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Ausgabe 85, 25. November 2009

Der Newsletter DEMOS informiert über demografische Veränderungen und deren Auswirkungen auf Politik, Entwicklung, Wirtschaft und Gesellschaft.

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"Ärzte werden knapp, und der Ärztebedarf wird sogar noch steigen"
Interview mit Dr. Thomas Kopetsch, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Berlin

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Was tun mit Schrottimmobilien?
Die deutsche Bevölkerung schrumpft, viele Wohnungen stehen leer und Häuser verfallen - das schadet dem Image der Kommunen

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Berge und ihre Bewohner
Das ökologische Gleichgewicht in den Alpen hängt auch von der weiteren Bevölkerungsentwicklung und der Bewirtschaftung ab

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Aus aktuellem Anlass
Interview mit dem Experten Wolfgang Lutz zu Klimawandel und Bevölkerungsentwicklung

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"Ärzte werden knapp, und der Ärztebedarf wird sogar noch steigen"
Interview mit Dr. Thomas Kopetsch, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Berlin

Dr. Thomas Kopetsch (geb. 1966), studierter Diplom-Volkswirt, leitet seit 2000 die Abteilung Bedarfsplanung, Bundesarztregister und Datenaustausch der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie der gemeinsamen Statistikabteilung mit der Bundesärztekammer in Berlin. Vorher war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre-Finanzwissenschaft der Universität Rostock tätig.

Der Gesundheitszustand der Deutschen ist im internationalen Vergleich gut, die Lebenserwartung ist hoch - und sie steigt jedes Jahrzehnt etwa um drei Jahre. Wird das so weitergehen?

Tatsächlich nimmt die Mortalität in den höheren Altersklassen sogar noch ab, insofern wird die Lebenserwartung eher noch schneller steigen.

Gibt es ein Höchstalter, das Menschen irgendwann vermutlich erreichen werden?

Die Literatur zeigt, dass das statistische Durchschnittsalter steigt. Bei einer Lebensspanne von 100 bis 120 Jahren liegt jedoch eine Obergrenze, die wohl nicht überschritten werden wird. Aber natürlich ist es äußerst bemerkenswert, dass ein immer höherer Prozentsatz der Bevölkerung ein immer höheres Alter erreicht.

Wovon hängt es denn ab, ob jemand sich dieser Obergrenze nähert?

Drei Dinge sind für die Verlängerung der Lebenserwartung verantwortlich: erstens die Verbesserung der Ernährung, zweitens die Verbesserung der hygienischen Bedingungen, und drittens der medizinische Fortschritt. Interessant ist, dass der medizinische Fortschritt nicht unbedingt die Lebenserwartung bei der Geburt erhöht, sondern die Lebenserwartung der älteren Jahrgänge.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass dann ausreichend Ärztinnen und Ärzte da sind, die die Älteren untersuchen und behandeln können. Ist diese Versorgung gesichert?

Gute Frage - es wird immer gesagt, im internationalen Vergleich hätten wir sehr viele Ärzte in Deutschland. Das ist wohl richtig, aber solche Vergleiche hinken auch immer: Man muss sich auch die Gesamtzahl der im Gesundheitswesen Tätigen angucken. Und dabei sieht man, dass wir in Deutschland zwar mehr Ärzte haben als in Großbritannien, dass es dort aber sehr viel mehr Krankenschwestern und anderes medizinisches Hilfspersonal gibt als in Deutschland. Da muss man die Gesamtzahl der Menschen in Gesundheitsberufen betrachten. Und hier liegt Deutschland im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld.

Werden wir denn in Zukunft genug Ärzte haben, um den Bedarf an medizinischer Versorgung zu decken?

Bis vor ungefähr sieben Jahren hatten wir in Deutschland die Tendenz, dass gesagt wurde: "Wir haben eine Ärzteschwemme", also zu viele Ärzte. Seitdem können wir jedoch feststellen, dass Ärzte knapp werden. Das merkt man schon daran, dass im letzten Jahr fast zwei Drittel der Krankenhäuser vakante Stellen für Krankenhausärzte nicht besetzen konnten. Und im ambulanten Bereich ist es so, dass viele Ärzte in den Ruhestand gehen, ohne einen Nachfolger zu finden. Darüber hinaus hat die Zuwanderung ausländischer Ärzte in den letzten Jahren massiv zugenommen - ein Indiz dafür, dass es an Ärzten mangelt. Ärzte werden zunehmend zur beschränkenden Größe im Gesundheitswesen.

