Sí or No?
Wenn sich die Schotten für die Unabhängigkeit entscheiden, könnten sie damit ein Exempel statuieren. Denn nach Schottland erheben auch andere europäische Regionen Anspruch auf einen eigenen Staat. Allen voran das spanische Katalonien. Während allein die Aussicht auf eine Abspaltung Schottlands die britische Währung zumindest kurzfristig ins Wanken bringt, könnten die Folgen für Spanien noch drastischer sein – nicht zuletzt aus demografischen Gründen.
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Die Zukunft ist bunt
Europas Wirtschaft ist ohne Migration schon lange nicht mehr denkbar.
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Sí or No?
Wenn sich die Schotten für die Unabhängigkeit entscheiden, könnten sie damit ein Exempel statuieren. Denn nach Schottland erheben auch andere europäische Regionen Anspruch auf einen eigenen Staat. Allen voran das spanische Katalonien. Während allein die Aussicht auf eine Abspaltung Schottlands die britische Währung zumindest kurzfristig ins Wanken bringt, könnten die Folgen für Spanien noch drastischer sein – nicht zuletzt aus demografischen Gründen.

Am 18. September sind etwa 5,3 Millionen Schotten aufgerufen, in einem Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands und damit über die künftige politische Landkarte Großbritanniens und Europas zu entscheiden. Kurz vor der Abstimmung liegen nach jüngsten Umfragen die Gegner des Referendums bei knapp 50 Prozent. Damit entscheiden vor allem die zahlreichen noch Unentschlossenen über den Ausgang des Votums. In ihrem Unabhängigkeitsbestreben sind die Schotten in Europa nicht alleine. In Belgien, den Niederlanden oder Italien glauben viele der dort ansässigen Flandern, Flamen oder Südtiroler, alleine besser dazustehen. Bisher bleibt ihr Anliegen allerdings unkonkret. Im Falle der spanischen Katalanen hingegen steht bereits ein Abstimmungstermin über die Unabhängigkeit fest. Obwohl das spanische Verfassungsgericht eine für dieses Referendum notwendige Gesetzesänderung kassiert hat, hält die katalonische Regionalregierung am 9. November fest. Die Spanier fürchten den Verlust Kataloniens. Denn die Region gilt auch EU-weit als eine der wirtschaftlich erfolgreichsten. Schottland hingegen könnte sich bald nach dem schützenden Königreich zurücksehnen.

Das Königreich schrumpft – vor allem nach Fläche

Die britische Krone herrscht in Schottland bereits seit 300 Jahren. Die Region umfasst eine Fläche von etwa 79.000 Quadratkilometern und damit etwa ein Drittel der Gesamtfläche Großbritanniens. Mit rund fünf Millionen Einwohnern liegt der Anteil der Schotten an der Gesamtbevölkerung jedoch nur bei knapp über acht Prozent. Der Bevölkerungsverlust für Großbritannien wäre damit überschaubar. Auch im Hinblick auf andere demografische Indikatoren würde die Abspaltung Schottlands kein Schreckensszenario bedeuten.

Zum einen, weil die Folgen des demografischen Wandels die Schotten etwas schneller erreichen werden als Gesamt-Großbritannien. Insgesamt altert die Inselnation zwar etwas langsamer als der gesamteuropäische Durchschnitt, doch auch dort wird der wachsende Anteil Älterer an der Gesamtbevölkerung die Renten- und Sozialsysteme in den kommenden Jahren zunehmend belasten. In Schottland sieht es besonders schlecht aus. Im gesamten Vereinigten Königreich kommen auf 100 Erwerbsfähige zwischen 15 und 64 Jahren 24,7 Personen über 65 Jahre. In Schottland sind es mit 25,5 Prozent bereits heute etwas mehr. Doch die Unterschiede werden wachsen: Prognosen zufolge soll der Altenquotient in Gesamt-Großbritannien bis 2030 auf 33,2 Prozent ansteigen, während der schottische dann bereits beinahe drei Prozentpunkte darüber liegen wird.

