Ungleiche Chancen
Grafiken und Karten liefern anschauliche Beispiele dafür, wie sich die Lebensverhältnisse von Kindern weltweit unterscheiden
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Nachwuchs ohne Arbeit
Innerhalb der Europäischen Union ist es für junge Erwerbsfähige in Ost- und Südeuropa besonders schwer, eine Arbeit zu finden
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Chinesische Delegation zu Gast beim Berlin-Institut
Austausch mit deutschen Forschern und Ämtern und gesucht
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Ungleiche Chancen
Grafiken und Karten liefern anschauliche Beispiele dafür, wie sich die Lebensverhältnisse von Kindern weltweit unterscheiden

Wo die meisten Kinder leben
Anzahl der unter 15-Jährigen in absoluten Zahlen, 2010

Auf der ganzen Welt leben heute den Vereinten Nationen zufolge knapp sieben Milliarden Menschen - über 1,8 Milliarden davon sind unter 15 Jahre alt, also Kinder. Seit dem Jahr 2000 stagniert die Zahl der Kinder weltweit, die regionalen Entwicklungen verlaufen jedoch gegensätzlich. Während in Asien und Europa immer weniger Kinder leben, werden es in Afrika immer mehr. Die Zahl der Kinder stieg dort in den letzten zehn Jahren um 69 Millionen. Die überwältigende Mehrheit der Kinder lebt aber weiterhin in Asien: fast 1,1 Milliarden an der Zahl (Datengrundlage: Vereinte Nationen).

Wo Kinder einen Großteil der Bevölkerung ausmachen
Anzahl der unter 15-Jährigen in Prozent, 2010

Die unter 15-Jährigen stellen 27 Prozent der Weltbevölkerung, jedoch bestehen große regionale Unterschiede. In Afrika ist ihr relativer Anteil an der Bevölkerung am höchsten. In einigen Ländern des Kontinents - etwa in Uganda, Niger und Mali - sind fast die Hälfte der Einwohner Kinder, in ganz Afrika liegt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bei 41 Prozent. In Europa - besonders in Mittel- und Osteuropa - geht der Bevölkerungsanteil der Kinder weiter zurück. In Deutschland ist heute nur noch gut jeder achte Einwohner ein Kind (Datengrundlage: Vereinte Nationen).

Wo der fünfte Geburtstag keine Selbstverständlichkeit ist
Anzahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, pro 1.000 Kinder unter fünf Jahren, 2010

Während es in Europa und Nordamerika nahezu selbstverständlich ist, dass Kinder ihren fünften Geburtstag feiern können, stirbt in Afrika jedes achte Kind vorher. In einigen Ländern - etwa in Mali, Guinea-Bissau, der Demokratischen Republik Kongo, Afghanistan und im Tschad - sogar jedes fünfte Kind. Bis auf Afghanistan liegen alle Länder mit hoher Kindersterblichkeit in Subsahara-Afrika. Lungenentzündungen und Durchfallerkrankungen verursachen über ein Drittel aller Todesfälle von unter Fünfjährigen in Afrika. Schätzungen zufolge sterben weltweit jährlich rund 850.000 Kinder unter fünf Jahren an Malaria - 90 Prozent von ihnen in Afrika (Datengrundlage: Vereinte Nationen).

Wo Schulbildung nicht selbstverständlich ist
Anzahl der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, 2008

Im Jahr 2008 besuchten weltweit 67 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule. Im Vergleich zum Jahr 2000 bedeutet das eine deutliche Verbesserung - damals waren es noch 106 Millionen Kinder. Besonders in Süd- und Westasien hat sich die Lage deutlich verbessert. In Indien konnte die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, halbiert werden. Obwohl in Subsahara-Afrika die Einschulungsrate am stärksten wächst - zwischen den Jahren 2000 bis 2008 ist sie um ein Drittel gestiegen - leben hier immer noch 43 Prozent aller Kinder weltweit, die keinen Zugang zur Schulbildung haben. Weitere 27 Prozent entfallen auf Süd- und Westasien. Unterschiede bestehen nicht nur zwischen den Regionen, sondern auch zwischen den Geschlechtern: In nur 53 der 171 Länder, aus denen Daten vorliegen, besuchen Mädchen genauso oft wie Jungen eine Grund- oder weiterführende Schule (Datengrundlage: Unesco).