Obwohl die Bevölkerung schrumpft, brauchen wir also nicht weniger Ärzte, denn gleichzeitig werden wir älter …

... ja, diese beiden Entwicklungen des demografischen Wandels heben sich nicht auf: Ärzte werden knapp, denn im höheren Lebensalter ist der Bedarf an medizinischer Versorgung höher. Und der Ärztebedarf wird sogar noch steigen.

Wird sich auch der Facharztbedarf ändern?

Ja, allerdings betrifft dies nicht alle Fachrichtungen gleichermaßen. Die so genannten Altenversorger werden stärker benötigt werden, das sind vor allem Augenärzte, bei denen es in manchen Gegenden in Deutschland schon extrem lange Wartezeiten auf Termine gibt, oder Urologen. Auf der anderen Seite brauchen wir weniger Kinderärzte und Gynäkologen, weil die durchschnittliche Kinderzahl je Frau sinkt und weil Frauen in höherem Alter seltener zum Frauenarzt gehen. Und auch Hausärzte gehören zu den Ärzten, die von betagten Menschen häufig aufgesucht werden.

Warum gibt es denn zu wenige Ärzte in Deutschland - bilden wir zu wenige aus?

Es gibt fünf Entwicklungen, die zur Verknappung von Ärzten führen. Das ist erstens der medizinische Fortschritt: Die Medizin kann inzwischen Therapien realisieren, die vorher undenkbar waren. Die Therapiemöglichkeiten wandern zudem ins höhere Alter, beispielsweise wurden vor zwanzig Jahren gewisse Herzoperationen nicht an über 70-Jährigen durchgeführt, mittlerweile ist das Routine.

Der medizinische Fortschritt schafft also einen höheren Ärztebedarf - was noch?

Zweitens der demografischer Wandel, also das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung, und drittens die Tendenz zur allgemeinen Arbeitszeitverkürzung, die auch die Ärzte betrifft. Aufgrund von Arbeitszeitverkürzungen in Krankenhäusern werden dort mehr Ärzte benötigt. Viertens haben wir eine Feminisierung der Profession: Fast zwei Drittel der Studienanfänger sind Frauen, das wird sich fortsetzen, in den nächsten fünf, sechs Jahren wird die Frauenquote in der Ärzteschaft insgesamt 50 Prozent überschreiten. Diese beiden Faktoren, Arbeitszeitverkürzung und Feminisierung der Medizin, haben dazu geführt, dass das geleistete Arbeitszeitvolumen um knapp zwei Prozent gesunken ist - obwohl wir in der Statistik zwischen 2000 und 2007 fast sieben Prozent mehr Ärzte und Ärztinnen in Deutschland ausweisen konnten. Denn viele Ärztinnen arbeiten in Teilzeit. Der fünfte Grund, warum wir einen Ärztemangel haben, ist, dass sich der ärztliche Arbeitsmarkt ausdifferenziert hat: Früher strebten viele an, im Krankenhaus Oberarzt zu werden oder sich mit einer Praxis selbstständig zu machen. Heute arbeiten viele Mediziner in Unternehmensberatungen, in der Pharmaindustrie, in der Medizininformatik oder als Gutachter.

Und warum?

Es gibt eine Untersuchung, die dazu 5.000 Ärzte befragt hat, die entweder aus der kurativen Tätigkeit ausgestiegen sind oder ins Ausland gegangen sind. Die Befragten nannten drei Gründen: erstens die als nicht leistungsgerecht empfundene Entlohnung der ärztlichen Tätigkeit, zweitens die mangelnde Vereinbarkeit des Berufs mit Familie und Freizeit, drittens die zunehmende Belastung durch bürokratische Tätigkeiten.

Die wachsende Frauenerwerbstätigkeit insgesamt, die auch die Zahl der Ärztinnen erhöht, kann den Mangel nicht ausgleichen, weil diese oft in Teilzeit arbeiten?

Genau, es gibt eine Faustformel: Für die Lebensarbeitszeitleistung von zwei Ärzten werden drei Ärztinnen benötigt - das ist ein Faktum, aus dem man die entsprechenden Konsequenzen ziehen muss.

Gibt es regionale Unterschiede beim Ärztemangel, etwa zwischen Stadt und ländlichem Raum?

