjahre durch vorzeitigen Tod (verlorene Lebensjahre) wird mit dem Verlust an Lebenszeit durch Behinderung bzw. Erkrankung kombiniert. Dabei gehen Erkrankungs- bzw. Behinderungsjahre als „verlorene Lebensjahre“ prozentual je nach Grad der Beeinträchtigung in die Berechnung ein.

 

 

Demografie


Die Demografie, auch Bevölkerungswissenschaft, vereinigt Elemente von Soziologie, Geographie, Medizin und Ökonomie. Sie beinhaltet die wissenschaftliche Untersuchung menschlicher Populationen, analysiert Größe, Zusammensetzung, Verteilungen, Dichte, Wachstum und andere Eigenschaften von Populationen sowie ihre Veränderungen und betrachtet deren Ursachen und Folgen.

 

 

Demografischer Übergang

(auch demografische Transformation, demografische Transition, engl. demographic transition)

  1. Vormoderne Gesellschaften: Die Geburtenhäufigkeit ist, aufgrund der Abwesenheit von Geburtenplanung hoch. Gleichzeitig liegt jedoch auch die Sterblichkeit durch Verletzungen und Krankheiten auf einem hohen Niveau. Die Lebenserwartung ist gering. Bevölkerungswachstum findet deshalb in dieser Phase kaum statt.

  2. Sich entwickelnde Gesellschaften: Durch Fortschritte bei der Nahrungsproduktion und –verteilung, die Verbesserung der Lebensbedingungen, später auch durch medizinischen und hygienischen Fortschritt, sinkt die Sterblichkeit, insbesondere die Kindersterblichkeit, deutlich und die Lebenserwartung steigt. Die Fertilität bleibt jedoch zunächst hoch. Dadurch entsteht ein erheblicher Geburtenüberschuss in der Population, der zu einem raschen Bevölkerungswachstum führt.

  3. Entwickelte Gesellschaften: Veränderte gesellschaftliche Bedingungen (Übergang von agrarischer zu industrieller Produktion, Alterssicherungssysteme) kompensieren die sozio-ökonomische Notwendigkeit hoher Kinderzahlen. Die Fertilität geht allmählich zurück und erreicht schließlich das bereits niedrige Niveau der Mortalität. Die Bevölkerungszahl ist schließlich wieder weitgehend stabil.

  4. Postmoderne Gesellschaften: Die Fertilität geht noch weiter zurück und sinkt dauerhaft unter das Reproduktionsniveau. Die Bevölkerung altert und schrumpft.

 

 

Demografischer Wandel


Der Begriff bezeichnet die Veränderung der Zusammensetzung der Bevölkerungsstruktur.

Er hat zunächst keine wertende Funktion, sondern dient ausschließlich der Beschreibung der Zusammensetzung der Altersstruktur einer Gesellschaft. Demografischer Wandel wird von den Faktoren Geburtenrate, Lebenserwartung und Wanderungssaldo beeinflusst. Eine Veränderung der Bevölkerungsstruktur ergibt sich aus der Summe der drei Faktoren. Aktuell verändern eine zunehmend älter werdende Bevölkerung Alterung, demografische, sinkende Fertilitätsraten und Wanderungsbewegungen (häufig von Nord-Süd- und Ost-West) Städte und Gemeinden. Aufgabe der Politik ist es auf diesen Wandel zu reagieren Raumordnung.

 

 

Demografisches Momentum


Der Begriff demografisches Momentum oder auch Trägheitseffekt bezeichnet die Eigenschaft von Populationen, die Tendenz von Bevölkerungswachstum oder -rückgang auch noch nach Eintritt des Ersatzniveaus beizubehalten.

Eine Bevölkerung, deren Fertilität auf das Ersatzniveau oder bereits darunter gesunken ist, kann noch mehrere Jahrzehnte weiter wachsen, da hohe Fertilitätsraten in der Vergangenheit zu einer starken Besetzung der jungen Altersgruppen geführt haben, die nun ins fertile Alter eintreten (Beispiel: China). Ebenso ist ein negatives Momentum denkbar: Würde Deutschland im Jahr 2000 das Ersatzniveau der Fertilität erreichen und weitere 100 Jahre halten können, so nähme die Bevölkerungszahl trotzdem weitere 70 Jahre ab. Dies liegt an der geringen Besetzung derjenigen Altersklassen, welche die zukünftige Elterngeneration darstellen.

 

 

Durchschnittsalter


Das Durchschnittsalter einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt ist das arithmetische Mittel des Alters aller Personen dieser Population. Siehe auch Medianalter

Beispiel:

Im Jahr 2006 betrug das Durchschnittsalter in Deutschland insgesamt 42 Jahre. In einzelnen Berufsgruppen ist das Durchschnittsalter noch höher - deutsche Lehrer an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen waren im Schuljahr 2005/06 durchschnittlich 48 Jahre alt. Ihr Durchschnittsalter war damit um zwei Jahre höher als im Schuljahr 1995/96.

 

 

Ehescheidungsziffer

Siehe Scheidungsrate

 

 

Eheschließungsziffer

Siehe Heiratsrate

 

 

Einwohnerregister

(auch Bevölkerungsregister)

Einwohnerregister sind staatliche demografische und sozioökonomische Datensammlungen für die gesamte oder für Teile der Bevölkerung, die ständig aktualisiert werden. In Ländern wie Dänemark, Schweden und Israel gibt es umfassende Register für die Gesamtbevölkerung mit aktuellen Angaben der wichtigen Ereignisse (Geburt, Heirat, Umzug, Tod) für alle Einwohner. In anderen Ländern gibt es Teilregister, so z.B. Sozialversicherungs- und Wählerregister in den USA und das Ausländerzentralregister in Deutschland. In Österreich befindet sich ein Einwohnerregister im Aufbau. Länder mit Gesamtregistern haben die Möglichkeit, auf eine allgemeine Volkszählung mittels Bevölkerungsbefragung zu verzichten. Daten zur Bevölkerung können direkt aus dem Gesamtregister entnommen werden. Somit wird aus einer Volkszählung eine Registerzählung.

 

 

Epidemiologie


Die Epidemiologie ist eine Wissenschaftsdisziplin, die sich mit der Verbreitung und dem Verlauf von Krankheiten und deren verursachenden Faktoren in der Bevölkerung befasst. Während sie ursprünglich ihren Schwerpunkt in der Untersuchung der Ausbreitung infektiöser Erkrankungen und deren Bekämpfung hatte, hat sich heute, zumindest in den Industriestaaten, eine Verlagerung hin zu den Ursachen (Ätiologie) chronischer Erkrankungen ergeben.

 

 

Epidemiologische Transformation


Der Begriff der epidemiologischen Transformation bezeichnet die Veränderung der menschlichen Todesursachenstruktur im historischen Verlauf. Herrschten in der vorindustriellen Bevölkerung parasitäre und infektiöse Erkrankungen als Todesursachen vor, konnten solche Erkrankungen durch Verbesserung der Ernährungs- und Lebensbedingungen, sowie durch medizinischen Fortschritt immer mehr zurückgedrängt werden. Haupttodesursachen werden nun mehr und mehr degenerative Erkrankungen, vor allem Herzkrankheiten und Krebs. Viele Entwicklungsländer haben den Prozess der epidemiologischen Transformation noch nicht vollzogen. Deshalb unterscheidet sich die Todesursachenstruktur zwischen Erster und Dritter Welt deutlich. Der epidemiologische Übergang ist jedoch nicht irreversibel. Durch neue Epidemien (wie AIDS) oder gesellschaftlichen Niedergang (wie in Staaten der ehemaligen Sowjetunion) kann die Sterblichkeit durch infektiöse Krankheiten wieder ansteigen.

 

 

Ereignis, demografisches


Als demografische Ereignisse bezeichnet man jene Prozesse der Mikroebene, die zur Veränderung der Bevölkerungsstruktur beitragen. In erster Linie sind dies Geburten, Sterbefälle und Wanderungen, jedoch werden auch Familienstandsänderungen (Eheschließungen, Scheidungen, Verwitwungen) als demografische Ereignisse aufgefasst.

 

 

Ereignismaße


Siehe Maße, demografische

 

 

Ersatzniveau


Das Ersatzniveau bezeichnet die durchschnittlich notwendige Kinderzahl pro Paar bzw. pro Frau in einer Population, die zum Ersatz der gesamten Elterngeneration führt und damit dafür sorgt, dass die Populationsgröße dauerhaft stabil bleibt. In entwickelten Gesellschaften mit niedriger Kindersterblichkeit müssen dazu durchschnittlich 2,1 Kinder je Frau geboren werden.

 

 

Erstheiratsrate, altersspezifische

(auch Erstheiratsziffer, engl. Age-Specific Nuptiality Rate)

Altersspezifische Erstheiratsraten geben an, welcher Anteil von Personen einer bestimmten Altersklasse im betrachteten Jahr eine Ehe geschlossen hat.

