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Ausgabe 114, 15. März 2011

Der Newsletter DEMOS informiert über demografische Veränderungen und deren Auswirkungen auf Politik, Entwicklung, Wirtschaft und Gesellschaft.

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Die demografische Lage der Nation
Eine neue Studie des Berlin-Instituts untersucht, welche Folgen Bevölkerungsschwund und Alterung für die Entwicklung der Regionen haben

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Mehr Kinder im Osten - weniger im Westen
Auch wenn in Deutschland seit der Wiedervereinigung nahezu gleich wenige Kinder je Frau geboren werden - der Osten hat seinen Rückstand nach fast 20 Jahren aufgeholt

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Engagierte Bürger braucht das Land
Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann freiwilliges Engagement helfen, die Probleme demografisch angeschlagener Regionen zu mildern

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Für JournalistInnen
Pressekonferenz und Präsentation einer Studie zur demografischen Lage in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion

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In eigener Sache
Das Berlin-Institut informiert Sie ab sofort auch via Twitter und Facebook

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Die demografische Lage der Nation
Eine neue Studie des Berlin-Instituts untersucht, welche Folgen Bevölkerungsschwund und Alterung für die Entwicklung der Regionen haben

Der demografische Wandel nimmt an Fahrt auf: Die Einwohnerzahl Deutschlands ist seit ihrem Höchststand 2002 bereits um rund 800.000 gesunken. Die Belegschaften der Unternehmen altern, und die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer beginnen in diesem Jahrzehnt, ins Rentenalter einzutreten.

Besonders auf regionaler Ebene treten dabei die demografischen Verwerfungen innerhalb Deutschlands immer deutlicher hervor. Rund die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte hat seit 2002 mehr als ein Prozent der Einwohner verloren - viele von ihnen, vor allem im Osten, deutlich mehr.

Doch die einst klare Trennung zwischen Ost und West schwindet: Weil in den neuen Bundesländern die Kinderzahl je Frau nach dem Tief der Nachwendezeit wieder gestiegen ist und weil mittlerweile auch viele ländliche Gebiete im Westen unter Nachwuchsmangel und der Abwanderung junger Menschen leiden, wird der demografische Wandel immer mehr zu einer Krise der peripheren ländlichen Räume. Weil sich dort die Infrastruktur weiter ausdünnt, vom Schulangebot bis zur ärztlichen Versorgung, verlieren diese Regionen weiter an Attraktivität. Dies führt umgekehrt zu einer Renaissance der Städte, zumindest jener, die über ein attraktives Angebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen verfügen. Davon profitieren insbesondere die wirtschaftsstarken Regionen im Süden und Südwesten der Republik.

In der Gesamtbewertung der Studie "Die demografische Lage der Nation. Was freiwilliges Engagement für die Regionen leistet" finden sich unter den 20 Kreisen und kreisfreien Städten mit den besten Zukunftsaussichten 15 aus Bayern und drei aus Baden-Württemberg - aber mit Potsdam und Jena neuerdings auch zwei aus den neuen Bundesländern. Baden-württembergische Kreise sind unter den besten des Landes weniger präsent als in der Vorläuferstudie aus dem Jahr 2006, weil die zurückliegende Wirtschaftskrise die exportabhängige Fertigungsindustrie überproportional getroffen hatte. Potsdam ist indes nach vorne gerückt, da es das attraktivste Zuwanderungsgebiet für oftmals gut betuchte Familien aus der nahen Hauptstadt Berlin geworden ist. Jena gehört neben Dresden, Leipzig und Erfurt zu den wenigen Metropolen im Osten, die auf eine stabile demografische und eine aussichtsreiche ökonomische Entwicklung bauen können.

Am Ende der Skala in Sachen Zukunftsfähigkeit finden sich nach wie vor überwiegend Kreise aus dem Osten - vor allem aus Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Ostdeutschland bleibt damit die demografische Krisenregion. Allerdings zeigt sich an den kritischen Kandidaten im Westen, dass auch dort der Trend weiter abwärts geht: Vor allem altindustrielle Kreise im Ruhrgebiet (Gelsenkirchen, Recklinghausen, Herne), Bremerhaven und die beiden Kreise an der ehemals deutsch-deutschen Grenze, Goslar und Osterode am Harz, weisen neben niedrige Kinderzahlen eine starke Überalterung sowie Abwanderung und sehr schlechte Wirtschaftsdaten auf.