Das liegt zum einen daran, dass die Schotten mit 1,8 Kindern pro Frau etwas weniger Kinder bekommen als auf der Insel üblich (1,9 Kinder). Hinzu kommt, dass vor allem die Jungen die Region häufig in Richtung anderer Landesteile verlassen. So verzeichnet Schottland zwar die höchste Einwanderungsrate bei 19-Jährigen, doch dafür auch die höchste Auswanderungsrate bei jungen Menschen zwischen 24 und 25 Jahren – ein klares Anzeichen dafür, dass Schottland mit exzellenten Universitäten und deutlich geringeren Studiengebühren als in England junge Leute anlockt, diese aber nicht langfristig für den Arbeitsmarkt gewinnen kann. Ein möglicher Grund hierfür ist das Lohnniveau. Das mittlere jährliche Einkommen fällt mit 26.472 Pfund niedriger aus als in England mit 27.017 Pfund. Wenn die jungen Hochgebildeten aber nach und nach abwandern, könnte dies die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Region stark einschränken. Denn junge Menschen versorgen durch ihre Erwerbstätigkeit normalerweise nicht nur die Älteren finanziell mit, sie gelten auch als innovativ, ideenreich und risikofreudig. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, die Wirtschaft langfristig wettbewerbsfähig zu halten.

Kränkelnde Schotten

Während es viele Junge in andere Landesteile zieht, gehen die älteren Arbeitnehmer dem schottischen Arbeitsmarkt schon früh verloren. Denn um die Gesundheit der Schotten ist es nicht sonderlich gut bestellt. So liegt etwa in der Stadt Glasgow die Lebenserwartung der Männer bei gerade einmal 69 Jahren und damit genauso niedrig wie im asiatischen Bangladesch.

Die schottische Wirtschaft belastet das doppelt. Denn je früher die Arbeitnehmer erkranken, desto früher steigen sie aus dem Berufsleben aus und umso höher sind ihre Ansprüche an das Gesundheitssystem. Das steigert die Kosten der gesundheitlichen Versorgung, für die im Falle einer Unabhängigkeit der schottische Staat alleine aufkommen müsste. Hinzu kommen steigende Aufwendungen für Pflege und Sozialleistungen sowie die immensen Ausgaben für das liberale Bildungssystem. Auch wenn noch weitgehend ungeklärt ist, wie die Rentenansprüche und die Einzahlungen in die Sozialsysteme geregelt werden, müsste der unabhängige Staat schleunigst ein Sicherungsnetz aufbauen, das auf die anstehenden demografischen Veränderungen angemessen reagieren kann. Die Schotten stünden damit vor großen planerischen und finanziellen Herausforderungen. Mit ihrer Unabhängigkeit könnten sie also ein Eigentor schießen.

Mehr alte in Schottland?

Sowohl in Spanien als auch im Vereinigten Königreich wird der Altenquotient in den kommenden Jahren stark ansteigen. Auf 100 Erwerbstätige kommen damit immer mehr Ältere. In Katalonien verläuft dieser Prozess etwa genauso schnell wie im landesweiten Durchschnitt. In Schottland hingegen verändert sich das Verhältnis deutlich schneller zugunsten der Älteren. Das schwächt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und steigert die Kosten für Gesundheit, Pflege und Renten.
(Datengrundlage: Eurostat)


Jung, gebildet, beliebt – Erfolgsregion Katalonien

Ganz anders sieht es in Katalonien aus, das als eigener Staat wohl recht erfolgreich bestehen könnte. Für Gesamtspanien würde die Unabhängigkeit dagegen einen herben Einschnitt bedeuten. Denn mit Katalonien verlöre das Land nicht nur seine mit 7,5 Millionen Einwohnern zweitgrößte Provinz nach Andalusien und damit rund 16 Prozent seiner Bevölkerung, sondern auch eines seiner wenigen wirtschaftlichen Zugpferde. Das katalonische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt um 13 Prozentpunkte höher als der europaweite Durchschnitt. Spanien hingegen liegt 5 Prozentpunkte darunter.

