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Von Klaus M. Leisinger

 

Unser Online-Handbuch wurde zwischen 2008 und 2011 mit einer Förderung der Robert Bosch Stiftung verfasst. Dieser Artikel spiegelt den Stand von 2007 wider.

Menschengerechte bevölkerungspolitische Ziele sind die Antwort auf die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Konsequenzen hohen Bevölkerungswachstums, die in ihrer Gesamtheit nachhaltige Entwicklung erschweren und die Existenz heutiger und zukünftiger Generationen gefährden.


Es ist offensichtlich, dass die Geschwindigkeit des Bevölkerungswachstums in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern bereits heute die Kapazitäten von Regierungen, adäquate Dienstleistungen, Sozialprogramme und Infrastrukturen bereitzustellen, sprengt. Im 20. Jahrhundert hat sich die Weltbevölkerung vervierfacht, die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung bis 2050 weisen darauf hin, dass das Bevölkerungswachstum zu 99 Prozent in den Entwicklungsländern stattfinden wird - mit den daraus resultierenden Problemen. Anhaltendes Bevölkerungswachstum macht die Lösung bestehender sozialer und ökologischer Probleme noch schwieriger, auch wenn es in Ländern mit hoher Kindersterblichkeit wie beispielsweise Indonesien rational erscheint, mehr Kinder zu bekommen, um die Wahrscheinlichkeit familiärer Unterstützung im Alter zu erhöhen. Umgekehrt birgt auch das Schrumpfen der Bevölkerung in vielen Industrieländern Konfliktpotenzial, beispielsweise indem es die Rentensysteme gefährdet.

Spätestens seit der UN-Bevölkerungskonferenz von Kairo herrscht internationaler Konsens darüber, dass es das wichtigste Ziel einer menschengerechten Bevölkerungspolitik sein muss, einer Gesellschaft den Weg einer nachhaltigen Entwicklung zu ermöglichen und die sozialpolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen, die dafür erforderlich sind, zu ergreifen und zu beschleunigen.

Bevölkerungspolitische Akteuere sind nicht nur die Staaten und ihre Vertreter, sondern auch zivilgesellschaftliche Gruppen (Non-Governemental Organizations, NGOs) und supranationale Institutionen, zu denen sich Länder zusammengeschlossen haben, beispielsweise die Vereinten Nationen.

 

Literatur / Links

 

Herwig Birg: Internationale Bevölkerungspolitik. In: Informationen zur politischen Bildung 282

 

Stand: Dezember 2007

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