Sich demografisch stabilisieren oder gar wachsen dürften in Deutschland nur noch wenige Regionen: Das sind zum einen die Metropolräume von Hamburg, Köln/Bonn, Frankfurt, Stuttgart, Berlin und München. Der bayerische Wachstumsraum um München dehnt sich dabei am weitesten aus: Den hohen Lebenshaltungskosten zum Trotz zieht es nach wie vor qualifizierte junge Menschen in eine Region, die von den Städten Nürnberg, Ingolstadt und Regensburg begrenzt wird. Doch auch einige ländliche Gebiete mit kleineren Zentren und einem starken Mittelstand stehen dank einer positiven Bevölkerungsentwicklung gut da, etwa das Oldenburger Münsterland im Westen von Niedersachsen oder der Norden von Nordrhein-Westfalen.

Die wirtschaftliche Situation hat sich entgegen dem demografischen Trend über die vergangenen Jahre deutlich verbessert. Nicht nur, weil die Arbeitslosigkeit praktisch überall gesunken ist, sondern auch, weil die Beschäftigungsquoten generell, insbesondere von Frauen und älteren Personen, gestiegen sind. Mit rund 41 Millionen Beschäftigten arbeiten heute in Deutschland so viele Menschen wie nie zuvor. Diese positiven Veränderungen lassen sich als erste Antwort auf den demografischen Wandel deuten, der künftig die Zahl der Erwerbsfähigen wird sinken lassen, während die Gesellschaft gleichzeitig die Kosten der Alterung zu schultern hat.

Die Folgen des Wandels ließen sich leichter bewältigen, wenn der jetzt eingeleitete Trend anhielte. So ist die Gesellschaft nicht nur produktiver geworden, auch der Bildungsstand hat sich verbessert: Mehr Abiturienten nehmen ein Hochschulstudium auf, und es verlassen deutlich weniger junge Menschen die Schule ohne Abschluss als noch vor einigen Jahren. Die neue deutsche Familienpolitik macht es qualifizierten berufstätigen Frauen leichter, Familie und Beruf zu vereinbaren. Nur in Sachen Zuwanderung zeigt Deutschland bisher keine Reaktion auf den demografischen Wandel und auf den künftigen Bedarf an Arbeitskräften. Gelähmt durch die Versäumnisse der Integration hat sich das Land gegen Zuwanderung nahezu abgeschottet: Vorübergehend war Deutschland sogar von einem Ein- zu einem Auswanderungsland geworden. Seit Jahren können Zuwanderer nicht mehr kompensieren, dass der Überschuss der Sterbefälle die Zahl der Neugeborenen übersteigt. Bis Mitte des Jahrhunderts dürfte sich deshalb der Bevölkerungsschwund auf mindestens zwölf Millionen summieren - eine Zahl, die der gesamten Einwohnerschaft der zwölf größten deutschen Städte entspricht, von Berlin bis nach Leipzig.

Um die Lage der Regionen zu beschreiben, hat das Berlin-Institut eine Reihe von verschiedenen demografischen, ökonomischen und sozialen Indikatoren zu Rate gezogen. Die Wirtschaftskraft spielt dabei eine Rolle, ebenso wie die Arbeitslosigkeit, der Bildungsstand oder die Altersstruktur der Bevölkerung. Zusammengefasst in einem Index erlaubt die Summe der Indikatoren als Bewertung einen Überblick darüber, wie gut die Städte und Landkreise in Deutschland für die Zukunft gerüstet sind.

Die Bewertungen sind dabei an dem System der Schulnoten orientiert und reichen von 2,58 für den Landkreis München bis 4,73 für Uecker-Randow in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beschreiben nicht nur den Ausblick für die Regionen, sondern sind auch als Orientierungshilfe für künftige Entscheidungen zu verstehen. Immer mehr Gebiete müssen sich von jahrzehntelangem Bevölkerungswachstum und von einer Wohlstandsmehrung verabschieden. Die dort Verantwortlichen müssen entscheiden, ob sie gegen die vorherrschende Entwicklung ansteuern können und wollen oder ob ihnen letztlich nur die Anpassung an den Wandel bleibt.