 

 

Erstheiratsrate, zusammengefasste

(auch zusammengefasste Erstheiratsziffer, allgemeine Erstheiratsziffer, engl. Completed Nup-tiality Rate)

Zusammengefasste Erstheiratsraten stellen die Summe aller altersspezifischen Erstheiratsra-ten dar. Sie können entweder für eine bestimmte Geburtskohorte oder für ein bestimmtes Ka-lenderjahr ermittelt werden. Kohortenbezogene zusammengefasste Erstheiratsraten geben an, wie hoch in der betrachteten Geburtskohorte der Anteil derjenigen Personen ist, die bis zum Alter von 50 Jahren mindestens ein Mal geheiratet haben. Dieser Wert kann im Prinzip nur ex post bestimmt werden, also wenn die betrachtete Kohorte das 50.Lebensjahr erreicht hat. Eine jahresspezifische zusammengefasste Erstheiratsrate fasst die Erstheiratsraten aller Al-tersgruppen in einem bestimmten Kalenderjahr zusammen. Dies ist einfach zu berechnen, un-terliegt jedoch starken Einflüssen temporärer Veränderungen der Heiratsneigung und der Ver-änderung des durchschnittlichen Heiratsalters.

 

 

Ethnie, ethnische Gruppe


Eine Ethnie stellt eine familienübergreifende Gruppe von Personen dar, die sich selbst eine kollektive Identität zuschreibt. Als Identifikationsmerkmale können sowohl kulturelle (Sprache, Kultur, Geschichte, Traditionen) herangezogen werden, als auch physische Merkmale. Die Abgrenzung von Ethnien beruht auf einer Definition, die von ihren Mitgliedern selbst stammt und in einer Dichotomie von „wir-andere“ verankert ist. Ethnische Gruppen, die als Minderheiten wahrgenommen werden, sind sich oft bewusst, dass ihre Herkunft, Kultur, Sprache oder Religion und damit auch ihre Verhaltensweisen sie von anderen unterscheiden.

 

 

Expositionsrate


Bei einer Expositionsrate wird eine Anzahl demografischer Ereignisse auf diejenige Teilpopulation bezogen, die in dem zu untersuchenden Zeitintervall auch tatsächlich dem Risiko unterlagen, das Ereignis zu erfahren. So ist beispielsweise die Erstheiratsrate Lediger die Anzahl der Eheschließungen je 1000 ledige Personen in einem Zeitintervall. Bei Nichtexpositionsraten sind dagegen nicht alle Mitglieder der Bezugspopulation dem Risiko des untersuchten Ereignisses ausgesetzt. (So bezieht etwa die rohe Geburtenrate die Anzahl der Geburten auf die Gesamtbevölkerung, obwohl Männer, Kinder und Alte nicht dem Risiko einer Geburt unterliegen)

 

 

Familie


Der Begriff Familie ist, ungeachtet seiner alltagssprachlichen Verbreitung, nicht einheitlich definiert. Er kann sowohl als rechtliche (im Sinne der gemeinsamen Wohnung und Wirtschaftsführung) als auch als sozio-biologische Einheit (im Sinne der Abstammung oder Fürsorge) definiert werden. In der Soziologie wird häufig nur eine Gruppe von mindestens zwei Personen, die zueinander in einer Generationenbeziehung stehen, als Familie aufgefasst. Das Vorhandensein einer Eltern-Kind-Beziehung ist hier das konstituierende Element (während Lebenspartnerschaften ohne Kinder als Paar- oder Zweierbeziehung aufgefasst werden). Rechtlich und politisch wird jedoch auch das Kriterium der Verheiratung oder der Lebenspartnerschaft (auch ohne Kinder) als Familie begründend angesehen. Bevölkerungsstatistisch werden, anders als familiensoziologisch, immer nur in einem Haushalt zusammenlebenden Personen als Familie verstanden. Laut dem Mikrozensus zählen zu einer Familie alle Eltern-Kind-Gemeinschaften, d.h. Ehepaare, nichteheliche Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Mütter und Väter. Neben den leiblichen ledigen Kindern werden auch ledige Stief-, Pflege- und Adoptionskinder miteinbezogen.

 

 

Familienplanung


Bewusste Maßnahmen von Paaren, um die Zahl und den zeitlichen Abstand ihrer Kinder durch künstliche oder natürliche Empfängnisverhütung zu beeinflussen. Familienplanung beinhaltet nicht nur die Kontrolle der Empfängnis, um Schwangerschaften zu verhindern, sondern auch bewusste Maßnahmen, um eine Schwangerschaft herbeizuführen. Vgl. antinatalistische Politik, pronatalistische Politik.

 

 

Fertilität

(auch Fruchtbarkeit, engl. fertility)

Im biologischen Sinn wird bereits die potenzielle Fähigkeit, sich fortzupflanzen, als Fertilität aufgefasst (auch Fekundität, Fortpflanzungsfähigkeit). Demgegenüber bezeichnet der Begriff Fertilität in der Demografie nur die tatsächlich realisierten Geburten (Geburtenhäufigkeit) einer Einzelperson, eines Paares, einer Gruppe oder einer gesamten Bevölkerung. Als demografische Maße für Fertilität werden allgemeine und altersspezifische Fertilitätsraten sowie die Gesamtfertilitätsrate berechnet.

 

 

Flüchtling


Ein Flüchtling ist nach der Genfer Flüchtlingskonvention eine Person, die aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will.

 

 

Fertilitätsrate, allgemeine

(auch Fruchtbarkeitsziffer, allgemeine, engl. general fertility rate)


Die allgemeine Fertilitätsrate gibt die Zahl der lebend geborenen Kinder je 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 45 Jahren (manchmal zwischen 15 und 49 Jahren) an. Die Berechnung erfolgt unabhängig vom Familienstand der Frauen bzw. der Legitimität der Kinder.

Fertilitätsrate, altersspezifische

(auch Fruchtbarkeitsziffer, alterspezifische, engl. age-specific fertility rate)

Die altersspezifische Fertilitätsrate bezeichnet die Zahl der von Frauen eines bestimmten Alters (z.B. Frauen im Alter von 25 oder 30 Jahren) lebend geborenen Kinder bezogen auf 1000 Frauen in der betreffenden Altersgruppe.

Im Jahr 2008 wurden in Deutschland von 1.000 30-Jährigen Frauen 97 Kinder lebend geboren.

 

 

Fertilitätsrate, eheliche

(auch Fruchtbarkeitsziffer, eheliche)

Die eheliche Fertilitätsrate bezeichnet die Zahl der ehelichen Geburten pro Jahr je 1.000 verheirateter Frauen zwischen 15 und 45 Jahren bzw. 15 und 49 Jahren.

Beispiel:

Lebendgeborene in Deutschland 2007: 685.000, Zahl der Frauen in der Altersgruppe 15 bis unter 45 Jahre: 16.007.000

 

 

Geburtenbilanz

Beschreibt die Differenz der Zahl der Lebendgeborenen (Fertilitätsrate, allgemeine) und der Zahl der Sterbefälle (Sterberate, rohe) in einem bestimmten Zeitraum. Bei einer positiven Differenz liegt ein Geburtenüberschuss, bei einer negativen Differenz ein Geburtendefizit vor.

 

 

Geburtenrate, rohe

(auch Geburtenziffer, rohe; Geburtenziffer, allgemeine, engl. crude birth rate)

Die rohe Geburtenrate bezeichnet die Zahl der lebendgeborenen Kinder pro Jahr je 1000 Einwohner eines Gebietes. Anders als Fertilitätsraten werden also hier die Geburten nicht nur auf Frauen im gebärfähigen Altern, sondern auf die Gesamtpopulation bezogen. Altersstruktureffekte können sich so in rohen Geburtenraten deutlich bemerkbar machen.

Beispiel:

Geburten in Deutschland 2007: 684.900, Durchschnittsbevölkerung: 82.218.000

Im Jahr 2007 wurden in Deutschland je 1.000 Einwohner 8,3 Kinder lebend geboren. In der Türkei waren dies im Jahr 2007 19,4 und in Norwegen 12,4 Kinder je 1.000 Einwohner.

 

 

Generation


Unter einer Generation wird allgemein eine Gruppe gleichzeitig geborener und aufgewachsener Individuen bezeichnet Kohorte. Dabei wird jedoch nicht auf einzelne Geburtsjahrgänge, sondern, im soziologischen Sprachgebrauch, historische Ereignisse oder Situationen Bezug genommen, die eine ganze Reihe von Geburtsjahrgängen geprägt haben. So bezeichnet man die zwischen 1939 und 1945 Geborenen als „Kriegskinder-Generation“ oder die Jahrgänge 1950 bis 1960 als „Wirtschaftswunder-Generation“.