Wo Kinderarbeit weit verbreitet ist
Zahl der Kinderarbeiter, 2008

Im Jahr 2008 waren weltweit etwa 306 Millionen der Fünf- bis 17-Jährigen erwerbstätig. Nicht bei allen von ihnen wird dabei von Kinderarbeit gesprochen. So zählen jene Kinder, die über zwölf Jahre alt sind und nur einige Stunden in der Woche einer leichten Tätigkeit nachgehen, nicht zu Kinderarbeitern. Ebenfalls schließt Kinderarbeit alle aus, die älter als 15 Jahre sind und keiner gefährlichen Arbeit nachgehen. Trotzdem fallen die meisten der erwerbstätigen Fünf- bis 17-Jährigen unter die Definition der Kinderarbeit - weltweit 215 Millionen Kinder. Zwar lebt die Mehrheit von ihnen in der Asien-Pazifik-Region, aber den relativ höchsten Anteil an Kinderarbeit weist Subsahara-Afrika auf. Hier gehört jedes vierte Kind zur Gruppe der Kinderarbeiter (Datengrundlage: ILO).

Wo Kinder nicht satt werden
Anteil der untergewichtigen unter Fünfjährigen, 2000 bis 2009

Weltweit leiden 115 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Untergewicht. Ihr Anteil geht zwar insgesamt seit einigen Jahren zurück, entwickelt sich aber in den einzelnen Weltregionen unterschiedlich. In Afrika stagniert der relative Anteil der untergewichtigen Kinder. In den meisten Ländern des Kontinents sind zwischen 25 und 35 Prozent der Kinder untergewichtig. Ihre absolute Anzahl steigt jedoch aufgrund des Bevölkerungswachstums - in den Jahren 1990 bis 2010 von 24 Millionen auf 30 Millionen. Auch in Asien hat sich die Anzahl der untergewichtigen Kinder erhöht - auf 71 Millionen im Jahr 2010. Besonders hoch ist ihr Anteil in Indien, Timor und Bangladesch. Hier ist fast jedes zweite Kind mangelernährt (Datengrundlage: WHO).

Wo Mädchen weniger erwünscht sind
Anzahl der lebend geborenen Jungen pro lebend geborener Mädchen, 2005 bis 2010

Das natürliche Geburtenverhältnis liegt bei 105 Jungen pro 100 Mädchen. In einigen Ländern - hauptsächlich in Asien - weicht das tatsächliche Verhältnis deutlich davon ab. So wurden in China in den Jahren 2005 bis 2010 auf 100 Mädchen durchschnittlich 120 Jungen geboren. Auch in den Ländern des Südkaukasus kommen deutlich mehr Jungen zur Welt, als es dem natürlichen Geschlechterverhältnis entspricht. In Aserbaidschan und Armenien waren es im vergleichbaren Zeitraum 117 respektive 115 Jungen pro 100 Mädchen. In Georgien wich das beobachtete Geburtenverhältnis nicht ganz so stark vom natürlichen ab, hier waren es 111 Jungen. Ursache für diese Entwicklung ist die selektive Abtreibung weiblichen Nachwuchses. Mädchen gelten in den patriarchalischen und traditionellen Gesellschaften oft weniger als Jungen (Datengrundlage: Vereinte Nationen).

Literatur / Links

International Labour Office (2010): Acceleration against child labour. Genf. www.ilo.org.

Vereinte Nationen (2011): World Population Prospects, the 2010 Revision. www.un.org.

Unesco (2011): EFA Global Monitoring Report 2011. Paris. www.unesco.org.

Unicef (2010): Annual Report 2010. New York. www.unicef.org.

WHO (2011): World Health Statistics 2011. Genf. www.who.int.

 

Nachwuchs ohne Arbeit
Innerhalb der Europäischen Union ist es für junge Erwerbsfähige in Ost- und Südeuropa besonders schwer, eine Arbeit zu finden

Die Jugendarbeitslosigkeit in den 27 Mitgliedsstaaten der EU hat gegenwärtig eine Rekordhöhe von durchschnittlich 20,8 Prozent erreicht. Vor zehn Jahren lag sie in der EU-15 bei 17,4 Prozent. Jugendarbeitslosigkeit ist seit Mitte der 1970er Jahre ein zentrales Problem der Politik vieler Industriestaaten. Lediglich in drei der 27 EU-Staaten liegt der Wert im einstelligen Bereich: in Deutschland, Österreich und den Niederlanden.

Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Union, definiert Jugendarbeitslosigkeit als den Anteil aller Erwerbslosen im Alter von 15 bis 24 Jahren an allen Personen dieser Altersgruppe. Allerdings werden die Erwerbslosenzahlen in den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich ermittelt: Beispielsweise zählen in Finnland Studierende, die einen Nebenjob suchen, zu den Arbeitslosen, in Deutschland hingegen nicht. Die unterschiedlichen Erfassungsmethoden liefern einen Erklärungsansatz für die starken Abweichungen bei der Jugendarbeitslosigkeit zwischen den Ländern.

Drastische Unterschiede innerhalb der EU
Jugendarbeitslosigkeit 2010 in Prozent

In Ost- und Südeuropa ist es für junge Erwachsene gegenwärtig am schwierigsten, eine Arbeit zu finden, in Mitteleuropa und in Norwegen am einfachsten. Eine wichtige Rolle spielt vor allem die wirtschaftliche Situation des Landes, da sie ein entscheidender Faktor dafür ist, wie viele Arbeitsplätze verfügbar sind. Allerdings kommt der Jugendarbeitslosigkeit in den einzelnen Ländern eine unterschiedliche Bedeutung zu, da die Definitionen stark voneinander abweichen (Quelle: Eurostat 2011).

In Zeiten schlechter Wirtschaftslagen und struktureller Veränderungen sparen die Betriebe oft Arbeitsplätze und Lehrstellen ein. Wenn Unternehmen Beschäftigte entlassen, trifft das eher und überwiegend die weniger berufserfahrenen Arbeitnehmer. Folglich ist es für Berufseinsteiger schwerer, auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft Fuß zu fassen. Zudem starten viele junge Erwachsene mit befristeten Verträgen ins Berufsleben und haben zu Beginn meist keinen Kündigungsschutz.

In wirtschaftlichen Krisenzeiten steigt die Jugendarbeitslosigkeit
Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit ausgewählter Länder der EU in Prozent, 2000 bis 2010

Während der Anteil Arbeitloser im Alter von 15 bis 24 Jahren in den meisten Ländern bis zur Finanzkrise 2008 nur geringfügig schwankte, verzeichnen seither etwa Polen und Spanien einen signifikanten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Dies entspricht dem Trend der Arbeitslosigkeit aller verfügbaren Erwerbsfähigen zwischen 15 und 64 Jahren, die aktiv eine Arbeit suchen. Allerdings liegen die Werte der Jugendarbeitslosigkeit deutlich höher. Spanien muss bereits seit dem Jahr 2007 einen extrem hohen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit von 18,2 auf 41,6 Prozent melden und erreicht innerhalb der Europäischen Union den mit Abstand höchsten Wert. In Polen ist die Jugendarbeitslosigkeit zwischen 2005 und 2008 stark zurückgegangen - von 36,9 auf 17,3 Prozent. Seit 2008 steigt sie jedoch wieder. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung sind die Bildungssysteme ausschlaggebend für die Jugendarbeitslosigkeit: Deutschland schneidet im europäischen Vergleich wegen des dualen Ausbildungssystems gut ab, nur die Niederlande weisen einen noch niedrigeren Wert auf. Dort gehen die Jugendlichen länger zur Schule oder in die Universität. Darüber hinaus sind sie während der Arbeitssuche flexibler und mobiler im Bezug auf den Arbeitsort als die Jugendlichen anderer Länder (Datengrundlage: Eurostat 2011).