Vor allem die Metropolregion Barcelona hat sich als weltweit geschätztes Innovations- und Forschungscluster etabliert und belegt regelmäßig vordere Plätze bei Städterankings. Damit ist die Gegend ein Magnet für das Dienstleistungsgewerbe und hochqualifizierte Arbeitskräfte. Katalonien verzeichnet die höchste Akademikerquote in ganz Spanien – Fachkräfte, die dem Land im Falle einer Abspaltung millionenfach verloren gingen und das in einer Lage, in der ohnehin viele junge gebildete Spanier das Land verlassen.

War Spanien vor der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 noch selbst ein beliebtes Einwanderungsziel von Arbeitssuchenden aus Osteuropa und Nordafrika, verzeichnete der Wanderungssaldo allein im Jahr 2013 ein Defizit von einer Viertelmillion Personen. Denn die Aussichten, auf dem spanischen Arbeitsmarkt einen Job zu finden, sind düster – besonders für jüngere Arbeitnehmer zwischen 25 und 29 Jahren. Jeder dritte von ihnen ist arbeitslos. In Katalonien sind es immerhin fünf Prozent weniger. Während die Region auch weiterhin auf einen großen Pool an jungen Fachkräften zugreifen kann und damit wirtschaftlich leistungsfähig bleiben dürfte, könnte der Verlust Kataloniens die Innovationskraft und wirtschaftliche Wettbewerbskraft des restlichen Spaniens weiter ins Straucheln bringen.

Bildung allein schafft keine Perspektiven

Weil viele junge Leute fürs Studium nach Schottland beziehungsweise in die Metropolregion Barcelona übersiedeln, ist in beiden Regionen die Akademikerquote höher als im Landesdurchschnitt. Während spanische Absolventen in Katalonien bessere Perspektiven vorfinden als der Rest des Landes, zieht es die meisten britischen Absolventen nach dem Abschluss über kurz oder lang wieder fort.
(Datengrundlage: Eurostat)


Steht Schottland auf sicheren Beinen?

Der wirtschaftliche Erfolg bestärkt die katalonischen Unabhängigkeitsbefürworter in ihrem Ansinnen. Auch die Schotten blicken wegen leicht überdurchschnittlicher Wirtschaftsdaten einer staatlichen Eigenständigkeit gelassen entgegen. Doch im Gegensatz zu Katalonien ist ihre wirtschaftliche Überlegenheit gegenüber Großbritannien alles andere als sicher: Obwohl Schottlands Unabhängigkeit den restlichen Regionen Großbritanniens aufgrund der fehlenden Einnahmen aus den Öl- und Gasverkäufen schmerzen dürfte, könnten die Verluste auf Seiten der Schotten langfristig größer ausfallen als viele Schotten annehmen. Darauf weist etwa das hohe Haushaltsdefizit hin, welches im Jahr 2012 etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht (Öl- und Gaserträge ausgeschlossen) und damit schlechter ausfällt als in Krisenländern wie Griechenland oder Spanien.

Die Folgen regionaler Spaltungen dürften damit von Land zu Land ganz unterschiedlich ausfallen – auch wenn sich diese heute nicht im Detail absehen lassen. Doch eins ist sicher: Im Falle erfolgreicher Voten würden die Schotten und Katalanen Präzedenzfälle schaffen. Diese könnten für andere Regionen mit Sezessionsbestrebungen zielbestimmend sein und damit Europa deutlich stärker aufwirbeln als bislang angenommen.

Quellen

Eurostat (2010): Regional population projections EUROPOP 2008: Most EU regions face older population profile in 2030. Brüssel.

Instituto Nacional de Estadística (2014): Migraciones exteriores. Madrid.

KPMG (2012): Global Cities Investment Monitor 2012. New Rankings, Trends and Criteria. Paris.

Stiftung Wissenschaft und Politik (2014): Das Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands (18.9.2014) - Politische Hintergründe und Folgen für die Zukunft Europas. Berlin.