 

 

Generationenvertrag


Der Generationenvertrag bezeichnet das Grundprinzip der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Demnach finanzieren jeweils die Berufstätigen durch ihre Rentenbeiträge die auszuzahlenden Renten. Durch die Beitragszahlungen wird  Anspruch darauf erhoben im Alter selbst eine Rente zu erhalten. Diese wird dann wiederum aus den Beiträgen der kommenden Generation gezahlt. Auf Grund des demografischen Wandels in Deutschland, wonach der Anteil der älteren Bevölkerung gegenüber Jüngeren zunimmt, wird das Verhältnis zwischen Einzahlungen und Auszahlungen nicht mehr ausgeglichen sein. Zusätzliche private Altersvorsorgen werden auf Dauer unumgänglich.

 

 

Generatives Verhalten


Als generatives Verhalten bzw. Handeln wird das demografisch relevante menschliche Verhalten aufgefasst, welches die Fortpflanzung betrifft, so z.B. Zeitpunkt und Häufigkeit sexueller Kontakte, Schwangerschaftsverhütung, Geburten, Abtreibungen u.ä. Die Zahl der Kinder eines Paares ist auf dessen generatives Verhalten zurückzuführen.

 

 

Gesamtfertilitätsrate

(auch Gesamtfruchtbarkeitsrate, zusammengefasste Geburtenziffer, Periodenfertilität, engl. total fertility rate, TFR)

Die Gesamtfertilitätsrate gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich bekommen würde, wenn die für den gegebenen Zeitpunkt maßgeblichen altersspezifischen Fruchtbarkeitsverhältnisse der betrachteten Population als konstant angenommen werden.

Die Gesamtfertilitätsrate errechnet sich als Summe der altersspezifischen Fertilitätsraten. Sie fasst die Fertilität aller Frauen in einem Bezugszeitraum (Zeitintervall t0, t1) zusammen.

Beispiel:

Veränderung der Gesamtfertilitätsrate 1950-2006

 

 

 

Großstadt


Als Großstädte werden Städte ab einer Einwohnerzahl von 100.000 Einwohnern bezeichnet. Da die Abgrenzung einer Großstadt zu ihrem Umland oft schwierig ist und die administrativen Stadtgrenzen keineswegs eine Siedlungsgrenze darstellen, spricht die Bevölkerungsgeographie auch von städtischen Agglomerations- oder Verdichtungsräumen.

 

 

Grundgleichung, demografische

(auch demografische Komponentengleichung)

Demografische Grundformel für die Veränderung einer Bevölkerungsgröße in einem Zeitintervall. Dabei wird sowohl die natürliche Bevölkerungsbewegung (Geburten und Sterbefälle) als auch die räumliche Bevölkerungsbewegung (Zu- und Wegzüge) berücksichtigt.

Beispiel:

Deutschland 2007; Bevölkerung Ende 2006: 82.314.900, Bevölkerungsbewegung im Jahr 2007: Lebendgeborene: 684.900; Gestorbene: 827.200; Zuzüge: 680.800; Fortzüge: 636.900

Grundgleichung:

Nach der Grundgleichung lebten Ende 2007 ungefähr 82,2 Millionen Menschen in Deutschland.

 

 

Heiratsrate der heiratsfähigen Personen


Die Heiratsrate heiratsfähiger Personen bezieht, im Gegensatz zur rohen oder allgemeinen Heiratsrate, nicht nur das Alter, sondern auch den Familienstand der Personen mit ein. Sie gibt die Anzahl der Eheschließungen auf 1000 ledige Personen im Alter über 15 Jahre an.

 

 

Heiratsrate, allgemeine

(Eheschließungsziffer, allgemeine, engl. nuptiality rate)

Die allgemeine Heiratsrate gibt die Anzahl der Eheschließungen auf 1.000 Personen einer Population im Alter über 15 Jahre an. Im Gegensatz zur rohen Heiratsrate werden also der nichtheiratsfähige jugendliche Bevölkerungsteil aus der Berechnung ausgeschlossen. Die allgemeine Heiratsrate wird häufig für Männer und Frauen getrennt berechnet.

 

 

Heiratsrate, rohe

(Eheschließungsziffer, rohe, engl. crude nuptiality rate)

Die rohe Heiratsrate gibt die Anzahl der Eheschließungen auf 1.000 Personen einer Population innerhalb eines bestimmten Jahres an. Nachteil dieser Maßzahl: in die Berechnung gehen auch Personen ein, die im betrachteten Zeitraum gar keine Ehe schließen können (wie Minderjährige). Die rohe Heiratsrate ist somit stark altersstrukturabhängig.

Beispiel:

Deutschland 2007, Anzahl der Eheschließungen: 368.900, Durchschnittsbevölkerung 2007: 82.217.800

Pro 1.000 Personen wurden 2007 in Deutschland 4,5 Ehen geschlossen.

Deutschland: Eheschließungen je 1.000 Einwohner, 1950-2007

 

 

Heiratsverhalten

(auch Nuptialität)

Das Heiratsverhalten umfasst Häufigkeit und die Merkmale von Eheschließungen und Scheidungen in einer Bevölkerung. Das Heiratsverhalten kann z.B. mit Kennziffern wie Heiratsraten, altersspezifischen oder zusammengefassten Erstheiratsraten oder dem durchschnittlichen Heiratsalter untersucht werden.

 

 

Hyperurbanisierung


Hyperurbanisierung bezeichnet das Phänomen der Unausgewogenheit zwischen dem Verstädterungsprozess einer Region (meist einzelner Staaten) und deren wirtschaftlicher bzw. industrieller Entwicklung. Vor allem in Entwicklungsländern verursacht die Land-Stadt-Wanderung und das natürliche Bevölkerungswachstum in den Städten ein rapides urbanes Wachstum. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt aber nicht entsprechend an.

Hyperurbanisierte Staaten sind z. B. Belgien und Italien unter den Industrieländern, Uruguay und Venezuela unter den Schwellenländern und Nicaragua und Sierra Leone unter den Entwicklungsländern.

 

 

Immigration


Siehe Zuwanderung

 

 

Integration


Der Begriff kann je nach Kontext einen unterschiedlichen Bedeutungsgehalt haben. Die offizielle Definition der Bundesregierung lautet: „Integration ist ein langfristiger Prozess. Sein Ziel ist es, alle Menschen, die dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland leben, in die Gesellschaft einzubeziehen. Zuwanderern soll eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht werden. Sie stehen dafür in der Pflicht, Deutsch zu lernen sowie die Verfassung und die Gesetze zu kennen, zu respektieren und zu befolgen.“ Integrationspolitik meint Maßnahmen, die die Integration von Personen mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft und ihre Teilsysteme wie Schule und Arbeitsmarkt so weit wie möglich fördert.

 

 

Inzidenz


Als Inzidenz werden die in einer Population in einem definierten Zeitraum neu aufgetretenen Fälle einer bestimmten Erkrankung bezeichnet.

 

 

Inzidenzrate


Die Inzidenzrate gibt die Anzahl der Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum je 100.000 Personen einer Population an.

 

 

Jugendabhängigkeitsquotient

(auch Jugendlastquotient, engl. youth dependency ratio)

Der Jugendabhängigkeitsquotient bezeichnet das Verhältnis der wirtschaftlich abhängigen Jugendlichen einer Population zu 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Siehe auch Abhängigkeitsquotient

Für die noch nicht erwerbstätigen Personen wird dabei häufig ein Alter von 0 bis 19 Jahren und für die Erwerbstätigen eine Altersklasse von 20 bis 64 Jahren angenommen. Eine andere Wahl von Altersgrenzen ist jedoch ebenfalls möglich. Auf Grund der demografischen Veränderungen in Deutschland ist davon auszugehen, dass der Jugendabhängigkeitsquotient in den kommenden Jahren zurückgehen wird.

Beispiel:

In Deutschland lebten im Jahr 2007 15.924.700 Personen im Alter unter 20 Jahre. Im erwerbsfähigen Alter waren dagegen 49.774.400 Personen. Der Abhängigkeitsquotient beträgt demzufolge:

Das bedeutet, dass 100 Personen im erwerbsfähigen Alterrund 32 Jugendliche zu versorgen haben. Für das Jahr 2050 prognostiziert das statistische Bundesamt einen Quotienten von 29.

 

 

Kinder-Frauen-Proportion

(engl. Child-Women-Ratio)

Zahl der Kinder unter fünf Jahren je 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter. Sie kann als Ersatz für exakte Fertilitätsdaten herangezogen werden, wenn diese nicht verfügbar sind.

Beispiel:

2007 gab es in Deutschland 216 Kinder unter 5 Jahren je 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter.

 

 

Kindersterblichkeitsrate


Anteil der Kinder, die ihr fünftes Lebensjahr nicht erreicht haben, bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.

Den Anteil der Kinder, die während ihrem ersten Lebensjahr sterben, bezogen auf 1.000 Lebendgeborene, bezeichnet man als Säuglingssterberate.