Generell lässt sich sagen: Je attraktiver eine Stadt ist, desto weniger haben die dort ansässigen Krankenhäuser Schwierigkeiten, Ärzte zu anzuziehen und zu halten, und desto weniger haben die dortigen Vertragsärzte, die ihre Praxis abgeben wollen, Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Je ländlicher ein Gebiet beziehungsweise unattraktiver die Stadt ist, desto größer sind die entsprechenden Probleme und desto größer ist auch der Ärztemangel.

Weniger Menschen bedeuten ja nicht unbedingt einen geringeren Ärztebedarf, wenn vor allem die ältere, weniger mobile Bevölkerung in den dünn besiedelten Regionen zurückbleibt. Gibt es Lösungsansätze, um die Versorgung auch hier zu sichern? Ist etwa Schwester Agnes, die von Dorf zu Dorf fährt und als Ansprechpartnerin fungiert, ein Modell?

Die Probleme sind nicht monokausal entstanden und auch nicht so zu lösen, deshalb müssen vielfältige Ansätze diskutiert werden. Das zunächst ostdeutsche Problem haben jetzt auch westdeutsche Flächenländer wie Niedersachsen. Um eine flächendeckende medizinische Versorgung zu erhalten, wären beispielsweise Filialpraxen auf dem Land denkbar, in denen jeden Tag ein anderer Arzt aus der Stadt Dienst hat.

Wenn es zu wenig Ärztinnen und Ärzte in Deutschland gibt, aus welchen Ländern können wir dann welche anwerben?

Heute kommen die zugewanderten Ärzte vor allem aus Mittel- und Osteuropa, sprich: aus Polen, der Tschechischen Republik und der Ukraine, aber auch aus Österreich.

Wieso auch aus Österreich? Gerade dahin gehen ja viele angehende deutsche Mediziner zum Studium, weil es dort keinen numerus clausus gibt - kommen die dann auch alle zurück?

In Österreich gibt es lange Wartezeiten für Studierende, die das Studium abgeschlossen haben und nun eine Weiterbildung zum Facharzt antreten wollen. In Deutschland ist es relativ unproblematisch, eine solche Stelle zu bekommen, in Österreich müssen die angehenden Mediziner teilweise drei, vier, fünf Jahre darauf warten.

Und in Österreich gibt es keine Ärzteknappheit?

Noch nicht, die bilden noch über Bedarf aus.

Deutschland ist auf Ärzte aus dem Ausland angewiesen. Das ist zunächst ein Gewinn - entstehen daraus auch Probleme?

Es kann schwierig werden, wenn es Sprachprobleme gibt. Außerdem haben die ausländischen Ärzte auch eine andere Mentalität - und wenn es wie in manchen Krankenhäusern Ostdeutschlands 70 Prozent ausländische Ärzte gibt, dann wird es manchmal schwierig, die vielen verschiedenen Mentalitäten unter einen Hut zu bekommen.

Wohin gehen denn die deutschen Ärzte, wenn sie auswandern?

Vor allem in die Schweiz und aus Forschungsgründen auch in die USA, außerdem nach Großbritannien und in die skandinavischen Länder.

Was hat das - neben der Ärzteknappheit hierzulande - für Folgen?

Das ist aus volkswirtschaftlicher Sicht bedenklich, weil das Studium in Deutschland umsonst ist. Das Medizinstudium ist das teuerste überhaupt, es kostet 250.000 Euro. Jeder hier ausgebildete Arzt, der ins Ausland geht, bedeutet einen Export deutscher Steuergelder und einen Verlust an dringend benötigter Arbeitskraft.

Das Interview führte Margret Karsch.

Nachdruck unter Quellenangabe (Margret Karsch / Berlin-Institut) erlaubt.

 

   
     
 

Was tun mit Schrottimmobilien?
Die deutsche Bevölkerung schrumpft, viele Wohnungen stehen leer und Häuser verfallen - das schadet dem Image der Kommunen

Das Haus ist unbewohnt. Erst brennt hinter den Fenstern kein Licht mehr, die Vorhänge fehlen, dann zieren eines Morgens Graffiti die Fassade. Wenn schließlich der Putz abbröckelt, eine Fensterscheibe eingeworfen ist oder ein Dachziegel fehlt, beschleunigt sich der Niedergang: Es regnet herein, das Gemäuer wird feucht, die Tauben ziehen ein. Irgendwann lässt sich das Haus nur noch im Schutzanzug und mit Atemmaske betreten.

