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Cem Özdemir, Bundesvorsitzender Bündnis90/Die Grünen, am 06.02.2009, SZ

"Insbesondere Türkischstämmige bleiben zu oft ohne Bildungsabschluss und berufliche Qualifikation, wie die aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zur Lage der Integration in Deutschland belegt. Die Folgen sind nicht nur Arbeitslosigkeit, sondern auch ein Rückzug in die eigene ethnische Gruppe. "Ungenutzte Potentiale" haben die Autoren ihre Arbeit zu Recht genannt."

 

Necla Kelek, deutsch-türkische Autorin und Migrationsforscherin, am 03.02.2009, FAZ-online

"Insgesamt beschreibt die Studie ein differenziertes Bild vom Stand der Integrationsbemühungen in Deutschland, zeigt Erfolge, Defizite und Ziele.
Eines davon wäre: "Sinn und Zweck von Integration ist es allerdings, dass die familiäre Zuwanderungsgeschichte irgendwann keine Rolle mehr für ein erfolgreiches Leben in der Gesellschaft spielt."

Insgesamt ist die Studie auch eine Bankrotterklärung der türkischen Lobbypolitik der letzten Jahrzehnte, wird hier doch deutlich, dass es eben nicht die sozialen oder ökonomischen Verhältnisse sind, die über Erfolg oder Misserfolg der Einwanderer bestimmen, sondern in großem Maße die sozio-kulturellen und religiösen Bedingungen und auch patriarchale Familienstrukturen. Das gefällt naturgemäß weder der türkischen Presse noch denjenigen, die in der Öffentlichkeit spezifisch türkische Interessen vertreten."

 

Barbara John, ehemalige Ausländerbeauftragte des Bundeslandes Berlin, am 27.01.2009, ddp

""Peinliche Realitäten" benannt

Die langjährige frühere Ausländerbeauftragte Barbara John hat die jüngste Studie zur Integration von Zuwanderern als hilfreich bewertet. Man müsse die Risikogruppen heraussuchen, und das beginne nun einmal bei der Nationalität, sagte die heutige Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes am Dienstag im RBB-Inforadio zur Situation von Einwandererfamilien mit türkischen Wurzeln. John bezog sich dabei auf eine Feststellung der Studie, wonach diese Menschen am schlechtesten integriert sind.

Wer "peinliche Realitäten" benenne, und das sei eine "schmerzliche Realität", wolle sie ja nicht anprangern, sondern die Zustände bessern, fügte John hinzu. Zugleich wies sie die Darstellung zurück, Zuwanderer aus der Türkei oder dem ehemaligen Jugoslawien wollten sich nicht integrieren: "Sie können es nicht. Sie sind derart überfordert mit einer Welt, in die sie geworfen worden sind, auch wenn das 30, 15 oder 10 Jahre her ist.""

 

Angela Merkel, Bundeskanzlerin, am 26.01.2009, Der Westen

"Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dazu aufgerufen, bei den Anstrengungen für eine bessere Integration von Migranten nicht nachzulassen. Mit Verweis auf die Integrations-Studie sagte sie am Montag in Berlin: «Ich bitte alle die, die im ersten Atemzug wegen der harten Botschaft dieser Studie etwas erschrocken waren, das Ganze positiv zu wenden.» Sie ermunterte in ihrer Rede beim Internationalen Integrations-Symposium in Berlin deren Teilnehmer, die Fakten der Studie zu diskutieren und als Aufmunterung für weitere Anstrengungen bei der Integration zu verstehen."

 

Maria Böhmer, Integrationsbeauftragte, am 26.01.2009, Spiegel online
"Das Ergebnis der Einwandererstudie hält Maria Böhmer für "dramatisch" - und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung reagierte umgehend: Die CDU-Politikerin hat eine Verdopplung der Integrationsanstrengungen gefordert. Dies sei gerade in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten wichtig."

 

Daniel Mouratidis, Landesvorsitzender der Grünen Baden-Württemberg, am 26.01.2009, Homepage

"Bessere Integration durch mehr Bildungsgerechtigkeit „Die Studie macht einmal mehr deutlich, dass das baden-württembergische Bildungssystem Menschen mit Migrationshintergrund extrem benachteiligt.

Wir brauchen daher grundlegende Bildungsreformen. Denn Bildung ist der Schlüssel zur Integration“, kommentierte der Grünen-Landesvorsitzende Daniel Mouratidis die heute veröffentliche Integrationsstudie des Berlin-Instituts."

 

Dirk Halm, Zentrum für Türkeistudien (ZfT), Homepage

"Die Studie dürfe nicht zum Anlass genommen werden, "eine Art Integrationswettbewerb zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu eröffnen und damit das Zusammenleben zu vergiften.""