 

 

Kinderzahl, endgültige

Die endgültige Kinderzahl gibt die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau an, die bis zum Ende des gebärfähigen Alters einer Kohorte tatsächlich geboren wurden. Im Gegensatz zur Gesamtfertilitätsrate, in der die durchschnittliche Kinderzahl je Frau aufgrund der gegenwärtigen altersspezifischen Geburtenraten ermittelt wird, kann die endgültige Kinderzahl erst nach Ablauf der fertilen Lebensphase einer Frauenkohorte ermittelt werden.

Beispiel:

Deutschland: Lebendgeborene pro Frau der nachfolgend genannten Geburtsjahrgänge

 

 

Kohorte


Unter einer Kohorte versteht man demografisch eine Personengruppe mit einem gemeinsamen zeitbezogenen Charakteristikum, am häufigsten das Geburtsjahr. Beispielweise bilden alle Personen, die im gleichen Jahr geboren wurden, eine Geburts- oder Alterskohorte. Man kann jedoch auch andere zeitliche Gemeinsamkeiten, wie das Jahr der Heirat oder das Jahr des Berufseinstiegs für die Kohortendefinition zugrunde legen. Man spricht dann entsprechend von Heirats- bzw. Berufseintrittskohorten.

 

 

Kohortenanalyse


Unter Kohortenanalyse versteht man die Beobachtung des demografischen Verhaltens einer Kohorte über das gesamte Leben oder einen längeren Zeitraum hinweg, also im Längsschnitt. Ein Beispiel dafür wäre die Analyse des generativen Verhaltens aller Personen, die zwischen 1940 und 1945 geboren wurden, während ihres fertilen Lebensabschnitts. Kohortenanalysen können nur retrospektiv durchgeführt werden, d.h. nachdem die Kohorte den zu untersuchenden Zeitraum vollständig durchlaufen hat. Deshalb wird in der Demografie häufig versucht, von Querschnittsmaßen auf Kohortenmaße zu schließen.

 

 

Kohortenfertilität


Misst im Gegensatz zur Gesamtfertilitätsrate (auch Periodenfertilität) die Anzahl der tatsächlich geborenen Kinder pro Frau eines Geburtsjahrgangs (auch Kohorte). Dieses Maß ist weniger großen Schwankungen unterworfen als die Gesamtfertilitätsrate, kann jedoch erst rückwirkend bestimmt werden, wenn die reproduktive Phase eines Jahrgangs abgeschlossen ist.

 

 

Kohortenmaße


Kennziffern, die aus einer Kohortenanalyse hervorgehen.

 

 

Kohorten-Komponenten-Methode


Ein Großteil der Bevölkerungsprojektionen beruht auf der Kohorten-Komponenten-Methode. Um Annahmen zu der künftigen Geburten- und Sterbeentwicklung sowie der Zu- und Fortzüge treffen zu können, wird die frühere Entwicklung der genannten Komponenten fortgeschrieben. Zusätzlich werden bestimmende Faktoren wie eine steigende Lebenserwartung in den Berechnungen berücksichtigt und Hypothesen über die aus heutiger Sicht wahrscheinlichen sozialen und politischen Veränderungen gemacht.

 

 

Kontingentflüchtling


Die Gewährung eines Status als Kontingentflüchtling ist ein staatliches Instrument um auf aktuelle Massenfluchtbewegungen reagieren zu können, in denen schnell gehandelt werden muss oder die Möglichkeit fehlt, Asylverfahren durchzuführen. In diesem Fall entscheidet jeder Staat souverän über Umfang, Zusammensetzung und Rechtsstatus, also über ein „Kontingent“ der Aufzunehmenden.

 

 

Konventionsflüchtling


Konventionsflüchtlinge sind Flüchtlinge, deren Aufenthalt in einem Land unter dem Schutz der „Genfer Flüchtlingskonvention“ steht. In diesem völkerrechtlichen Vertrag aus dem Jahr 1951 verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, Zuwanderer nicht in Länder auszuweisen, in dem ihr Leben oder ihre Freiheit gefährdet wäre. Der Begriff wird zur Abgrenzung von anderen Rechtsstatus wie Kontingentflüchtling oder Asylberechtigter verwendet. Der Status des Konventionsflüchtlings ist nicht gleichbedeutend mit dem eines anerkannten Asylberechtigten. Um diesen zu erlangen, müssen nationalstaatlich unterschiedlich geregelte Asylverfahren erfolgreich durchlaufen werden.

 

 

Längsschnittanalyse


Längsschnittanalysen untersuchen die Veränderung von Variablen bei ein und derselben Population im Zeitverlauf. Die Ausprägung einer Variablen muss dazu zu mehreren Zeitpunkten erhoben werden. Siehe auch Kohortenanalyse

 

 

Längsschnittmaße


Kennziffern, die aus einer Längsschnittanalyse hervorgehen

 

 

Lebendgeborene


Lebendgeborene sind Kinder, bei denen nach der Trennung vom Mutterleib entweder das Herz geschlagen oder die Nabelschnur pulsiert oder die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat. Das Geburtsgewicht muss eine bestimmte Grenze überschreiten (in Deutschland seit 1994 mindestens 500 Gramm). Geborene, deren Geburtsgewicht unter der Mindestgrenze liegt, gelten als Fehlgeburten und erscheinen nicht in der Geburtenstatistik.

 

 

Lebenserwartung


Die Lebenserwartung bezeichnet die durchschnittliche Zahl der zu erwartenden Lebensjahre einer Person unter der Annahme, dass die gegenwärtigen altersspezifischen Sterbeziffern konstant bleiben. Die Lebenserwartung wird entweder für die Neugeborenen (Lebenserwartung bei Geburt) oder für ein bestimmtes Alter (fernere Lebenserwartung, die Zahl noch zu erwartender Lebensjahre) angegeben. Siehe auch Sterbetafel.

Beispiel:

Deutschland1): Lebenserwartung Neugeborener (in Jahren)

1) bis 1990 nur früheres Bundesgebiet = Westdeutschland

 

 

Lebensgemeinschaft, nichteheliche


In Deutschland wird unter einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft eine Haushaltsgemeinschaft von zwei unverheiratet zusammenlebenden Personen verschiedenen Geschlechts oder gleichen Geschlechts mit einem Mindestalter von 18 Jahren verstanden. In diesem Haushalt können noch ledige, gemeinsame Kinder oder ledige Kinder des einen oder anderen Partners vorhanden sein.

 

 

Letalitätsziffer


Anteil der erkrankten Personen, die in einem bestimmten Zeitraum an einer bestimmten Krankheit sterben.

 

 

Maße, demografische


Demografische Maße sind Zahlenangaben über die Ausprägung bestimmter demografischer Variablen in einer Population. Dabei kann man in Struktur- und Ereignismaße unterscheiden. Während in Strukturmaße die Zahl der Personen mit bestimmten demografischen Eigenschaften eingeht (z.B. Bevölkerung über 65 Jahre, Zahl der Verheirateten) nehmen Ereignismaße auf demografisch relevante Ereignisse Bezug (z.B. Eheschließungen im Jahr x, Geburten im Jahr x). Struktur- und Ereignismaße können als absolute und als relative Maße angegeben werden. Absolute Maße geben die absolute Zahl von Merkmalsträgern oder Ereignissen in einer Population an (z.B. Zahl der Geborenen). Relative Maße beziehen diese Absolutzahlen in Form von Raten oder Quoten auf die Gesamtpopulation oder auf eine Teilpopulation (z.B. Anzahl der Geborenen pro 1000 Einwohner, Anteil der Verheirateten an der Gesamtbevölkerung).

 

 

Medianalter


Das Medianalter ist jenes Lebensalter, das eine Population statistisch in zwei gleich große Gruppen teilt: 50% der Bevölkerung sind jünger, und 50% sind älter als dieser Wert.

Beispiel:

Das Medianalter der Weltbevölkerung liegt heute bei ca. 28 Jahren. Uganda ist das Land mit dem niedrigsten Medianalter, das dort bei 15 Jahren liegt. In Japan hat das Medianalter mit 43 Jahren den höchsten Wert. Bis 2050 wird das Medinaalter der Weltbevölkerung vermutlich auf 38 Jahre ansteigen. Burundi wird dann mit einem Medianalter von 21 Jahren die jüngste, Macao-China mit einem Medianalter von 56 Jahren die älteste Bevölkerung aufweisen.

 

 

Megastadt


Als Megastadt wird die größte Kategorie städtischer Agglomerationen bezeichnet. Die Definition ist jedoch uneinheitlich. Teilweise werden bereits städtische Agglomerationen ab 5 Mill. Einwohner als Megastädte betrachtet, andere Definitionen sehen die Grenze zur Megastadt erst bei einer Einwohnerzahl von 10 Millionen.