Es ist ein schleichender Prozess. Wie kommt es dazu, dass Gebäude sich in Schrottimmobilien verwandeln, dass sie ungenutzt bleiben und verfallen? Das kann verschiedene Gründe haben, die oft auch zusammenspielen: Private Eigentümer kümmern sich manchmal nicht um ihre Immobilie, weil sie zu wenig Geld haben, weil sie nicht in der Nähe wohnen, weil sie zu einer Eigentümergemeinschaft gehören, die uneinig ist. Oder weil sie Streit mit Mietern vermeiden wollen, die nicht immer auf auftretende Mängel aufmerksam machen, sich nicht für den Bestand einsetzen oder ihn gar schädigen. Möglicherweise gehört das Gebäude auch einem Immobilenfonds, der kein Interesse an der Bausubstanz oder gar am Wohnumfeld hat. Oder es gehört der öffentlichen Hand, die kein Konzept parat hat, wie damit sinnvoll umzugehen wäre.

Wertverlust von Immobilie und Umgebung

Eine solche Schrottimmobilie hat nicht nur stark an Wert verloren - sie verursacht auch immer mehr Kosten, die über den bloßen Instandhaltungsaufwand hinausgehen: Wenn etwa die Balkone herabzustürzen drohen, müssen diese und der Gehweg gesichert werden, um die Passanten vor herunterfallenden Gebäudeteilen zu schützen. Wenn das Haus dann noch unter Denkmalschutz steht, kommen weitere Auflagen hinzu, die die Kosten einer Renovierung in die Höhe treiben.

Das Bild der Straße, des Viertels, der ganzen Stadt wird davon beeinflusst. Wo niemand wohnt, herrscht auf der Straße auch kein Leben. Es besteht die Gefahr, dass die sinkenden Mieten in Vierteln mit hohen Leerstandsquoten eine Entwicklung dahin beschleunigen, dass nur noch bestimmte soziale Gruppen dort einziehen oder wohnen bleiben. In der Folge ziehen andere fort. Investoren werden abgeschreckt. Zusätzliche Kosten entstehen dadurch, dass bei einer schrumpfenden Bevölkerung und als Folge leer stehender Gebäude die Infrastruktur, etwa die Wasserver- oder Abwasserentsorgung, nicht ausgelastet ist. Hier muss die Kommune dann kostspielige Anpassungen vornehmen. Weniger Einwohner bedeuten für die Kommune zudem weniger Einnahmen und damit wiederum weniger finanzielle Möglichkeiten, den Leerstand zu bekämpfen - eine Abwärtsspirale droht.

Die Menschen gehen, die Häuser bleiben

Leerstände bilden keineswegs ein ost-, sondern ein gesamtdeutsches Phänomen. Denn die deutsche Bevölkerung schrumpft: Die Einwohnerzahl lag im Jahr 2008 dem Statistischen Bundesamt zufolge bei 82,0 Millionen - um mehr als 200.000 niedriger als im Vorjahr. Die jüngst veröffentlichte 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung kommt für 2030 auf rund 77,4 Millionen. Dieser Prognosewert geht von einer annähernden Konstanz bei der Kinderzahl je Frau aus, von einer steigenden Lebenserwartung und von einem jährlichen Zuwanderungsgewinn von 100.000 Menschen ab 2014.

Die Entwicklung verläuft in den Regionen allerdings sehr unterschiedlich. So sind seit der Wende im Saldo über 1,7 Millionen Menschen aus Ost- nach Westdeutschland abgewandert - noch 2008 waren es rund 51.000. Der wirtschaftliche Strukturwandel hat die Abwanderung noch befördert. Entsprechend konzentrieren sich im Osten die schrumpfenden Städte und Gemeinden, während es im Westen noch wachstumszonen gibt. Aber auch dort sinkt bereits in knapp 30 Prozent aller Kommunen die Zahl der Einwohner.

Bevölkerungsabnahme im Osten und im Westen

Seit 1995 haben die meisten Regionen Ostdeutschlands Bevölkerung verloren. Schrumpfgebiete finden sich aber auch zunehmend im Westen der Bundesrepublik, etwa im Ruhrgebiet und im Saarland. Und nicht nur in Bayern gibt es Regionen, in denen die Bevölkerung zugenommen hat, sondern auch in Brandenburg: Der Speckgürtel um Berlin herum boomt - nicht zuletzt wegen der Eigenheimpauschale. Zudem war dieser Landstrich zuvor besonders dünn besiedelt, so dass der Zuwachs hier besonders ins Gewicht fällt (Datengrundlage: Statistisches Bundesamt).