Die verlorene Generation Spaniens

In den Jahren 1996 bis 2007 spielte das Baugewerbe eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens. Viele Jugendliche verließen die Schule und die Universität, um auf den zahlreichen Baustellen schnell Geld zu verdienen. Doch der Bauboom endete im Jahr 2008: Während 2006 noch rund 222.000 Neubaugenehmigungen vom Staat erteilt worden waren, waren es 2008 lediglich 74.000. In der Folge verloren 1,7 Millionen Menschen zwischen 16 und 35 Jahren ihren Job. Die Jugendlichen, welche die Schule abgebrochen haben, um Geld zu verdienen, haben nun ohne Schulabschluss massive Probleme, Arbeit zu finden. Darüber hinaus sind die Arbeitsbedingungen generell schwierig: Zwei Drittel der jungen Erwachsenen müssen sich mit befristeten Verträgen abfinden. Immer mehr spanische Jugendliche entscheiden sich für die Arbeitssuche im EU-Ausland. Vor allem Deutschland bemüht sich, Ingenieure, Ärzte und andere qualifizierte spanische Arbeitskräfte anzuwerben, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Polen ist auf einem guten Weg

Im Jahr 2002 verzeichnete Polen im europäischen Vergleich noch die höchsten Jugendarbeitslosenraten. Seit dem EU-Beitritt 2004 sind diese aber stark gesunken. Dafür gibt es eine doppelte Erklärung: Zum einen hat sich der Beitritt mittelfristig positiv auf das Wirtschaftwachstum ausgewirkt. 2005 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent gewachsen, 2006 um 6,2 Prozent. Zum anderen suchten immer mehr Polen Arbeit im europäischen Ausland - das entlastete den Arbeitsmarkt. Insgesamt leben 15 bis 18 Millionen Polen im Ausland, davon rund zwei Millionen in Deutschland. Polen ist das einzige der oben aufgeführten Länder, welches im Jahr 2009 keinen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu verzeichnen hatte.

Deutschland steht im Vergleich zu anderen europäischen Staaten gut da

Die schnelle Erholung der deutschen Wirtschaft nach der Krise 2008, welche die Unternehmen wegen flexibler Maßnahmen wie Kurzarbeit relativ gut überstanden haben, der Exportboom sowie die hohe Konsumbereitschaft sind Gründe für die gute Lage des hiesigen Arbeitsmarktes. Entscheidend für die verhältnismäßig geringe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland, die im Jahr 2010 bei nur 9,9 Prozent lag, ist jedoch vor allem die Struktur des Ausbildungssystems. Die duale Ausbildung, also die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, ermöglicht den Auszubildenden einen schnellen Einstieg in das Berufsleben. Aber auch in Deutschland gibt es auf dem Arbeitsmarkt Probleme, und der Anteil der atypisch Beschäftigten, die nur Teilzeit oder in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, wächst. Schlecht bezahlte Leiharbeiter, befristete Verträge und Dauerpraktikanten sind nicht selten - und das betrifft junge Erwachsene besonders stark.

In Zukunft wird sich der demografische Wandel stärker bei der Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit bemerkbar machen: Im Jahr 2030 werden voraussichtlich nur noch 77 Millionen Menschen in Deutschland leben - das bedeutet einen Rückgang von 5,7 Prozent in 20 Jahren. Die Gruppe der unter 20-Jährigen ist am stärksten betroffen: 2030 werden rund 17 Prozent weniger Kinder und Jugendliche in Deutschland leben. Für sie wird es - bei entsprechender Ausbildung - im späteren Berufsleben leichter sein, einen Arbeitsplatz zu finden.

Jugendliche und junge Erwachsene in der Minderheit
Anteil verschiedener Altersgruppen in Deutschland, 2010

Mit einem Anteil von 11,3 Prozent der Alterklasse der 15- bis 24-Jährigen liegt Deutschland etwas unter dem Durchschnitt der EU-27 von 12,1 Prozent. Die Alterklasse der 35- bis 49-Jährigen macht in Deutschland den größten Anteil (35,3 Prozent) an der Bevölkerung aus (Datengrundlage: Eurostat 2011).

Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik müssen Hand in Hand gehen

Je besser die Ausbildung, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen Job zu finden. Das Beispiel Finnland zeigt jedoch, dass ein gutes Ausbildungssystem nicht unbedingt zu einer geringen Jugendarbeitslosigkeit führt. Eine hohe Quote an Jugendlichen mit tertiärem Bildungsabschluss (in Finnland 48,5 Prozent; in Deutschland 23,4 Prozent) führt zu einem hohen Konkurrenzdruck. Der Anteil der finnischen jugendlichen Arbeitslosen an allen Erwerbstätigen dieser Altersgruppe lag im Jahr 2010 bei 21,4 Prozent. Dabei muss man allerdings die Definition der Jugendarbeitslosigkeit in Finnland im Blick haben. In Finnland arbeiten Studierende im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr viel während ihres Studiums. Obwohl sie als Studierende eingeschrieben sind, werden sie während der Jobsuche als arbeitslos gemeldet. Die Langzeitarbeitslosigkeit unter Jugendlichen hingegen beträgt lediglich zwei Prozent.