Megastädte sind (legt man die 10 Mill. Definition zugrunde) erstmals im 20. Jahrhundert aufgetreten, entwickelten sich dann aber rapide und nehmen an Zahl ständig zu. Um 1940 gab es nur zwei Megastädte weltweit, Tokio und New York. Bis zum Jahre 2000 stieg deren Anzahl auf 16 Megastädte an. Gegenwärtig (2005) haben bereits 20 Agglomerationen diese Größe, wobei sich mehr als die Hälfte im asiatischen Raum befinden.

 

 

Metropole


Als Metropolen werden Großstädte bezeichnet, in der mehr als eine Million Einwohner leben. National sind sie Magneten für die umliegenden Regionen und übernehmen oft entscheidende Funktionen für das eigene Land. Im Unterschied zu Weltstädten sind Metropolen seltener von globaler Bedeutung. 2005 gab es weltweit schätzungsweise 305 Metropolen.

 

 

Metropolisierungsgrad


Der Metropolisierungsgrad ist der Anteil der Bevölkerung in Metropolen an der Gesamtbevölkerung eines Landes. Besonders hoch ist der Metropolisierungsgrad in Australien (61 Prozent) und Kuwait (71 Prozent). Jedoch auch viele Entwicklungs- und Schwellenländer weisen einen hohen Grad der Metropolisierung auf (Panama 38 Prozent; Brasilien 37 Prozent).

 

 

Migrant


Im Gegensatz zu Flüchtlingen oder Vertriebenen versteht man unter einem Migranten in der Regel eine Person, die aus freiem Willen die Option zur Wanderung ergriffen hat, also nicht unter Zwang handelte. Diese Auffassung ist jedoch eher politischer als soziologischer Art, denn wie die Migrationsforschung zeigt, ist eine klare Trennung zwischen zwangsweiser und freiwilliger Migration kaum zu treffen.

 

 

Migration


Siehe Wanderung

 

 

Mikrozensus


Befragung einer repräsentativen Auswahl von Einzelpersonen oder Haushalten z.B. zur Feststellung demografischer Eigenschaften oder zu Entwicklungstendenzen in Teilen der Bevölkerung oder der Gesamtbevölkerung. Siehe auch Volkszählung.

In Deutschland wird die „Repräsentativerhebung der Bevölkerung und des Erwerbslebens“– kurz: Mikrozensus seit 1957 (in den neuen Bundesländern und Ostberlin seit 1991) jährlich durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Stichprobenerhebung, bei der ein Prozent aller Haushalte der Bundesrepublik nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und befragt werden.

 

 

Mobilität, räumliche


Siehe Wanderung

 

 

Mobilität, soziale


Als soziale Mobilität wird die Bewegung zwischen unterschiedlichen sozio-ökonomischen Positionen (wie die Veränderung des Berufs) bezeichnet.

 

 

Mobilitätsrate, allgemeine

(engl. general mobility rate)

Die allgemeine Mobilitätsrate bezeichnet die Zahl der Wanderungsvorgänge in einem Kalenderjahr bezogen auf 1.000 Personen der Bevölkerung zur Jahresmitte in der Raumeinheit.

Beispiel:

Deutschland 2007, Wanderungsvolumen: 1.317.700 (Zugezogene: 680.800; Fortzüge: 636.900), Mittlere Bevölkerung 2007: 82.217.800

Im Jahr 2007 gab es in Deutschland 16 Zu- bzw. Fortzüge je 1.000 Einwohner.

 

 

Morbidität


Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten, Verletzungen und Behinderungen in einer Bevölkerung.

 

 

Mortalität

(auch Sterblichkeit)

Anzahl der Todesfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der Bevölkerung, in einem bestimmten Zeitraum. Siehe auch Sterberate, rohe

 

 

Müttersterberate

(engl. maternal mortality ratio)

Die Müttersterberate bezeichnet die jährliche Zahl der Sterbefälle von Frauen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt je 100.000 Lebendgeborene. Als Müttersterbefall gilt dabei der Tod jeder Frau während oder innerhalb von 42 Tagen nach Beendigung der Schwangerschaft, wenn die Todesursache damit in Verbindung steht, nicht jedoch aufgrund von Unfällen.

Beispiel:

Müttersterberate 2005 je 100.000 Lebendgeborene, Irland 1; Deutschland 4; USA 11; China 45; Indien 450; Afghanistan 1.800

 

 

Nachhaltige Entwicklung

(engl. sustainable development)

Das Prinzip der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und meint den Grundsatz nur so viel Holz zu erwirtschaften, wie natürlich nachwächst. Auf die Gesellschaft übertragen ist mit Nachhaltigkeit die Solidarität der heutigen gegenüber den folgenden Generationen gemeint. Die vorhandenen Ressourcen sollen nicht verbraucht, sonder vielmehr die natürliche Lebensgrundlage uneingeschränkt für nachfolgende Generationen erhalten werden.

 

 

Nettoreproduktionsrate

(engl. net reproduction rate)

Die Nettoreproduktionsrate ist die zentrale Maßzahl für die Reproduktionskraft einer Bevölkerung. Die Nettoreproduktionsrate gibt an, wie viele Töchter eine Frau (oder eine Gruppe von Frauen) im Durchschnitt entsprechend der gegenwärtigen altersspezifischen Fertilitäts- und Sterbeziffern in ihrem Leben bekommen würde. Im Gegensatz zur Bruttoreproduktionsrate berücksichtigt die Nettoreproduktionsrate, dass ein Teil der Frauen bereits vor dem Ende ihres gebärfähigen Alters versterben. Bei einer Nettoreproduktionsrate von 1 spricht man vom Erreichen des Ersatzniveaus der Fertilität, d.h. eine Müttergeneration wird quantitativ vollständig durch eine Töchtergeneration ersetzt. Vgl. Bruttoreproduktionsrate, Gesamtfruchtbarkeitsziffer, Ersatzniveau.

Beispiel:

Nettoreproduktionsrate Deutschland 2007: 0,66

Im Jahr 2007 lag die Nettoreproduktionsrate in Deutschland insgesamt um 34 Prozent unterhalb des Ersatzniveaus von 1.

 

 

Nettowanderung


Siehe Wanderungssaldo

 

 

Nettowanderungsrate


Siehe Wanderungsrate

 

 

Parität


Parität bezeichnet die Ordnungszahl der Geburten einer Frau. Nach der Parität teilt man Frauen ein in solche, die (noch) keine Kinder geboren haben („nulliparae“), in Erstgebärende („primiparae“) nach der ersten Entbindung und in Mehrgebärende („multiparae“) ab der zweiten Entbindung.

 

 

Peer-Group

(auch Gleichengruppe, Ebenbürtigengruppe, Gleichrangigengruppe)

Allgemein ist dies jede Gruppe, die sich aus Individuen mit ähnlichen sozialen Merkmalen und gleichen Wertvortsellungen und Normen zusammensetzt. Gemeinhin bezieht sich der Begriff auf Altersgruppen, insbesondere auf die Kultur von Heranwachsenden, welche durch einen hohen Grad an Zusammenhalt, eine hierarchische Organisation und einer ablehnenden Haltung gegenüber der elterlichen Kultur ausgezeichnet sind.

 

 

Pillenknick


Ausdruck, mit dem der drastische Rückgang der Geburtenraten in der zweiten Hälfte der 60er Jahre beschrieben wird. In den EU-15 Ländern sank die Kinderzahl pro gebärfähiger Frau zwischen 1965 und 1975 insgesamt von ca. 2,7 auf ca. 2,0. In Deutschland sank die Kinderzahl im gleichen Zeitraum von 2,5 auf 1,5. Mit 1,3 Kindern pro gebärfähige Frau im Jahr 2006 gehört Deutschlands Geburtenrate zu den niedrigsten innerhalb der Europäischen Union. Die höchste Kinderzahl pro Frau im gebärfähigen Alter innerhalb der Europäischen Union erreicht Frankreich mit 2,0 im Jahr 2006.

 

 

Population


Als Population bezeichnet man in der Regel die Gesamtheit aller Personen innerhalb eines bestimmten Territoriums. Jedoch können auch durch andere gemeinsame Merkmale verbundenen Personengruppen als Populationen aufgefasst werden.

 

 

Prävalenz


Als Prävalenz bezeichnet man die statistische Häufigkeit einer Erkrankung, also die Anzahl der an einer bestimmten Krankheit Leidenden, in einer Population zu einem definierten Untersuchungszeitpunkt.

 

 

Prävalenzrate


Die Prävalenzrate gibt den Anteil der Erkrankten an der Gesamtpopulation zu einem bestimmten Zeitpunkt in Prozent an.