The Economist (12. Juli 2014): The economics of independence. A costly solitude. London.

The Scotish Parliament Information Centre (2014): Financial Scrutiny Unit Briefing. Earnings in Scotland. Edinburgh.

The Scottish Government (2013): Scotland’s Balance Sheet. Edinburgh.

 

Die Zukunft ist bunt
Europas Wirtschaft ist ohne Migration schon lange nicht mehr denkbar.

Zuwanderung wird für das alternde Europa immer wichtiger. Insbesondere Deutschland, wo sich die Bevölkerung ohne Zuwanderer schon seit 1972 rückläufig entwickeln würde, ist mit seiner gut aufgestellten Wirtschaft auf junge, kreative und leistungswillige Fachkräfte in Forschung, Pflege und im Gesundheitssektor aus dem Ausland angewiesen – der Mittelstand noch mehr als große Unternehmen. Die Amerikanerin Amelie Constant und Klaus Zimmermann vom Institut für die Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, die sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung der Arbeitsmärkte auf der ganzen Welt beschäftigen, haben jetzt einen Übersichtsband herausgegeben, der sehr viele Aspekte der Zuwanderung abdeckt und fast vier Dutzend Autoren zu Wort kommen lässt. Das 500-seitige „International Handbook on the Economics of Migration“, beschäftigt sich, wie der Titel nicht verheimlicht, überwiegend mit der ökonomisch motivierten Migration.

Im Zuge der Globalisierung sind alle für die Wirtschaft relevanten Faktoren mobil geworden. Investoren können Wissen, Kapital und Arbeitskräfte an fast jeden Ort der Welt verschieben, in der Hoffnung, dort die günstigsten Produktionsbedingungen zu finden. Das klappt längst nicht immer. In ihrem eigenen Beitrag zeigen die Herausgeber, dass gerade der Prozess der Migration nicht immer problemlos vonstattengeht. Denn was sich volkswirtschaftlich rechtfertigen lässt, findet nicht immer Gefallen in den Zielländern der Migranten. Zum einen scheint die Skepsis vor Fremden eine anthropologische Konstante zu sein, zum anderen haben gerade schlecht qualifizierte Einheimische immer die Furcht, von billigen aber trotzdem motivierten Arbeitskräften aus ihren Jobs verdrängt zu werden. Migranten ihrerseits klagen überall auf der Welt darüber, dass sie von der Mehrheitsbevölkerung zu wenig akzeptiert werden.

Tatsächlich ist die Integration, die eine Voraussetzung für das Ankommen in einer neuen Gesellschaft ist, ein langwieriger Prozess. Die Herausgeber schreiben, dass es Zuwanderer weltweit erst einmal schwer haben, einen passenden Arbeitsplatz zu finden, und dass sie in ihren Einkommen im Schnitt stets der einheimischen Bevölkerung hinterherhinken: „Kaum eine Migrantengruppe erreicht je eine ökonomische Assimilation, zumindest nicht in der erstem Generation.“ Dies ist allerdings auch gar nicht unbedingt das Ziel der Zuwanderer, wollen sie doch zunächst einmal ihre Lebenssituation gegenüber jener im Herkunftsland verbessern.

Die Autoren räumen auch damit auf, dass Migration eine Entscheidung fürs Leben ist. Und dass sie zu einem schmerzlichen Verlust von Humankapital, von „Brain Drain“ in den Wegzugsländern führt. Diese Vorstellung sei veraltet, heißt es, denn längst spielen die Rückwanderung und die „zirkuläre Migration“ eine wesentliche Rolle. Wenn etwa indische Studenten im Silicon Valley eine Ausbildung zum Software-Ingenieur machen, danach in den USA ein erfolgreiches Startup gründen, viel Geld an ihre Familien in Indien überweisen, natürlich längst auch die US-Staatbürgerschaft neben ihrer indischen haben und dann zurück in ihre Heimat ziehen, um dort ein neues Unternehmen zu gründen, dann entspricht dies eher der heutigen Form der Mobilität. Diese Menschen machen sich für beide Volkswirtschaften nützlich, transferieren Wissen, schaffen Netzwerke und lösen die alten Vorstellungen zwischen „fremd“ und „einheimisch“ langsam aber sicher auf.