Der Arbeitsmarkt hat sich bezüglich der Arbeitslosenquote beziehungsweise des Arbeitsplatzangebots seit der Wirtschaftskrise drastisch verändert und stellt sowohl die Jugendlichen als auch Arbeitgeber und Politik vor neue Herausforderungen. Um die Jugendarbeitslosigkeit zu senken, braucht es ein aktives Engagement aller Beteiligten. Jugendliche sollten eine bestmögliche Ausbildung anstreben und die Behörden etwa gezielte Fördermaßnahmen bereitstellen, beispielsweise eine individuelle Beratung während der Stellensuche. Die wichtigste Aufgabe der Politik besteht darin, den Eintritt in das Berufsleben zu erleichtern, um so die Chancen junger Menschen auf dem Arbeitmarkt zu verbessern.

Literatur / Links

Europäische Kommission (2011): Statistiken. Brüssel. http://ec.europa.eu.

Europäische Kommission (2010): Ad hoc group report on the 2010 thematic review - part 1 'Policies to support youth'. http://ec.europa.eu.

Organisation for Economic Co-operation and Development (2011): Education at a Glance 2010: OECD Indicators. Paris. www.oecd.org.

Organisation for Economic Co-operation and Development (2010): Off to a Good Start? Jobs for youth. Paris. www.oecd.org.

Statistisches Bundesamt 2011, www.destatis.de.

United Nations (2011): World Population Prospects - the 2010 Revision. New York. www.un.org.

 

In eigener Sache
Neu im Online-Handbuch Demografie

Wir haben die Beiträge "Bevölkerung und Entwicklung - eine Einleitung" von Frank Nuscheler und "Weltbevölkerungswachstum und Wald" von Reiner Klingholz aktualisiert.

"Bevölkerung und Entwicklung - eine Einleitung"

Die Weltbevölkerung hat sich seit 1950 beinahe verdreifacht, obwohl heute global gesehen die Fertilitätsrate nur etwa halb so hoch ist wie vor 60 Jahren. Statt fünf Kinder bringt eine Frau heute im Durchschnitt 2,5 zur Welt. Weil damit aber immer noch mehr Kinder geboren werden, als für den Erhalt der Elterngeneration nötig sind, wird die Weltbevölkerung auch in Zukunft weiter wachsen, denn die vielen Kinder können selbst eines Tages zu Eltern werden. Die Vereinten Nationen schätzen, dass es Ende des Jahrhunderts über zehn Millionen Menschen geben wird.

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"Weltbevölkerungswachstum und Wald"

Mensch und Wald blicken auf eine lange, teils leidvolle Koexistenz zurück. Bis vor etwa 10.000 Jahren boten Wälder den bis dahin als Jägern und Sammlern lebenden Menschen Unterschlupf und Nahrungsbasis. Seit der Entstehung von Ackerbau und Viehzucht stehen die Wälder den Menschen eher im Weg: Bäume mussten Äckern und Weiden weichen, wurden für Haus- und Schiffbau zersägt oder als Brennholz verheizt. Bis zur industriellen Revolution war wirtschaftliche Entwicklung gleichbedeutend mit Waldverlust: Köhlereien und Glashütten, Salzsiedereien, Bergwerke und Metallhütten ließen ganze Landstriche kahl zurück.

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Die vier Beiträge "Alzheimer-Demenz: Auf der Suche nach einer Therapie" von Christian Behl, "Generationengerechtigkeit" von Winfried Kluth, "Bevölkerungspolitik" von Klaus M. Leisinger sowie "Umwelt" von Reiner Klingholz liegen nun auch in englischer Sprache vor.