Anzahl der Schrottimmobilien und Umfang der Brachen ist unbekannt

Wie viele verwahrloste Immobilien in Deutschland zurückbleiben, wenn die Menschen sterben oder abwandern, ist nicht zu sagen - nicht einmal die Brachflächen insgesamt sind deutschlandweit vollständig erfasst. Brachen nennt man Grundstücke, die weder landwirtschaftlich noch als Baufläche oder zu einem anderen Zweck genutzt werden. Immerhin liegen vereinzelt regionale Analysen vor: In Thüringen etwa gibt es rund 6.300 Hektar Brachflächen - leere Plattenbauwohnungen, überflüssige kommunale Verwaltungs- und Veranstaltungsgebäude, ungenutzte öffentliche Infrastruktureinrichtungen wie Schulen und Freibäder oder ehemalige Bahn- und Militärgelände. Auch Burgen und Schlösser stehen ohne Bewohner da. Der größere Teil der Flächen kommt nur für eine Renaturierung in Frage. Insbesondere lange Genehmigungsfristen, die Vielzahl von Vorschriften und Normen, unflexible Förderprogramme sowie Haftungs- und Kostenrisiken machen es für Investoren und kommunale Entwicklungsgesellschaften unattraktiv, sich hier zu engagieren.

Leerstand - ein in West und Ost bekanntes Phänomen

Das Statistische Bundesamt verfügt immerhin über die Leerstandsquote, also den Anteil aller Wohneinheiten, die leer stehen: Deutschlandweit ist sie zwischen 1998 und 2006 von 7,5 auf 8,1 Prozent gestiegen. Im Osten ist der Anteil leer stehender Wohnungen fast doppelt so hoch wie im alten Bundesgebiet. Allerdings ist durch die Abrisse im Rahmen des Programms "Stadtumbau Ost" der Leerstand im Osten stark rückläufig - immerhin wurden seit der Wende in den neuen Bundesländern hunderttausende von Wohnungen geschleift. Paradoxerweise ist dieser jetzt vernichteteWohnraum zum Teile erst nach der Wende durch Förderprogramme entstanden.

Wo sind all die Nachbarn hin?

Laut Stadtentwicklungsbericht von 2008 ist keine "[…] vollständige Übersicht über die Wohnungsleerstände […] möglich, da keine einheitliche Datengrundlage besteht." Aber die Daten erlauben immerhin den Schluss, dass im Osten Deutschlands immer noch mehr Wohnungen leer stehen als im Westen. Und das, obwohl seit der Wende unzählige Wohnungen, vor allem in Plattenbaugebieten, abgerissen wurden. Aufgrund des anhaltenden Bevölkerungsschwundes dürfte diese Entwicklung weitergehen (Datengrundlage: Statistisches Bundesamt).

Zum Bestand von Schrottimmobilien gibt es jedoch keine Zahlen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass nicht einheitlich festgelegt ist, wann sich ein Leerstand im Rahmen der Norm bewegt und wann es angebracht ist, von "Schrottimmobilien" zu sprechen.

Prävention: Leerstände erfassen, Brachen vermeiden, Zwischennutzungen fördern

Wie lässt sich verhindern, dass sich eine alte Keramikfabrik in eine Schrottimmobilie verwandelt - statt in eine Anlage mit Lofts, Ateliers und Restaurants, die von der Bevölkerung genutzt wird? Zunächst einmal muss nicht nur der Leerstand, sondern auch der drohende Verfall bekannt sein. Das erfordert gegenwärtig einen hohen Recherche- und damit Kostenaufwand seitens der Kommune.

Der Wettbewerb um die Einwohner alleine bietet keinen Ausweg, um die finanzielle Notlage vieler Kommunen zu beheben. An einigen Orten kann es nur darum gehen, das Schrumpfen zu verlangsamen und den Leerstand aufzuhalten, etwa durch Zwischennutzungen. Die sind oft nicht einfach zu realisieren, weil die Eigentümer beispielsweise Angst um ihren Besitz haben - um eine Fläche genau wie um ein Gebäude - oder damit Gewinn machen wollen. Den wirft ein temporärer Ausstellungsraum oder eine Parkanlage in der Regel nicht ab, dennoch kann beides eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern und die Lebensqualität der Anwohner erhöhen. Zwischennutzungen bieten Chancen, Orte von ihrer Geschichte zu befreien, neue Perspektiven zu eröffnen, Vandalismus und Verfall zu verhindern, öffentliches Interesse und vielleicht sogar Investoren anzuziehen oder die Identifikation der Anwohner mit dem Quartier zu fördern.