Im Jahr 2050 dürfte Deutschland Prognosen zufolge nur noch etwa 70 Millionen Einwohner haben. Zwar sterben hierzulande seit 1972 mehr Menschen als geboren werden, aber bis 2002 ließ sich dieser natürliche Schwund über die Zuwanderung ausgleichen. Seit 2003 schrumpft die Bevölkerung - zunächst in kleinen und künftig in immer größeren Schritten. Der Sterbeüberschuss wird sich bis Mitte des Jahrhunderts auf rund eine halbe Million Menschen pro Jahr summieren. Bereits heute verlieren etwa zwei Drittel aller Kreise Bevölkerung. Am gravierendsten ist die Entwicklung in Ostdeutschland, wo lediglich in zehn Großstädten die Einwohnerzahlen zu Lasten des ländlichen Raumes zulegen. Auch Westdeutschland ist entlang der früheren innerdeutschen Grenze und entlang der Grenze zu Tschechien von Bevölkerungsverlust betroffen. Ebenso verlieren das Ruhrgebiet, die Südwestpfalz und das Saarland Einwohner.

Die Studie "Die demografische Lage der Nation" wurde gefördert vom Generali Zukunftsfonds. Der Generali Zukunftsfonds initiiert und unterstützt Projekte mit dem Schwerpunkt "Förderung des Engagements von und für die Generation 55plus". Darüber hinaus ist der Zukunftsfonds als Change-Manager, Vernetzer und Anstifter im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements tätig.

Für Fragen und Interviews zur Studie stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Steffen Kröhnert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Berlin-Instituts, Telefon: 0 30 - 22 32 48 44, E-Mail: kroehnert@berlin-institut.org
Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts, Telefon: 0 30 - 31 01 75 60, E-Mail: klingholz@berlin-institut.org

Für Fragen und Interviews zum Thema bürgerschaftliches Engagement stehen Ihnen zur Verfügung:
Roland Krüger, Leiter des Generali Zukunftsfonds, Telefon: 02 21 - 42 03 26 93, E-Mail: roland.krueger@generali.de
Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds, Telefon: 02 21 - 42 03 26 75, E-Mail: loring.sittler@generali.de

Die in der Studie enthaltenen Grafiken erhalten Sie vom Berlin-Institut auf Anfrage unter Telefon: 0 30 - 22 32 48 45 oder E-Mail: info@berlin-institut.org. Dort können Sie auch gedruckte Exemplare bestellen (Schutzgebühr 6 Euro, inklusive Versand).

Weitere Informationen sowie die Studie als kostenlose PDF zum Download finden Sie unter www.berlin-institut.org oder unter www.generali-zukunftsfonds.de.

 

   
     
 

Mehr Kinder im Osten - weniger im Westen
Auch wenn in Deutschland seit der Wiedervereinigung nahezu gleich wenige Kinder je Frau geboren werden - der Osten hat seinen Rückstand nach fast 20 Jahren aufgeholt

Seit 2008 übersteigt die durchschnittliche Kinderzahl je Frau in den ostdeutschen Bundesländern die der westdeutschen. Damit endeten fast zwei Jahrzehnte eines Geburtenrückstandes, der in Ostdeutschland mit dem Systemumbruch begonnen hatte. Durch die wirtschaftliche Verunsicherung und die neuen Optionen für junge Menschen waren Mitte der 1990er Jahre zwischen Rügen und dem Erzgebirge nur noch halb so viele Kinder zur Welt gekommen wie 1989. Doch im Jahr 2009 bekamen die ostdeutschen Frauen immerhin durchschnittlich 1,40 Kinder im Vergleich zu nur 1,36 im Westen. Die demografischen Probleme Ostdeutschlands löst dies freilich nicht - wie in ganz Deutschland wird auch bei einer höheren Kinderzahl je Frau die Gesamtzahl der Geborenen langfristig zurückgehen, weil die Zahl junger Menschen, die überhaupt Eltern werden könnten, immer weiter abnimmt. In den ostdeutschen Bundesländern steht eine halbierte Nachwendegeneration vor dem Erwachsenwerden.

Auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte gab es erhebliche Veränderungen. 2008 ist nur noch ein einziger Kreis aus den neuen Bundesländern unter den zehn geburtenärmsten zu finden: die Universitätsstadt Greifswald mit einer durchschnittlichen Kinderzahl von 1,14. Der mecklenburg-vorpommerische Landkreis Demmin hat mit 1,70 Kindern je Frau sogar das lange Jahre führende niedersächsische Cloppenburg als geburtenstärksten Landkreis der Republik abgelöst. Mit den Kreisen Sömmerda, Gotha und Weimarer Land (Thüringen), dem Erzgebirgskreis und den Kreisen Görlitz, Bautzen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Sachsen) sowie Nordwestmecklenburg und Mecklenburg-Strelitz (Mecklenburg-Vorpommern) schaffen es weitere neun ostdeutsche Kreise unter die geburtenstärksten 50 Landkreise.

In Westdeutschland erreichen neben Cloppenburg vor allem nordrhein-westfälische und niedersächsische Landkreise eine vergleichsweise hohe Kinderzahl je Frau. Die wenigsten Kinder je Frau (weniger als 1,2) kommen nach wie vor in Universitätsstädten wie Heidelberg, Freiburg, Münster oder Greifswald zur Welt. Dort leben zwar viele junge Frauen, sie bekommen aber als Studentinnen nur selten Kinder. Doch auch strukturschwache ländliche Kreise des Westens wie die Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz), der Vogelsbergkreis (Hessen) oder Wunsiedel (Bayern) finden sich unter den geburtenärmsten Kreisen. Jene Zeiten, in denen vor allem ländliche Regionen Westdeutschlands hohe und die urbanen Zentren sowie ganz Ostdeutschland sehr niedrige Kinderzahlen aufwiesen, gehen offenbar zu Ende. Gerade auf dem Lande in Westdeutschland, wo bis vor wenigen Jahren unter eher traditionellen Familienverhältnissen höhere Kinderzahlen die Norm waren, sind diese zurückgegangen. In Ostdeutschland und in städtischen Regionen mit einem hohen Anteil qualifizierter, erwerbstätiger Frauen ist die Fertilität hingegen vielerorts gestiegen.

Zum einen erlebten die ostdeutschen Bundesländer nach den extrem kinderarmen 1990er Jahren einen Nachholeffekt in Sachen Familiengründung - aufgeschobene Kinderwünsche wurden mittlerweile verwirklicht. Zum anderen scheinen auch in den ländlichen Regionen des Westens traditionelle Familienverhältnisse - Mann im Erwerbsleben, Frau daheim - langsam aber sicher an Bedeutung zu verlieren. In diesen Regionen sind junge Frauen ebenfalls immer häufiger erwerbstätig, die Betreuungsangebote für Kinder sind aber längst noch nicht ausreichend - was zu einem Sinken der Fertilität beitragen dürfte.

Insgesamt sind die Kinderzahlen je Frau dort leicht gestiegen, wo mehr Frauen berufstätig sind - also tendenziell in den Städten und eher in Ost- als in Westdeutschland. Die neue deutsche Familienpolitik mit dem Elterngeld und langfristig besseren Betreuungsbedingungen entfaltet somit offenbar vor allem unter besser qualifizierten, erwerbstätigen Frauen ihre Wirkung.

Dennoch bleibt die Kinderzahl je Frau in Deutschland insgesamt und nahezu unbeeinflusst von familienpolitischen Bemühungen auf einem sehr niedrigen Niveau. 2009 gab es innerhalb der Europäischen Union nur in Lettland, Ungarn und Portugal noch weniger Nachwuchs. Wirksame Familienpolitik braucht deshalb einen langen Atem. Erst in einigen Jahren wird sich zeigen, ob es gelingt, junge Menschen in Deutschland häufiger zur Familiengründung zu motivieren.

In jedem Fall bleibt es unerlässlich, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch qualitativ hochwertige Kinderbetreuung wie auch Ganztagsschulen zu verbessern. Denn der Arbeitsmarkt kann angesichts des demografischen Wandels auf qualifizierte Frauen nicht verzichten. In einem zunehmend sozial polarisierten und ethnisch gemischten Land tragen diese Bildungseinrichtungen zudem zu einer besseren Chancengleichheit von Kindern bei.

