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Wie wird sich die Weltbevölkerung bis 2050 entwickeln? Welche Länder sind - wie Deutschland - vom Schrumpfen betroffen? Wo kommt es weiterhin zu brisantem Wachstum? Und welche Lebensbedingungen sorgen in den ärmsten Länden für den fatalen Kreislauf aus Armut und Krankheit, aus Bildungsdefiziten und Entwicklungsrückstand, aus mangelnden Frauenrechten und hohen Kinderzahlen?

Das Poster verdeutlicht diese Zusammenhänge zwischen Entwicklung und Bevölkerung auf sechs anschaulichen Weltkarten. Es zeigt, wo die globalen demografischen Krisenherde liegen und macht deutlich, welche Maßnahmen zur Bewältigung der Probleme nötig wären.

Rund 99 Prozent des heutigen Bevölkerungswachstums finden in den Entwicklungsländern statt. Bis 2050 rechnen die Vereinten Nationen mit einem weltweiten Zuwachs von etwa 2,7 Milliarden Menschen. Das entspricht beinahe der sechsfachen Einwohnerzahl der erweiterten EU im Jahr 2006. Während viele Industrienationen, allen voran Russland und Japan, schrumpfen werden, wird sich die Bevölkerung in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, im Tschad und in Somalia bis 2050 beinahe verdreifachen. In Uganda könnten dann sogar mehr als viermal so viele Menschen leben wie heute. Die beiden kleinen Länder Jemen und Malawi werden zusammengerechnet mehr Menschen haben als die riesige russische Föderation. Lediglich in einzelnen Ländern des südlichen Afrikas droht die Bevölkerung wegen der Aids-Epidemie zu schrumpfen, in dem flächenmäßig kleinen Swaziland etwa um bis zu 34 Prozent. Zahlenmäßig fällt der Bevölkerungszuwachs in Indien und in Nigeria am stärksten ins Gewicht. Indien wird China bald schon als menschenreichstes Land der Welt überholen und bis Mitte des 21. Jahrhunderts eine halbe Milliarde Menschen hinzugewinnen. Dann werden mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Bildung ist der Schlüssel zur Entwicklung - und zu rückläufigen Kinderzahlen. Wo vor allem Frauen nicht Lesen und Schreiben können, kommt es selten zu wirtschaftlichem Fortschritt. Medizinisches und hygienisches Wissen für die Gesundheitsversorgung können sich nicht verbreiten. Der Alphabetisierungsgrad einer Bevölkerung hängt aber nicht nur vom Entwicklungsstand, sondern auch vom politischen Willen ab: Während in den Industrie- und Schwellenländern die meisten Frauen des Lesens und Schreibens kundig sind, ist Analphabetismus unter Frauen in Pakistan, im Irak, im Jemen und vielen Staaten Afrikas weit verbreitet - auch, weil sich die Politik nicht ausreichend für die Rechte von Mädchen und Frauen einsetzt. Im Niger ist die Alphabetisierungsrate der Männer sogar mehr als doppelt so hoch wie die der Frauen.

Eine Folge dieser Benachteiligung: Weil auch das Wissen über Familienplanung fehlt, bleiben die Kinderzahlen hoch, was wiederum die Armut zementiert. Rückläufige Kinderzahlen bieten das Potenzial zu einem Entwicklungssprung, da dadurch mehr Investitionen in die Ausbildung und eine bessere Versorgung der Kinder möglich werden. Vor allem die mangelnde Verfügbarkeit von Pille oder Kondomen ist für die hohen Geburtenziffern in Afrika in den meisten Ländern südlich der Sahara verantwortlich. In vielen Ländern Südostasiens wurden dagegen bereits in den 1970er und 1980er Jahren Programme zur Familienplanung umgesetzt.

Eine Ausnahme unter den Industrienationen, in denen moderne Verhütungsmethoden stärker als in den Entwicklungsländern genutzt werden, bildet Polen: Die Nutzung von Verhütungsmitteln liegt etwa auf dem Niveau von Ghana oder Tansania und weit unter dem in den meisten Schwellenländern üblichen Wert. In Polen leisten vor allem religiöse Kreise enormen Widerstand gegen Familienplanung. Deswegen ist auch Abtreibung verboten, und Schwangerschaftsabbrüche sind nur unter strenger medizinischer Indikation möglich. Die Folge ist jedoch nicht etwa, dass mehr Kinder geboren werden. Erklären ließe sich die niedrige Kinderzahl von 1,3 damit, dass die Frauen bei Befragungen zur Nutzung von Verhütungsmitteln unwahre Angaben machen oder damit, dass die Zahl der illegalen Schwangerschaftsabbrüche besonders hoch ist.

Die hohen Kinderzahlen in rückständigen Ländern sind neben der schlechten Ernährung, der unzureichenden hygienischen und medizinischen Versorgung und dem niedrigen Alter der Mütter mitverantwortlich für die hohe Müttersterblichkeit: In Sierra Leone, Angola, Niger oder Afghanistan, in denen zum Teil auch noch Bürgerkrieg herrscht, überleben rund zwei von hundert Frauen die Entbindung nicht. Im Vergleich dazu sterben in Schweden, dem Land mit der weltweit niedrigsten Müttersterblichkeit, tausendmal weniger Frauen bei der Geburt ihrer Kinder.

Während in den Industrienationen weniger Kinder geboren werden, als zum Erhalt der Bevölkerungsgröße notwendig wäre, wächst in einigen Entwicklungsländern die Bevölkerung schneller als die Wirtschaft. Es fehlen die ökonomischen Mittel für Investitionen in die Infrastruktur, und der Lebensstandard der Menschen sinkt immer tiefer. Zusätzlich lähmt die Verbreitung von HIV-Infektionen die Entwicklung: Anders als gewöhnliche Infektionskrankheiten trifft die Immunschwäche Aids die wirtschaftlich aktivste Bevölkerungsschicht im fortpflanzungsfähigen Alter. In Swaziland und Botswana sind beinahe 40 Prozent aller 15- bis 49-Jährigen infiziert. Die Infektionsraten in den Ländern Asiens liegen zwar weit unter denen Afrikas, aber die Seuche breitet sich dort schneller aus.

Das doppelseitige Poster entstand mit freundlicher Unterstützung der Münchener Rück Stiftung und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Die DSW erzählt auf der Rückseite die Geschichte der 15-Jährigen Brenda, deren Vater an Aids gestorben und deren Mutter HIV-positiv ist. Brenda klärt als Jugendberaterin in Kampala, der Hauptstadt Ugandas, andere Jugendliche über die Gefahren von ungeschütztem Sex auf. Das ostafrikanische Land hat weltweit die höchste HIV-Infektionsrate unter Jugendlichen.

Poster-Rückseite

Unterstützt von:

 

 

Schutzgebühr

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1,50 Euro

5 Poster

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