Dringender Handlungsbedarf - Politik und Zivilgesellschaft sind gefordert

Das Phänomen der "shrinking cities" ist bekannt, aber Schrottimmobilien sind außerhalb der Fachöffentlichkeit noch kein Thema - auch wenn jeder sofort Bilder aus Brandenburg oder Bremen vor Augen hat, von leer stehenden Gründerzeithäusern oder Plattenbauten. Doch der öffentliche Skandal, der erst den nötigen Druck für politisches Handeln erzeugen könnte, ist bisher ausgeblieben.

Immerhin unternimmt die Zivilgesellschaft Anstrengungen, um leer stehende Altbauten vor dem Verfall zu bewahren. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Leipziger Verein HausHalten e.V., der 2004 das Konzept der so genannten Wächterhäuser eingeführt hat. Die Idee: Kreative Nutzer von verfallenden Altbauten übernehmen die notwendigen Reparaturen und kontrollieren den Zustand eines Hauses. Dafür wohnen sie umsonst und müssen dem Verein nur die anfallenden Betriebskosten und einen Fördermitgliedsbeitrag zahlen. Profitieren tun beide Seiten, Eigentümer und Nutzer - und obendrein die Kommune. Der Verein übernimmt die Recherche nach den Eigentümern und die Verwaltung berät inzwischen auch andere Kommunen wie Chemnitz, Halle, Wuppertal, Holzminden, Hof oder Bremerhaven.

Auch die Stiftung Schloss Ettersburg engagiert sich für Schrottimmobilien. Das Fazit der von dem Vorstandsvorsitzenden und ehemaligen Direktors der UN-Umweltorganisation Unep Klaus Töpfer geleiteten Tagung, die Ende Oktober 2009 zu diesem Thema stattgefunden hat: Die Kommunen, die auf staatlicher Seite zu den Leidtragenden gehören, sind zu knapp bei Kasse, um die Last im Umgang mit den Schrottimmobilien alleine zu schultern, zudem ist die Rechtslage kompliziert; die Bundesländer, denen die Immobilien im Falle einer Enteignung zufallen, pokern oft und setzen auf Wertzuwachs; die Banken, die zu viel Geld als Hypothek für eine Immobilie vergeben haben, das sie nach dem Ableben der besitzer nicht zurückerhalten, wollen ihre Fehler nicht eingestehen. Ein offener Umgang mit dem Thema wäre aber dringend erforderlich, um pragmatische Regelungen zu finden, die an die künftig noch steigende Zahl von Schrottimmobilien angepasst sind.

Literatur / Links

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (2009): Stadtumbau - die Fortsetzung. Informationen zur Raumentwicklung H. 7/2009.

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung/Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2009): Leitfaden zum Einsatz von Rechtsinstrumenten beim Umgang mit verwahrlosten Immobilien ("Schrottimmobilien"). Werkstatt: Praxis H. 65. Bonn.

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (2009): Stadtentwicklungsbericht 2008. Neue urbane Lebens- und Handlungsräume.

Steffen Kröhnert, Iris Hoßmann, Reiner Klingholz (2008): Die demografische Zukunft von Europa. Wie sich die Regionen verändern. Hgg. v. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. München.

Statistisches Bundesamt, www.destatis.de

Stiftung Schloss Ettersburg - Gestaltung des demografischen Wandels, www.stiftung-ettersburg.de

 

   
     
 

Berge und ihre Bewohner
Das ökologische Gleichgewicht in den Alpen hängt auch von der weiteren Bevölkerungsentwicklung und der Bewirtschaftung ab

Wer die kurzen Beiträge des Alpenkenners Werner Bätzing liest, die dieser Sammelband enthält, erfährt viel über die Geschichte der Besiedlung und Bewirtschaftung des Alpenraums. Darüber hinaus entwirft Bätzing ein Szenario, welche zukünftige Entwicklung im Zuge von Klimawandel und Globalisierung zu erwarten ist - und welche politischen Maßnahmen wünschenswert wären, um die "Orte guten Lebens" nachhaltig zu sichern.