Zirkuläre Migration sei zudem die beste Reaktion auf volatile Arbeitsmärkte. Wenn also im Moment hundertausende von jungen, qualifizierten Spaniern, Griechen und Rumänen den Jobs in Deutschland hinterher ziehen, dann hilft das, die Arbeitslosigkeit in diesen Ländern zu reduzieren und es dient der Wirtschaft und dem Finanzminister hierzulande. Es bedeutet aber auch, dass viele derjenigen, die derzeit in Deutschland aushelfen, schnell wieder weg sind, wenn sich die Lage in ihren Herkunftsländern verbessert. Denn moderne Migranten sind vor allem eins: mobil. Interessanterweise, das erklärt der entsprechende Beitrag in dem Handbuch, wandern dann eher Männer als Frauen zurück. Das liegt vermutlich daran, dass Frauen in der Fremde eher einen Partner finden und dann dort Wurzeln schlagen. Der Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft hilft übrigens wenig, die Migranten an die Bundesrepublik zu binden. Im Gegenteil: Er scheint sogar noch mobiler zu machen, haben die Neudeutschen doch im Bedarfsfall die Möglichkeit jederzeit wieder zurückzukehren.

Das Handbuch beleuchtet die Lage von Migranten, die speziell für riskante Jobs angeheuert werden, ebenso wie den Menschenschmuggel und die Wanderung in den Sozialstaat. Es geht in dem Sammelband um die Frage, warum gut qualifizierte Migranten oft keine Jobs finden, die ihren Fähigkeiten entsprechen oder in welcher Form sich die Gesundheit der Zuwanderer durch das Leben in der neuen Heimat verändert und um vieles mehr.

Die meisten Kapitel sind gut verständlich geschrieben, keine Selbstverständlichkeit in diesem Genre. Das liegt sicher auch an der großen Zahl von angelsächsischen Autoren, die sich generell leichter als deutsche Wissenschaftler damit tun, das Ergebnis ihrer Arbeit einem breiteren Publikum, also der ultimativen Zielgruppe, näherzubringen. Weil das Buch allerdings auf einem längeren Forschungsprojekt beruht und die Fertigstellung eines solchen Werkes eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, sind einige Daten nicht mehr auf dem aktuellen Stand.

Zum Beispiel erklärt das Kapitel zu Flüchtlingen und Asylbewerbern, warum deren Zahlen deutlich gesunken sind. Tatsächlich machten Asylanten Anfang der 1990er Jahre, also nach dem Ende des Kommunismus, noch elf Prozent aller Zuwanderer aus, während es 2009 nur noch vier Prozent waren. Das Bild hat sich mittelweile allerdings erneut gewandelt, vor allem wegen der Krisen im Nahen Osten und in Afrika. Heute erreicht die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden neue Höchststände. Das Handbuch bietet deshalb wenig Information zur jüngsten Debatte, die sich vor allem an den Flüchtlingskatastrophen auf dem Mittelmeer entzündet. Für die grundsätzlichen Fragen zur Migration spielen die „veralteten“ Daten jedoch keine große Rolle. Sie mindern auch nicht den Nutzwert des Handbuchs: Gerade in der oft populistisch aufgeheizten Debatte sind klare, nüchterne und wissenschaftlich fundierte Informationen wichtiger denn je.


Rezension von Reiner Klingholz, Nachdruck unter Quellenangabe (Reiner Klingholz / Berlin-Institut) erlaubt.

Constant/Zimmermann: International Handbook on the Economics of Migration. Edward Elgar Publishing. Cheltenham/Northampton 2013. 584 Seiten. Als E-Book erhältlich zum Preis von 43,66 Euro.



Ausgabe 177, 16.09.2014

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