Im Jahr 1997 wurden in Deutschland durchschnittlich 1,37 Kinder pro Frau geboren - fast genauso viele wie 2008. Auf regionaler Ebene hat sich jedoch eine Menge verändert. Viele westdeutsche Landkreise mit ehemals hohen Kinderzahlen haben sich bis 2008 dem Durchschnitt angepasst oder liegen sogar darunter. Dagegen haben die meisten ostdeutschen Regionen stark aufgeholt. Vor allem in urbanen Gebieten mit vielen gut qualifizierten und erwerbstätigen Frauen ist die Fertilität gestiegen.

Die Studie "Die demografische Lage der Nation" wurde gefördert vom Generali Zukunftsfonds. Der Generali Zukunftsfonds initiiert und unterstützt Projekte mit dem Schwerpunkt "Förderung des Engagements von und für die Generation 55plus". Darüber hinaus ist der Zukunftsfonds als Change-Manager, Vernetzer und Anstifter im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements tätig.

Für Fragen und Interviews zur Studie stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Steffen Kröhnert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Berlin-Instituts, Telefon: 0 30 - 22 32 48 44, E-Mail: kroehnert@berlin-institut.org
Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts, Telefon: 0 30 - 31 01 75 60, E-Mail: klingholz@berlin-institut.org

Für Fragen und Interviews zum Thema bürgerschaftliches Engagement stehen Ihnen zur Verfügung:
Roland Krüger, Leiter des Generali Zukunftsfonds, Telefon: 02 21 - 42 03 26 93, E-Mail: roland.krueger@generali.de
Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds, Telefon: 02 21 - 42 03 26 75, E-Mail: loring.sittler@generali.de

Die in der Studie enthaltenen Grafiken erhalten Sie vom Berlin-Institut auf Anfrage unter Telefon: 0 30 - 22 32 48 45 oder E-Mail: info@berlin-institut.org. Dort können Sie auch gedruckte Exemplare bestellen (Schutzgebühr 6 Euro, inklusive Versand).

Weitere Informationen sowie die Studie als kostenlose PDF zum Download finden Sie unter www.berlin-institut.org oder unter www.generali-zukunftsfonds.de.

 

   
     
 

Engagierte Bürger braucht das Land
Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann freiwilliges Engagement helfen, die Probleme demografisch angeschlagener Regionen zu mildern

Ob Lesepaten, Migrationslotsen oder Altenbegleiter, das Thema freiwilliges Engagement hat Konjunktur: Überall, wo der Staat Probleme nicht lösen und Erwartungen nicht mehr erfüllen kann, sollen die Bürger selbst einspringen - kreativ, gemeinschaftsstiftend und vor allem kostengünstig. Dabei hat der Anteil von Menschen, die sich für die Gesellschaft engagieren, bislang nicht zugenommen. Der bundesweite Freiwilligensurvey zeigt, dass 2009 ein reichliches Drittel aller Bürger freiwillig engagiert war - derselbe Anteil wie zehn Jahre zuvor.

Dennoch ist das Potenzial der Engagementwilligen enorm. In den kommenden Jahren werden immer größere Jahrgänge von immer besser ausgebildeten Menschen in Rente gehen. Viele von ihnen werden gesund, aktiv und vergleichsweise wohlhabend älter. Der berufliche Hintergrund und die Lebensstile der künftigen Pensionäre werden weit vielfältiger sein als jene der heutigen Rentnergeneration. Dies verändert auch die Formen ihres Engagements - weg von festen, fast unternehmensgleichen Strukturen in Vereinen und Verbänden hin zu projektbezogenem, individuellem Engagement. Den älter werdenden Babyboomern ein Umfeld zu bieten, in denen sich ihr Engagement entfalten kann und ihnen Angebote zu machen, die auch lokale Probleme angehen, bildet eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre.

In der vom Generali Zukunftsfonds geförderten Studie "Die demografische Lage der Nation - Was freiwilliges Engagement für die Regionen leistet" hat das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung die Rolle von freiwilligem Engagement in sechs deutschen Landkreisen und Städten untersucht, die vom demografischen Wandel besonders betroffen sind.