Das Lesebuch ist zum 60. Geburtstag des Autors erschienen, mit einem Geleitwort von Reinhold Messner und einer Einleitung seiner Frau. Die Kapitel sind in einem weniger wissenschaftlichen Stil verfasst, als es der Untertitel "Die Alpen zwischen Übernutzung und Idyll" vermuten lässt. Sie zeigen in ihrer Mehrzahl vielmehr Bätzings persönliche Sicht auf das Zusammenspiel von Mensch und Natur. Es sind Artikel, die Bätzing seit 1976 in verschiedenen Publikationen des Deutschen Alpenvereins und Zeitungen veröffentlicht hat. Entsprechend unterschiedlich ist ihre Tiefe der Auseinandersetzung mit dem Thema - teils sind es Reiseberichte, teils kritische Betrachtungen der politischen Rahmenbedingungen, die die Entwicklung und Besiedlung dieses besonderen Kulturraums prägen, teils Referate von Ergebnissen seiner Forschungstätigkeiten. Auch Wiederholungen bleiben so nicht aus, trotz einer Überarbeitung vor der erneuten Veröffentlichung.

Bätzing geht in einigen seiner Ausführungen weit zurück: Nach der letzten Eiszeit waren die Tallagen versumpft, bis zur Baumgrenze wuchs überall Wald, darüber fanden sich Flächen mit Gras und Geröll. Die Menschen veränderten die Landschaft, um dort leben zu können - sie entwässerten die Tallagen, rodeten in Talnähe und in höheren Lagen, um Hochalmen zu schaffen, legten Äcker und Wiesen an. Durch kontinuierliche Pflege wie Rodungen, regelmäßiges Schneiden, Düngen, Auslesen von Steinen erhielten sie ihre Lebensgrundlage und die ökologische Stabilität.

Bleibt diese Arbeit ungetan, holt die Natur sich den Raum zurück. Doch dieser Prozess bringt wegen der bereits vollzogenen Eingriffe oft Probleme mit sich: Wenn die Terrassen, die Erosionsschutz bieten, verfallen, wird der Erdboden weggespült, es kann zu Schlammlawinen kommen. Wenn die Verbauungen in Wildbächen weggespült werden, bekommt das Wasser mehr Gewalt. Wenn statt einer dichten Grasfläche verschiedene Pflanzen wachsen, sinkt die Speicherfähigkeit des Bodens und beschleunigt sich die Erosion. Angrenzende bewohnte Gebiete und ihre Infrastruktur laufen Gefahr, von Lawinen bedroht zu werden.

Der Alpenraum ist sehr unterschiedlich besiedelt. Zwischen 1870 und 1990 ist die Bevölkerung der Alpen von sieben auf elf Millionen Menschen angewachsen. Im 19. und 20. Jahrhundert ist die Bevölkerung der Industriestaaten oft um das Dreifache gewachsen, die Alpenbevölkerung dagegen nur um 65 Prozent. Von 1970 bis 1996 jedoch liegen die Wachstumsraten des Alpenraums mit 14,5 über denen der EU mit 7,0 Prozent. Beim Lesen dieser Zahlen tut sich eine erhebliche Schwäche des Buchs auf: Die Artikel sind beim Redigieren leider nicht aktualisiert wurden, deshalb sind die Zahlen sehr alt - hier wäre es durchaus möglich gewesen, die Kapitel mit Hilfe neuerer Quellen zu ergänzen.

Bätzing weist darauf hin, dass im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Zusammenbruch der Berglandwirtschaft, des lokalen Handwerks und Gewerbes zu einem Rückgang der alpinen Bevölkerung geführt hat. Ab 1880 gab es erstmals große Auswanderungsbewegungen, da das Land die Bewohner nicht mehr ernähren konnte - so wanderte etwa die gesamte Bevölkerung des oberen Ubaye-Tals gemeinsam nach Brasilien aus. Im piemontesischen Mairatal lebten 1881 noch 22.171 Personen, 1969 waren es nur noch 6.699. Während der beiden Weltkriege erlitt die Bergbevölkerung hohe Verluste. Mitte der 1950er Jahre setzte dann der Massentourismus ein, es kam zu einer "Explosion der Infrastruktur", bis 1981 die Übernachtungszahlen wegen des Überangebots stagnierten.