 

 

Primacy


Der Begriff der Primacy (Vorrangstellung) bezeichnet die beherrschende Stellung einer bestimmten Region, in der Regel einer Stadt (Primatstadt), gegenüber den übrigen Teilen eines Landes. Man unterscheidet demografische und funktionale Primacy. Während demografische Primacy die Konzentration der Bevölkerung eines Landes in einer oder wenigen Städten bezeichnet, betrachtet die funktionale Primacy die Konzentration wirtschaftlicher, kultureller und infrastruktureller Einrichtungen in den großen Städten. Die Besonderheit von Megastädten der Entwicklungsländer ist häufig nicht ihre demografische Primacy, diese ist auch in Industrieländern anzutreffen. Vielmehr ist es die funktionale Konzentration, welche die Zuwanderung in die Stadt noch verstärkt, während andere Regionen des Landes von der Entwicklung abgekoppelt bleiben.

 

 

Push-Pull-Hypothese


Die „Push-Pull-Hypothese“ ist ein verbreiteter Begriff zur theoretischen Erklärung von Migrationsbewegungen. Der Ansatz geht davon aus, dass bestimmte „Abstoßungsfaktoren“ (Push) einer Herkunftsregion in Kombination mit „Anziehungsfaktoren“ (Pull) einer Zielregion für Wanderungsentscheidungen verantwortlich sind. Das Push-Pull-Paradigma ist jedoch letztlich kein eigenständiger theoretischer Ansatz. Trotz der plausiblen Annahme existierender Push- und Pull-Faktoren bleibt letztlich offen, was diese Faktoren im Einzelnen sind und wie sie wirken. Dies muss durch Hypothesen eines eigentlichen Theorieansatzes gefüllt werden.

 

 

Querschnittsanalyse


Die Querschnittsanalyse untersucht die Ausprägung von Variablen einer Population zu einem gegebenen Zeitpunkt (oder in einem kurzen Zeitabschnitt). Sie liefert eine Momentaufnahme der Untersuchungsvariablen für eine Population. (z.B. Geburten im Jahr x) Die meisten in Bevölkerungswissenschaft und Bevölkerungsgeographie verwendeten Kennziffern sind, auch wenn sie vorgeben, Aussagen über die Zukunft zu treffen (wie etwa die „Lebenserwartung“) von Querschnittsdaten abgeleitet und deshalb letztlich nur für den Erhebungszeitpunkt gültige Kennziffern. Vgl. Längsschnittanalyse, Kohortenanalyse

 

 

Querschnittsdaten


Querschnittsdaten sind Daten, die aus einer Querschnittsanalyse hervorgehen.

 

 

Querschnittsmaße

Kennziffern, die aus einer Querschnittsanalyse hervorgehen.

 

 

Rate, Ziffer, Quote


Raten, Ziffern und Quoten sind relative Struktur- oder Ereignismaße. Trotz unterschiedlicher, teilweise verwirrender Verwendung in der Literatur drücken alle drei Begriffe im Prinzip das Gleiche aus: Raten, Ziffern und Quoten sind das Ergebnis einer Division und beziehen Gruppen von Ereignissen oder Merkmalsträgern auf eine größere Bezugsgruppe bzw. -population. So ist etwa die (rohe) Geburtenrate eine Angabe über die Anzahl der Geburten innerhalb eines Jahres je 1.000 Personen der Gesamtbevölkerung. Die Arbeitslosenquote ist dagegen eine Angabe über die Anzahl von Erwerbslosen je einhundert Erwerbsfähige zu einem Zeitpunkt.

Die Berechnung erfolgt immer in der Form: Anzahl der Ereignisse oder Personen dividiert durch die Bezugspopulation multipliziert mit einem Standardwert (meist 100 oder 1.000). Rohe Raten beziehen sich auf die Gesamtbevölkerung, spezifische Raten nur auf eine Teilgruppe (z.B. auf eine bestimmte Altersgruppe), die auf ein spezifisches Ereignis hin untersucht werden soll. Siehe auch Expositionsrate

 

 

Raumordnung


Mit Raumordnung ist die planvolle Ordnung des zur Verfügung stehenden Raumes auf Bundes-, Länder- und Regionalebene gemeint. Leitvorstellung der Raumordnung ist eine nachhaltige Raumentwicklung mit gleichwertigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Teilräumen. Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur (u. a. Schrumpfung statt Wachstum, mehr ältere als jüngere Menschen) und der räumlichen Verteilung (Nord-Süd- und Ost-West-Wanderung, Zersiedlung) stellen die Politik dabei vor neue Herausforderungen. Damit zukunftbezogen geplant werden kann, erstellt das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in regelmäßigen Abständen Raumordnungsberichte. Gesetzlichen Rückhalt erhält die Raumordnung in Deutschland durch das Raumordnungsgesetz.

 

 

Reproduktionsniveau

(auch Bestandshaltungsniveau)

Das Reproduktionsniveau ist die durchschnittliche Kinderzahl je Frau (Gesamtfertilitätsrate), die erforderlich wäre, um den Bevölkerungsbestand bei der gegenwärtigen Sterbewahrscheinlichkeit und ohne Berücksichtigung von Wanderungsbewegungen konstant zu halten. Für Europa gilt ein grober Richtwert von 2,1 Kindern je Frau als Reproduktionsniveau. Alle EU-Länder liegen unter diesem Richtwert, so dass langfristig die Zahl der Geburten die Zahl der Sterbefälle nicht mehr ausgleicht und die Bevölkerung schrumpft.

 

 

Reproduktive Gesundheit


Als Maximaldefinition bedeutet reproduktive Gesundheit ein vollständiges körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden (nicht bloß die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit) im Hinblick auf die Fortpflanzung. Nach der Definition des Aktionsprogramms der UN-Weltbevölkerungskonferenz von Kairo (ICPD 1994) bedeutet reproduktive Gesundheit, dass Menschen ein befriedigendes und ungefährliches Sexualleben haben können und dass sie die Fähigkeit zur Fortpflanzung und die freie Entscheidung darüber haben, ob, wann und wie oft sie hiervon Gebrauch machen wollen. Der allgemeine Zugang zu reproduktiver Gesundheit ist ein Millennium-Entwicklungsziel der UN.

 

 

Sättigungsniveau


Die Bevölkerung einer Region hat die Grenzen der Tragfähigkeit erreicht.

 

 

Säuglingssterberate

(engl. infant mortality)

Die jährliche Anzahl der vor Vollendung des 1. Lebensjahres gestorbenen Säuglinge bezogen auf 1.000 Lebendgeborene im Kalenderjahr. Da die gestorbenen Säuglinge eines Kalenderjahres zwei unterschiedlichen Geburtsjahrgängen und damit zwei unterschiedlichen Gesamtheiten von Lebendgeborenen entstammen, wird die Säuglingssterberate wie folgt berechnet:

Beispiel:

Deutschland: Säuglingssterberate 1950 bis 2007

 

 

Scheidungsrate, rohe


Die rohe Scheidungsrate gibt analog zur Heiratsrate die Zahl der Ehescheidungen pro Jahr je 1.000 Einwohner einer Population an.

Beispiel:

Deutschland: Scheidungsrate 1950 bis 2007

In Deutschland zeigte die Scheidungshäufigkeit Anfang der 1950er Jahre ein nachkriegsbedingtes „Scheidungshoch“. Danach reduzierte sie sich bis in die 1960er Jahre. Seither hat die Scheidungshäufigkeit in Deutschland kontinuierlich zugenommen.

 

 

Schwangerschaftsabbruchproportion


Die Schwangerschaftsabbruchproportion bezeichnet die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche je 1.000 Lebendgeborene im gleichen Zeitraum.

 

 

Schwangerschaftsabbruchrate


Die Schwangerschaftsabbruchrate bezeichnet die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr je 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter.

 

 

Sexualproportion


Die Sexualproportion bezeichnet die Zahl der männlichen Personen je 100 weibliche Personen in einer Bevölkerung.

Ein Wert von unter 100 zeigt einen Frauenüberschuss an, bei über 100 liegt Männerüberschuss vor.

Der Wert wird teilweise auch durch direkte Division ermittelt (ohne Multiplikation mit 100). Dann gibt der Wert „eins“ eine ausgeglichene Sexualproportion an.

Beispiel:

Deutschland 2007: Anzahl der männlichen Personen: 40.274.300, Anzahl der weiblichen Personen: 41.945.600

Im Jahr 2007 entfielen in Deutschland auf 100 Frauen 96 Männer; d.h. es lag ein Frauenüberschuss vor. In Estland kamen im Jahr 2007 auf 100 Frauen nur 85 Männer, wohingegen Island einen Männerüberschuss verzeichnete, das heißt 100 Frauen auf 104 Männer.

 

 

Sexualproportion der Geborenen


Die Sexualproportion der Geborenen gibt das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Geborenen an. Die Proportion wird durch direkte Division ermittelt oder erfolgt als Angabe der männlichen je 100 weiblichen Geborenen.