Wie sich zeigt, braucht bürgerschaftliches Engagement dort bessere Rahmenbedingungen. Die engagierten "Macher" sind gerade in Regionen rar, in denen die Not am größten ist und aus denen seit Jahren qualifizierte Menschen abwandern. Engagierte, Vereine und Initiativen, die sich für die Gemeinschaft einsetzen, aber eine gewisse öffentliche Unterstützung benötigen, hängen wegen der kommunalen Finanznot am Tropf häufig wechselnder und stets befristeter staatlicher Förderprogramme. Kommunalverwaltungen und Wohlfahrtsverbände sehen engagierte Bürger mitunter als Konkurrenten um Einfluss und Arbeitsplätze. Privaten Stiftungen wiederum sind die Projekte in Problemregionen, wie dem von Bevölkerungsrückgang getroffenen ländlichen Raum, oft zu wenig spektakulär, um sich dort massiv zu engagieren.

Engagement in ländlichen Regionen ist deshalb auf eine kontinuierliche Förderung unspekta-kulärer, aber hilfreicher Projekte angewiesen. Ein Vorschlag des Berlin-Instituts ist deshalb die Errichtung einer "Stiftung Ländlicher Raum", die es engagierten Bürgern dauerhaft und mit geringen Hürden ermöglicht, ihre Ideen und Projekte umzusetzen. Zugleich braucht der gemeinnützige Sektor eine Transparenzoffensive: Einnahmen und Ausgaben dieser steuerbegünstigten Organisationen müssen klar offen gelegt werden. Das stellt sicher, dass Engagierte nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden und damit das Ansehen von freiwilligem Engagement schwindet.

Die Generation 65plus wird noch zu oft als Bevölkerungsgruppe gesehen, die es zu betreuen und zu unterhalten gilt. Dabei ist es ihr Engagement, von dem die Lebensqualität oder gar die Zukunftsfähigkeit so mancher Kleinstadt und vieler Dörfer abhängen wird. Diese Personen sollten bereits in der Vorruhestandsphase umworben werden, um ihnen die Möglichkeit und Notwendigkeit ihres Engagements für die Gemeinschaft deutlich zu machen. Engagement nützt ihnen und der Kommune.

Die Studie "Die demografische Lage der Nation" wurde gefördert vom Generali Zukunftsfonds. Der Generali Zukunftsfonds initiiert und unterstützt Projekte mit dem Schwerpunkt "Förderung des Engagements von und für die Generation 55plus". Darüber hinaus ist der Zukunftsfonds als Change-Manager, Vernetzer und Anstifter im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements tätig.

Für Fragen und Interviews zur Studie stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Steffen Kröhnert, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Berlin-Instituts, Telefon: 0 30 - 22 32 48 44, E-Mail: kroehnert@berlin-institut.org
Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts, Telefon: 0 30 - 31 01 75 60, E-Mail: klingholz@berlin-institut.org

Für Fragen und Interviews zum Thema bürgerschaftliches Engagement stehen Ihnen zur Verfügung:
Roland Krüger, Leiter des Generali Zukunftsfonds, Telefon: 02 21 - 42 03 26 93, E-Mail: roland.krueger@generali.de
Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds, Telefon: 02 21 - 42 03 26 75, E-Mail: loring.sittler@generali.de

Die in der Studie enthaltenen Grafiken erhalten Sie vom Berlin-Institut auf Anfrage unter Telefon: 0 30 - 22 32 48 45 oder E-Mail: info@berlin-institut.org. Dort können Sie auch gedruckte Exemplare bestellen (Schutzgebühr 6 Euro, inklusive Versand).

Weitere Informationen sowie die Studie als kostenlose PDF zum Download finden Sie unter www.berlin-institut.org oder unter www.generali-zukunftsfonds.de.

 

   
     
 

Für JournalistInnen
Pressekonferenz und Präsentation einer Studie zur demografischen Lage in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung stellt am 12. April 2011 eine Studie zur demografischen Lage in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion vor. Mehr Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Sie in Kürze auf der Website des Berlin-Instituts unter www.berlin-institut.org.

 

   
     
 

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