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  • Discussion Paper

Die Babyboomer gehen in Rente

Was das für die Kommunen bedeutet

Adrián Carrasco Heiermann, Reiner Klingholz, Manuel Slupina
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© Berlin-Institut

Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er stellen derzeit über 50 Prozent des deutschen Bundestags. Wie in der Politik, so kommt ihnen auch demografisch eine hervorgehobene Position zu. Die in den 1950er und 1960er Jahren Geborenen stellen etwa ein Drittel der heutigen Bevölkerung. Sie alle teilen die Erfahrung, gemeinsam mit einer großen Zahl Gleichaltriger aufgewachsen zu sein. Egal ob im Kindergarten, in der Schule, während der Ausbildung, in der Universität oder im Beruf – überall standen die Angehörigen der »geburtenstarken Jahrgänge« zu vielen anderen in Konkurrenz. Wirtschaftlich erlebten die Babyboomer eine lange Phase des Wachstums, zu der sie maßgeblich beitrugen. Als geburtenstarke Jahrgänge öffneten sie das Zeitfenster, in dem sich eine demografische Dividende einfahren lässt. Denn als sie in das Erwerbsalter hineingewachsen waren, stand der Gesellschaft eine überproportional große Zahl an Arbeitskräften zur Verfügung. Doch nun stehen die stark besetzten Jahrgänge vor einem neuen Lebensabschnitt: Nach und nach werden sie den Arbeitsmarkt in Richtung Ruhestand verlassen. Dies dürfte nicht nur den Alltag der dann Neu-Rentner verändern, sondern auch die gesamte Gesellschaft.

 

Thesenpapier des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung für die Körber-Stiftung

Thema: Demografischer Wandel
erschienen: 2018

Ausgewählte Grafiken

Nach dem sogenannten Pillenknick Ende der 1960er Jahre stabilisierte sich die durchschnittliche Kinderzahl je Frau bei rund 1,4 in Westdeutschland. Die Geburtenziffer in der ehemaligen DDR hingegen schwankte in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Nach der Wiedervereinigung erreichte sie in den Jahren 1993 und 1994 mit unter 0,8 Kindern je Frau einen absoluten Tiefstand. Seitdem erholen sich die Werte.
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In den größeren Städten machen die Babyboomer einen vergleichsweise geringen Anteil aus, da dort viele junge Menschen hinziehen. Anders sieht es in den Speckgürteln von Städten wie Leipzig, Dresden oder Magdeburg aus. Im Nordosten und Osten Deutschlands stellen die Babyboomer in vielen eher ländlichen Kommunen bis zu einem Fünftel der Bevölkerung. Im Westen ist der Unterschied zwischen ländlichen Räumen mit älterer Bevölkerung und urbanen Gebieten mit jüngerer weniger stark ausgeprägt.
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Generell dominiert in Deutschland das traditionelle Familienmodell mit zwei verheirateten Ehepartnern das Zusammenleben. Bei den Babyboomern zeigt sich aber bereits, dass der Anteil lediger Personen zunimmt. Hinzu kommt, dass sie sich häufiger haben scheiden lassen und danach oft erneut heiraten. Die Lebensformen und Familienarrangements werden so zunehmend diverser.
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Presseschau

Ansprechpartner*innen

Colette Rose

Projektkoordinatorin Internationale Demografie

Telefon: 030 - 31 01 95 91

E-Mail schreiben: rose@berlin-institut.org

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