Eine Gemeindeanalyse Bätzings, bei der er alle knapp 6.000 Gemeinden der sieben Alpenstaaten untersucht und deren Ergebnisse er 1994 publiziert hat, hat ergeben, dass sich hinter dem Bevölkerungszuwachs auf elf Millionen zwei gegenläufige Trends verbergen: "43 Prozent aller Alpengemeinden erleiden seit 1870 einen Bevölkerungsrückgang von durchschnittlich 44 Prozent - also fast eine Halbierung ihrer Einwohnerzahl. Zehn Prozent verzeichnen in diesem Zeitraum eine Stagnation, und in den restlichen 47 Prozent ist seit 1870 ein Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 136 Prozent zu beobachten, also mehr als die Verdopplung der einstigen Einwohnerzahl." Setzt man bei 10.000 Einwohnern einen Schwellenwert an, so gab es 1991 195 Städte in den Alpen. In diesen lebte ein Drittel der gesamten Alpenbevölkerung. Wie es heute aussieht, knapp 20 Jahre später, ist in dem Buch leider nicht zu erfahren, da liefert beispielsweise der 2008 vom EURAC-Institut für Alpine Umwelt und der Universität Innsbruck herausgegebene Alpenatlas neuere Daten.

Die Alpenregion teilt sich in einen Wachstumsraum in den westlichen Ostalpen und einen Entleerungsraum in den Südwestalpen. Zu dem Wachstumsraum gehören beispielsweise das für seine besondere Steuergesetzgebung bekannte Liechtenstein, die bayerischen Alpen als Naherholungsgebiet Münchens, Westösterreich und Südtirol, zum Entleerungsraum die Alpen Piemonts, Aostas oder Nordfrankreichs, worin allerdings Wachstumsinseln wie das Regionalzentrum Grenoble oder Skigebiete wie Isola liegen. Der Rest der Alpen weist eine Mosaikstruktur von Wachstum und Schrumpfen auf.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass das stärkste Bevölkerungswachstum sich in den Städten und Tälern vollzieht und die Bevölkerung in den oberen Höhenlagen schneller als in den unteren abnimmt: Bätzing hat die Ortsregister untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass es vor 100 Jahren oberhalb von 1.300 Metern noch 185 Ortschaften gab. Heute - besser gesagt, bei Erscheinen des Artikels im Jahr 1981 - dagegen nur noch drei. In den Lagen zwischen 1.000 und 1.300 Metern sank die Zahl der Ortschaften von 160 auf nur noch 25.

Was also ist zu tun, wenn kein Zurück zur urtümlichen Wildnis gewünscht ist? Bätzing plädiert für den Erhalt der Kultur- und Bergbauernwirtschaft, weil diese für die ökologische Stabilität der Alpen unerlässlich ist. Er betont die Notwendigkeit, den Massentourismus einzudämmen und traditionelle Wirtschaftsformen zu erhalten: Die Menschen haben die Natur zu ihrem Zweck verändert und durch die Art der Nutzung ein neues ökologisches Gleichgewicht geschaffen. Das ist nun in Gefahr, weil die viele Gegenden nicht mehr bewirtschaftet werden. Die Politik muss Maßnahmen ergreifen, um die vollständige Entsiedlung weiter alpiner Gebiete zu stoppen. Das aber ist laut Bätzing nur möglich, wenn der Bevölkerung eine wirtschaftliche Grundlage geboten wird und diese am Leitbild der Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

Erstaunlich ist, dass der renommierte Rotpunktverlag, bekannt für seine schön aufgemachten Bergbücher, dem Band keine Karte des Alpenraums beigefügt hat - nicht allen Leserinnen und Lesern dürfte bekannt sein, in welcher Ecke sich die Cottischen Alpen, die Seealpen oder das Gasteiner Tal befinden. Eine Karte hätte dazu beigetragen, die Ausführungen Bätzings zu veranschaulichen. Für alle, die sich für die Besiedlung der Alpen interessieren oder möglicherweise sogar den Weitwanderweg Gran Traversata delli Alpi benutzen, für den Bätzing sich stark engagiert, ist es dennoch ein lesenswertes Buch.

Werner Bätzing (2009): Orte guten Lebens. Rotpunktverlag, Zürich. 357 S., 24 Euro.

 

   
     
 

Aus aktuellem Anlass
Interview mit dem Experten Wolfgang Lutz zu Klimawandel und Bevölkerungsentwicklung

In der vergangenen Woche hat der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) den Weltbevölkerungsbericht 2009 mit dem Titel "Eine Welt im Wandel: Frauen, Bevölkerung und Klima" vorgelegt. Vom 7. bis 18. Dezember wird in Kopenhagen die 15. UN-Klimakonferenz stattfinden. Aus diesem doppelten Anlass weist das Berlin-Institut auf das Interview hin, das Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts, mit dem Wolfgang Lutz, Direktor des Vienna Institute of Demography und Leiter des World Population Program am IIASA, geführt hat.

 

   
 

 

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