"Alzheimer's Related Dementia: In search of a therapy"

Almost everybody wants to grow old, but who wants to be old? The demand for the maximum life span, for anti-aging strategies and the ageless body are main topics of our current society. The whole discussion on the "obsession of youth", "ant-aging", or "lifestyle," and now the almost obvious possibilities to restore body tissue from hair to skin, or the exchange of organs has forgotten something important: Our nervous system, especially our nerve system, the brain, is also exposed to the aging process. But the brain cannot be lifted like the face - it is not exchangeable.

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"Intergenerational Justice"

Belonging to a generation should not lead to disadvantages. The concept of "intergenerational justice" by John Rawls and Hans Jonas focuses on this idea. It includes both questions of social justice between different generations within the same life cycles (intratemporal intergenerational justice) and also in a long-term perspective (intertemporal intergenerational justice).

Social justice deals with conflicts of interests and demands pertaining to scarce resources and associated life chances. The different justice theories provide criteria for decisions that can be laid as a basis for solutions to this conflict.

Full version

"National Population Policy"

The right to the propagation of life, such as the right to life itself, is a human right. All people are entitled to this invulnerable and inalienable right based on their individual dignity. Every person is entitled to human rights' protection, independent from one's social standing, one's religion or other criteria for social differences - simply because one was born a human.

Despite the universal validity of human rights, in many countries, their interpretation and practical implementation still depends on specific political, religious and cultural characteristics. This has consequences for what parents will be allowed and expecting, in combination with population policy.

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"Environment"

A stable environment is indispensable for human existence. Humans need air to breathe, clean water to drink, soil that can be used to grow food, bodies of water to supply fish, forests to save the ground water, and a climate that respective cultures have adapted to.

Simple arithmetic shows that problems arise when more people compete for the same resources. Many raw materials are lost, as well as their quality, through this process: water will become not only scarce, but also polluted. Soil erodes or becomes salted. Forests lose their worth as erosion control or genetic resources.

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In eigener Sache
Das Online-Handbuch Demografie ist "Ausgewählter Ort der Ideen 2011" - wählen Sie uns zum Publikumssieger!

Der demografische Wandel und seine Folgen beherrschen die öffentliche Diskussion seit langem. Was aber bedeutet dieser Begriff genau und wie hängen unterschiedliche Entwicklungen wie etwa Klimawandel und Ressourcenknappheit damit zusammen? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, kann sie kostenlos im Online-Handbuch Demografie finden. Auf ihrer Internetseite informiert die Stiftung Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung verständlich und anschaulich über aktuelle Tendenzen in der weltweiten Bevölkerungsentwicklung - und zeigt konkrete Strategien für menschenwürdige Lebensverhältnisse auf.

Deshalb ist das Online-Handbuch Demografie einer der 365 "Ausgewählten Orte der Ideen 2011". Noch bis zum 20. August 2011 können alle, die mitmachen wollen, einmal täglich HIER bei der Wahl des Publikumssiegers ihre Stimme für das Online-Handbuch Demografie abgeben.

 

Chinesische Delegation zu Gast beim Berlin-Institut
Austausch mit deutschen Forschern und Ämtern und gesucht

Eine 19-köpfige Delegationsgruppe aus der Provinz Guizhou bereist derzeit Deutschland, um sich mit Ämtern und Sozialwissenschaftlern über Demografie und Statistiken auszutauschen. Insbesondere die Zusammensetzung der Bevölkerung nach ethnischen Gruppen und Wanderungsbewegungen spielen derzeit für die statistischen Erhebungen in der Provinz Guizhou eine Rolle. Auf ihrer Schulungsreise hat die Delegation am 10. August auch das Berlin-Institut besucht.

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung fasste für die chinesische Delegation die Ergebnisse verschiedener Studien zusammen. Neben den Inhalten aus "Die demografische Lage der Nation" und "Die demografische Zukunft von Europa" interessierten die Gäste sich vor allem für die Ergebnisse der Studie "Ungenutzte Potenziale", die sich mit der Lage der Integration in Deutschland befasst.

Es ist nicht der erste Besuch einer asiatischen Delegation beim Berlin-Institut. Seit Jahren pflegt das Berlin-Institut einen Austausch mit koreanischen, chinesischen und japanischen Experten.

Ausgabe 123, 15. August 2011

Der Newsletter DEMOS Informiert, über demografische Veränderungen und deren Auswirkungen auf Politik, Entwicklung, Wirtschaft und Gesellschaft.

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