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Zum Internationalen Kindertag 2011

 

Wie viele Kinder leben auf der Welt - und wo?

Diese Frage stellen Anrufer immer wieder. Am internationalen Kindertag gibt das Berlin-Institut eine kurze Antwort.

Auf der ganzen Welt leben heute weltweit etwas über 1,8 Milliarden Kinder.
Damit stellen unter 15-Jährige 27 Prozent der Weltbevölkerung. Die meisten
Kinder wohnen in Asien und Afrika. In einigen Ländern Afrikas – etwa Uganda, Niger und Mali – sind fast die Hälfte der Einwohner Kinder, in ganz Afrika liegt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bei 41 Prozent.

In bestimmten Regionen haben Kinder größere Schwierigkeiten als anderswo zu
meistern. Krankheiten, mangelnde Bildungsmöglichkeiten und Unterernährung
hemmen insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ihre
Entwicklung. Vier von zehn afrikanischen Kindern unter fünf Jahren können
aufgrund mangelhafter Ernährung ihr körperliches oder geistiges Potenzial
nicht verwirklichen. In Asien gilt das für jedes dritte Kind unter fünf.

Ein afrikanisches Kind erlebt mit einer fast zehnmal höheren
Wahrscheinlichkeit als ein europäisches Kind seinen fünften Geburtstag
nicht. Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen verursachen über ein
Drittel aller Todesfälle von unter Fünfjährigen in Afrika. Schätzungen
zufolge sterben weltweit jährlich rund 850.000 Kinder unter fünf Jahren an
Malaria – 90 Prozent von ihnen in Afrika. Und über 90 Prozent der 2,5
Millionen Kinder unter 15 Jahren auf der Erde, die mit dem HI-Virus
infiziert sind, leben in einer einzigen Weltregion: in Afrika südlich der
Sahara.

 

Zum Internationalen Afrikatag 2011

 

Berlin-Institut forscht zu Afrikas demografischen Herausforderungen

Das Berlin-Institut beteiligt sich seit Januar 2010 mit einer Studie an einer europäischen Öffentlichkeitskampagne, die Aufmerksamkeit für Afrikas demografische Herausforderungen wecken soll. Die Ergebnisse der Studie werden Mitte September 2011 vorgestellt. Das Projekt wird gefördert von der Europäischen Kommission.

Die Weltbevölkerung hat sich von 1950 bis heute verdreifacht. Und das Wachstum geht weiter: Statt der sieben Milliarden Menschen, die heute auf der Erde leben, werden es im Jahr 2050 über neun Milliarden Menschen sein. Dabei verläuft das weltweite Wachstum regional sehr unterschiedlich. Während in der Mehrzahl der Industrienationen die Bevölkerung nur leicht wächst oder sogar schrumpft – in Deutschland bis zum Jahr 2050 um etwa zwölf Millionen Menschen – steigt die Zahl der Menschen in den meisten Entwicklungsländern stark an.

Ein Großteil des Bevölkerungswachstums entfällt auf die Region südlich der Sahara. In vielen dieser Länder wird sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 verdoppeln oder sogar verdreifachen. Dadurch werden sich die extreme Armut und die massiven Entwicklungsprobleme hier noch einmal verschärfen. Schon heute leben in der Region südlich der Sahara 74 Prozent der Menschen von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Die Ernährungslage ist häufig kritisch. Zudem sind die Gesundheits- und Bildungssysteme schwach, so dass sie für die wachsende Zahl an Menschen nicht die notwendigen Leistungen bereitstellen können. Der Weg auf der Armutsspirale ist somit absehbar. Diese Situation, die das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele gefährdet, stellt die internationale Gemeinschaft vor immense Herausforderungen.

Gerade in Subsahara-Afrika bekommen viele Frauen mehr Kinder als sie wollen. Ihnen fehlt der Zugang zu wirksamen Verhütungsmethoden sowie Informationen und zum Teil auch der Freiraum zur Familienplanung. Um die Armut in Afrika nachhaltig zu senken und Entwicklung zu ermöglichen, sind daher höhere Investitionen in den Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit, einschließlich Familienplanung, dringend notwendig.

Die europäische Öffentlichkeitskampagne rückt dieses Thema stärker ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Als Grundlage der Kampagne erstellt das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit International Institute for Applied Systems Analysis eine Studie, deren Ergebnisse im Herbst 2011 auf einer internationalen Konferenz in Berlin mit Experten aus aller Welt diskutiert werden sollen. Darüber hinaus sind Workshops in ausgewählten afrikanischen Ländern geplant, um die Ergebnisse der Studie auch Entscheidungsträgern in Partnerländern nahe zu bringen. Eine umfangreiche Öffentlichkeitskampagne soll darauf aufmerksam machen, dass gerade in Afrika das Bevölkerungswachstum es erheblich erschwert, die Millennium-Entwicklungsziele zu erreichen.

Vier Partnerinstitutionen führen das Projekt drei Jahre lang durch: die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) als Leitungsorganisation, das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (BI), die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI) sowie die ungarische BOCS Foundation. Außerdem arbeiten die Partner mit dem österreichischen International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und Partners in Population and Development (PPD), Uganda, zusammen.

The Growth Trilemma

Das Discussion Paper "Das Trilemma des Wachstums" ist nun auch auf Englisch erschienen.

Demografiestrategie der Bundesregierung:

Kommentar von Reiner Klingholz in der FAZ