
Welchen Einfluss haben demografische Veränderungen auf die Entstehung von Konflikten?
Von Steffen Kröhnert
Das rasche Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern führt häufig zu einem Überhang an jungen Menschen, die keinen geeigneten Platz in der Gesellschaft und im Wirtschaftsgefüge finden. Die Studie untersucht, unter welchen Bedingungen diese demografische Situation zum Ausbruch gewaltsamer Konflikte führen kann.
Das große Bevölkerungswachstum vieler Entwicklungsländer im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts zeigt heute eine Spätfolge: Einen "youth bulge", einen hohen Anteil junger Erwachsener an der Gesamtbevölkerung. Derzeit steht eine Rekordzahl von 1,2 Milliarden Jugendlicher zwischen zehn und 19 Jahren vor dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Nach Zahlen der Vereinten Nationen lebt rund ein Viertel davon in extremer Armut. Manche Kriegsursachen-Forscher sehen in diesem Jugend-Überschuss ein erhebliches Konfliktpotential. Denn in vielen Ländern findet sich für die große Zahl junger Menschen kein angemessener Platz in der Gesellschaft. Die vorliegende Untersuchung überprüft diese These anhand demografischer Daten aus 159 Ländern und aller registrierten Kriege zwischen 1950 und 2000. "Youth bulges" stellen demnach lediglich einen demografischen Stressfaktor unter vielen anderen dar. "Youth bulges" liefern keine monokausale Erklärung für das Entstehen von Konflikten.
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Quellen
Druckvorlage
Pressestimmen zur Studie Jugend und Kriegsgefahr
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