Die Sexualproportion der Geborenen ist, biologisch bedingt, nicht ausgeglichen. Normalerweise werden mehr Jungen als Mädchen geboren, und zwar entfallen im langjährigen statistischen Durchschnitt 105 bis 106 Knabengeburten auf 100 Mädchengeburten. In Ländern, die traditionell eine starke Präferenz für Söhne aufweisen, kann es im Zusammenhang mit moderner Pränataldiagnostik zu selektiven Abtreibungen und damit zu einem noch stärkeren Knabenüberschuss bei den Geborenen kommen. So werden beispielsweise in China 115 männliche je 100 weibliche Geborene gezählt.

 

 

Stadt


Der Begriff „Stadt“ bezieht sich, soziologisch gesehen, nicht nur auf eine Bevölkerungsansammlung, sondern auch auf eine bestimmte, dort vorherrschende nichtagrarische Wirtschaftsweise. Administrativ und bevölkerungsgeografisch sind jedoch Stadt-Definitionen mit Mindest-Einwohnerzahlen am häufigsten. Dabei ist die Definition von städtischer und ländlicher Bevölkerung von Staat zu Staat verschieden. Die Einwohnerzahlen, bei denen man von „Stadt“ spricht, schwanken zwischen 200 Einwohnern (wie etwa in Island) und 10.000 Einwohnern (wie in der Schweiz oder in Malaysia). Am häufigsten sind jedoch Stadt-Definitionen zwischen 2.000 und 5.000 Einwohnern.

Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet „Stadt“ eine größere, geschlossene Siedlung von mindestens 2.000 Einwohnern mit vorwiegend nichtlandwirtschaftlichen Funktionen und besonderem Rechtsstatus („Stadtrecht“). Siehe auch Urbanisierung

 

 

Sterberate, neonatale


Die neonatale Sterberate bezeichnet die Zahl der Sterbefälle von Säuglingen, die zum Zeitpunkt des Todes nicht älter als 28 Tage sind, bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.

 

 

Sterberate, perinatale

(engl. perinatal mortality rate)

Die perinatale Sterberate bezeichnet die Summe der Totgeburten und der in der ersten Lebenswoche Verstorbenen bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.

 

 

Sterberate, postneonatale


Die postneonatale Sterberate bezeichnet die jährliche Zahl der Sterbefälle von Säuglingen zwischen 28 Tagen und einem Jahr nach der Geburt bezogen auf 1.000 Lebendgeborene.

 

 

Sterberate, rohe


Die rohe Sterberate gibt die Zahl der Gestorbenen pro Jahr je 1.000 Personen einer Population an.

Sie wird wie folgt berechnet:

Beispiel:

Deutschland 2007: Anzahl der Gestorbenen: 827.200, Jahresdurchschnittsbevölkerung: 82.218.000

Im Jahr 2007 starben in Deutschland 10 Personen je 1.000 Einwohner.

 

 

Sterbetafel

(engl. life table)

Die Sterbetafel ist ein Modell, mit dem sich die Sterblichkeitsverhältnisse einer Population zahlenmäßig darstellen lassen. Die betrachtete Grundgesamtheit besteht im Allgemeinen aus 100.000 männlichen und weiblichen, zum gleichen Zeitpunkt geborenen Personen. Die Sterbetafel gibt an, wie viele Personen der Grundgesamtheit in einem bestimmten Lebensalter noch am Leben sein würden, wenn die Sterblichkeitsverhältnisse zum Zeitpunkt des Aufstellens der Tafel in allen Altersjahren als konstant angenommen werden. Die durch eine Querschnittsbetrachtung gewonnen Kennziffern werden also als Längsschnitt-Kennziffern aufgefasst und in die Zukunft projiziert. Aus Sterbetafeln kann die Lebenserwartung bei Geburt, die fernere Lebenserwartung in einem bestimmten Lebensalter, die Wahrscheinlichkeit einer k-jährigen Person, innerhalb des nächsten Alterjahres zu sterben wie auch die Wahrscheinlichkeit, ausgehend von irgendeinem Alter ein bestimmtes höheres Alter zu erreichen, geschätzt werden. Siehe auch Lebenserwartung

Sterbetafeln können als das historisch älteste Modell der demografischen Analyse angesehen werden. Erste Versuche der Aufstellung von Sterbetafeln wurden bereits im 17. Jahrhundert unternommen (John Graunt 1662, Edmond Halley 1693).

Beispiel: Abgekürzte Sterbetafel für Männer, Malaysia 1997

Quelle: Department of Statistics Malaysia 1997

Sterbewahrscheinlichkeit, alters-spezifische


Verhältnis der Gestorbenen eines bestimmten Altersjahrgangs pro Kalenderjahr zu den Überlebenden des gleichen Alters. Beispiel: Kindersterblichkeit

 

 

Strukturmaße


Siehe Maße, demografische

 

 

Suburbanisierung


Suburbanisierung bezeichnet eine spätindustrielle Phase der Stadtentwicklung, die dem Prozess der Urbanisierung nachgelagert ist. Durch zunehmende Motorisierung und bessere Verkehrsinfrastruktur kommt es zu Bevölkerungsverlagerungen aus den Kernstädten ins städtische Umland und somit zum Verlust an Wohnbevölkerung in den Kernstädten. Der Suburbanisierungsprozess dauert in vielen Städten der Industriestaaten bis heute an.

 

 

Tempoeffekt


Wird üblicherweise mit der Gesamtfertilitätsrate in Verbindung gebracht. Allgemein bezeichnet der Tempoeffekt eine Verzerrung in Periodenmaßen, die durch ein verändertes „Timing“ von demographischen Ereignissen (Geburten, Sterbefälle, usw.) hervorgerufen wird. Im Fall der Fertilität gilt, dass ein Anstieg im durchschnittlichen Gebäralter zu einer Verschiebung von Geburten auf einen späteren Zeitpunkt führt, was automatisch eine Unterschätzung des z. B. mit der TFR gemessenen Fertilitätsniveaus zur Folge hat. In der demographischen Fachliteratur wurden verschiedene Formeln zur Korrektur von Tempoeffekten vorgeschlagen.

 

 

Totgeborene


Totgeborene sind Kinder, bei denen nach der Trennung vom Mutterleib weder das Herz geschlagen, noch die Nabelschnur pulsiert oder die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat. Ihr Geburtsgewicht muss (in Deutschland) mindestens 500 Gramm betragen haben. Sie gelten nicht als Gestorbene, sondern werden ausschließlich im Rahmen der Geburtenstatistik nachgewiesen. Totgeborene, deren Geburtsgewicht unter der Mindestgrenze liegt, gelten als Fehlgeburten bzw. abgegangene Föten und erscheinen nicht in der Statistik.

 

 

Tragfähigkeit


Größte, unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit (natürliche Ressourcen in der Region) dauerhaft mögliche Bevölkerung mit festem Wohnsitz in einem gegebenen Ökosystem. Begrenzungen sind z.B. die Nahrungsmittelproduktion und die Entsorgungskapazität.

 

 

Überlebenswahrscheinlichkeit


Siehe Überlebensziffer

 

 

Überlebensziffer


Die Überlebensziffer benennt den Anteil derer an einer bestimmten Personengruppe (z.B. mit gleichem Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand), die sowohl zu Beginn eines Betrachtungszeitraums als auch an dessen Ende noch leben. Vgl. Sterbetafel.

 

 

Urbanisierung

(auch Verstädterung)

Unter Urbanisierung wird im demografischen Sinn die Zunahme des Anteils der städtischen (urbanen) Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung eines Landes bzw. einer Region verstanden. Dabei ist es jedoch von administrativen Festlegungen abhängig, welche Art von Besiedelung als städtisch betrachtet wird (Vgl. Stadt). Urbanisierung kann prinzipiell auf drei Weisen erfolgen: durch Bevölkerungszunahme in den Städten, durch Entstehen neuer Städte aus bisher nichtstädtischen Ansiedlungen sowie durch Eingemeindung von vorher nichtstädtischen Gebieten in bestehende Städte.

 

 

Urbanisierungsgrad

(auch Urbanisierungsquote, Verstädterungsgrad)

Der Urbanisierungsgrad bezeichnet den Anteil der städtischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung eines Landes oder einer Region. Er differiert weltweit stark. Leben in Industrieländern (wie in Kanada und Dänemark) mehr als 80% der Bevölkerung in Städten, so beträgt der Anteil der städtischen Bevölkerung in einigen afrikanischen und asiatischen Ländern (wie Burundi, Nepal) unter 20%. In den meisten Länder nimmt die städtische Bevölkerung kontinuierlich zu.(Siehe auch Urbanisierung)

 

 

Verdopplungszeit


Zeit (in Jahren), in der sich die Bevölkerung eines Gebietes bei konstanten Wachstumsziffern verdoppelt.

 

 

Verlorene Lebensjahre

(engl. Years of Potential Life Lost, YPLL)

Das Konzept der verlorenen Lebensjahre beschreibt die Auswirkungen eines Krankheitsgeschehens auf eine Population bzw. eine Gesellschaft. Für jeden, an einer bestimmten Todesursache Gestorbenen geht die Anzahl der Lebensjahre ein, die ein Gleichaltriger laut allgemeiner Sterbetafel noch zu erwarten hat. Die durch eine Krankheit „verlorenen Lebensjahre“ werden dann als Summe dieser Jahre über alle an der Krankheit Verstorbenen ermittelt.

