
Was freiwilliges Engagement für die Regionen leistet
Von Steffen Kröhnert, Reiner Klingholz, Florian Sievers, Thilo Großer, Kerstin Friemel

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Die PDF ist ein Auszug aus der im März 2011 erschienen Studie "Die demografische Lage der Nation".
Der ländliche Raum auf der Suche nach einer neuen Zukunft
Das Berlin-Institut gibt den Debatten um die Zivilgesellschaft neue Anstöße – und stellt seine Untersuchung unter dem Titel „Klamme Kommunen und engagierte Bürger“ zum Download bereit.
Zwei Jahrzehnte lang war vor allem Ostdeutschland ein Experimentierfeld des Stadtumbaus, haben doch viele Städte mehr als ein Viertel ihre Einwohner verloren. Und auch in alten Industriestädten des Westens wie Gelsenkirchen oder Bremerhaven suchten Stadtplaner Antworten auf die starke Schrumpfung der Stadtbevölkerung.
Doch für schrumpfende Dörfer im ländlichen Raum gibt es solche Antworten bisher kaum. Dort verschlechtert sich die infrastrukturelle Versorgung aufgrund zu weniger Nutzer. Junge Leute ziehen weg, Schulen werden geschlossen, wo nur wenig oder keine Kinder leben, und das Leben auf dem Dorf erlahmt. Die alten Ortskerne verfallen und Immobilien verlieren massiv an Wert.
Freiwilliges Engagement der Bürger kann unter diesen Umständen über Zukunftsfähigkeit oder Niedergang eines Ortes entscheiden. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat im Rahmen der im März 2011 bereits zum dritten Mal vorgelegten Regionalstudie „Die demografische Lage der Nation“ die Situation von Engagierten in sechs deutsche Landkreisen und Städten untersucht, die vom demografischen Wandel besonders betroffen sind.
Wie sich zeigt, braucht bürgerschaftliches Engagement dort bessere Rahmenbedingungen. Die bürgerschaftlichen „Macher“ sind nach jahrelanger Abwanderung gut Qualifizierter oft rar. Engagierte hängen wegen der kommunalen Finanznot am Tropf von häufig wechselnden und stets befristeten staatlichen Förderprogrammen. Kommunalverwaltungen und Wohlfahrtsverbände sehen engagierte Bürger mitunter als Konkurrenten um Macht und Arbeitsplätze. Privaten Stiftungen wiederum sind Projekte im schrumpfenden ländlichen Raum oft zu wenig spektakulär, um sich dort verstärkt zu engagieren.
Stiftungen, Regionalplaner, Verbände und Vereine haben sich in den vergangenen Wochen an das Berlin-Institut gewandt und unterstrichen, wie wichtig es ist, die öffentliche Debatte über die Handlungsempfehlungen der Studie zur Förderung freiwilligen Engagements im ländlichen Raum voranzutreiben. Wegen des großen Interesses am Engagement-Schwerpunkt der Studie „Die demografische Lage der Nation“ stellt das Berlin-Institut diesen Teil der Untersuchung unter dem Titel „Klamme Kommunen und engagierte Bürger“ als eigenständiges Dokument zum Download bereit.
Das Discussion Paper "Das Trilemma des Wachstums" ist nun auch auf Englisch erschienen.
Kommentar von Reiner Klingholz in der FAZ
Die demografische Lage der Nation - gefördert vom Generali-Zukunftsfonds

"Die demografische Zukunft von Europa"
untersucht u.a. ländliche Räume, Regionalentwicklung und Familienpoitik in verschiedenen Staaten

Alt aber glücklich
Führt eine schrumpfende und alternde Bevölkerung zu weniger Wohlstand?