In einer vereinfachten Methode der Berechnung, ohne Benutzung der Sterbetafel, wird ein potenzielles maximales Lebensalter willkürlich festgelegt (beispielsweise 75 Jahre). Die verlorenen Lebensjahre ist dann die Summe der Differenzen zwischen diesem Maximalwert und dem Lebensalter, in welchem die erkrankten Personen verstorben sind.

 

 

Verstädterung


Siehe Urbanisierung

 

 

Verstädterungsquote


Siehe Urbanisierungsgrad

 

 

Vertriebene


Im Gegensatz zum Status des Flüchtlings existiert für Vertriebene keine verbindliche Definition. Eine in der UN verbreitete Auffassung bezeichnet als Vertriebene solche Personen, die in Folge von bewaffneten Auseinandersetzungen, Menschenrechtsverletzungen oder natürlichen und menschlich verursachten Katastrophen zum Verlassen ihres gewöhnlichen Aufenthaltsortes gezwungen wurden, aber keine international anerkannte Staatsgrenze überschritten haben. Es handelt sich nach dieser Auffassung also um Binnenflüchtlinge. Die Definition der UN berücksichtigt keine Vertriebenen aufgrund Naturkatastrophen (wie Tsunami, Hurrikan).

 

 

Volkszählung


Eine Volkszählung (auch Zensus/Makrozensus) ist die statistische Erfassung (Zählung, Befragung) der gesamten Bevölkerung eines Landes zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie liefert, je nach Anlage der Befragung, umfassende Daten über die Zahl, die Alters-, Geschlechts- und Berufsstruktur, die Ausbildung und die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung sowie die Formen des Zusammenlebens der Personen in Haushalten.

Bevölkerungsstatistisch wird eine Volkszählung alle 10 Jahre als wünschenswert angesehen, um Bevölkerungsveränderungen über einen längeren Zeitraum verfolgen zu können. Da Volkszählungen sehr aufwendig und kostenintensiv sind, zählen nur wenige Länder in kürzeren Abständen (in Fünf-Jahres-Intervallen in Australien, Japan und Kanada, in Frankreich alle 7 Jahre). In (West-)Deutschland fand die vorletzte Volkszählung im Jahr 1987 statt, die letzte im Jahr 2011.

 

 

Wachstumsrate, allgemeine

(engl. growth rate)

Die Wachstumsrate ist ein Maß für die Bevölkerungsbewegung einer Population. Sie bezeichnet die Veränderung der Bevölkerungszahl zwischen zwei Zeitpunkten, gemessen als Prozentsatz der Bevölkerungsgröße zu Beginn des Beobachtungszeitraumes. Bei Bevölkerungsrückgang (durch Sterbefall- oder Abwanderungsüberschuss) kann die Wachstumsrate einen negativen Wert annehmen.

Beispiel:

Deutschland 2007: Lebendgeborene: 684.900; Gestorbene: 827.200, Zugezogene: 680.800; Fortzüge: 636.900, Bevölkerung (Ende 2006): 82.314.900

Die allgemeine Wachstumsrate betrug im Jahr 2007 in Deutschland –0,1 Prozent.

 

 

Wachstumsrate, natürliche

(engl. natural rate of growth)

Die natürliche Wachstumsrate ist ein Maß für die natürliche Bevölkerungsbewegung. Sie bezeichnet die Veränderung der Bevölkerungszahl zwischen zwei Zeitpunkten, gemessen als Prozentsatz der Bevölkerungsgröße zu Beginn des Beobachtungszeitraumes, wobei nur Geburten- und Sterbefälle, nicht jedoch Zu- oder Abwanderung berücksichtigt werden.

Beispiel:

Deutschland 2007. Lebendgeborene: 684.900; Gestorbene: 827.200, Bevölkerung (Ende 2006): 82.314.900

Die natürliche Wachstumsrate betrug im Jahr 2007 in Deutschland –0,2 Prozent.

 

 

Wanderung

(auch Migration, räumliche Bevölkerungsbewegung, engl. migration)

Räumliche Mobilität bzw. geografische Ortsveränderung von Menschen über eine bestimmte Mindestdistanz und für einen bestimmten Mindestzeitraum hinweg zur Errichtung eines neuen dauerhaften oder vorübergehenden Wohnsitzes. In Abhängigkeit von der betrachteten räumlichen Einheit (Stadt, Region, Staat) unterscheidet man zwischen Binnen- und Außenwanderung. Während Binnenwanderung innerhalb der betrachteten Einheit stattfindet (z.B. Umzüge innerhalb einer Stadt, innerhalb eines Bundeslandes) erfolgt Außenwanderung über die Grenzen der betrachteten Einheit (Umzug in eine andere Stadt, in ein anderes Bundesland). Werden Staaten als räumliche Einheit zugrunde gelegt, wird die Außenwanderung auch als internationale Wanderung bezeichnet. Siehe auch Binnenwanderung

 

 

Wanderungsrate

(auch Nettowanderungsrate, Wanderungsbilanzrate, Migrationsrate, engl. net migration rate)

Die Wanderungsrate bezeichnet den --> Wanderungssaldo pro Jahr bezogen auf 1.000 Einwohner einer Population.

Beispiel:

Berlin verzeichnete im Jahr 2007 127.000 Zuzüge und 115.000 Fortzüge. Der mittlere Bevölkerungsstand betrug 3.416.000 Einwohner. Die Wanderungsrate errechnet sich demzufolge:

In Berlin waren 2007 je 1.000 Einwohner 3,5 Personen zugewandert.

 

 

Wanderungssaldo

(auch Wanderungsbilanz, Nettowanderung, Migrationssaldo, engl. net migration)

Die Wanderungsbilanz bzw. der Wanderungssaldo ist die Differenz aus der Zahl der Zuzüge und der Fortzüge in bzw. aus einer Raumeinheit innerhalb eines Zeitraumes (i.d.R. innerhalb eines Kalenderjahres).

Beispiel:

Deutschland verzeichnete im Jahr 2007 680.800 Zuzüge und 636.900 Fortzüge. Der Wanderungssaldo beträgt also 43.900 Personen.

 

 

Wanderungsvolumen


Das Wanderungsvolumen bezeichnet die Summe aller Wanderungsvorgänge, also die Summe von Zu- und Fortzügen für ein bestimmtes Gebiet zwischen zwei Zeitpunkten. Im Gegensatz zur Wanderungsbilanz gehen hier Fortzüge nicht negativ in die Berechnung ein.

 

 

Weltstadt

(engl. Global City)

Unter einer Weltstadt versteht man eine Megastadt, die hinsichtlich ökonomischer Kriterien wie Finanzmarkt, Produktion und Handel, jedoch auch hinsichtlich kultureller und politischer Funktionen eine weltweite Bedeutung hat. Die zahlreichen Megastädte der Entwicklungsländer sind dagegen weltpolitisch und weltwirtschaftlich häufig ohne Bedeutung. Gegenwärtig werden etwa New York, London, Tokio und Paris als Weltstädte betrachtet.

 

 

Wiederverheiratungsrate


Die Wiederverheiratungsrate gibt die jährliche Zahl der Wiederverheiratungen je 1.000 in Frage kommender Personen (Verwitwete, Geschiedene) an.

 

 

Wohnbevölkerung


Die Wohnbevölkerung eines Landes stellen alle Einwohner dar, die – ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit – in einer bestimmten territorialen Einheit (Gemeinde, Kreis, Land) ihren ständigen Wohnsitz haben. Als ständiger bzw. ordentlicher Wohnsitz gilt in Deutschland die im Personalausweis eingetragene beziehungsweise dem Landeseinwohneramt gemeldete Hauptwohnung.

 

 

Zensus


Siehe Volkszählung

 

 

Zuwanderung

(auch Immigration, engl. immigration)

Als Zuwanderung betrachtet man den Zuzug aus einer anderen territorialen Einheit (Gemeinde, Kreis, Bundesland) oder aus dem Ausland, um am Zuzugsort einen festen oder vorübergehenden Wohnsitz zu nehmen.

 

 

Literatur / Links


Bundeszentrale für politische Bildung, www.bpb.de

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, www.dsw-online.de

Gesundheitsberichterstattung des Bundes, www.gbe-bund.de

MYGEO, www.mygeo.info

OECD, stats.oecd.org

Rostocker Zentrum für Demografischen Wandel, www.zdwa.de

Statistisches Bundesamt, www.destatis.de

Statistisches Landesamt Berlin, www.statistik-berlin.de

United Nations Population Division, www.un.org

World Health Organization, www.who.int

World Resources Institute, www.wri.org

 

 

Stand: Januar 2012

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