Pressemitteilung
  • - Stuttgart 

Teilhabeatlas zeigt: Gute Voraussetzungen für junge Menschen in Baden-Württemberg – mit lokalen Herausforderungen

  • Demografischer Wandel Lebensverhältnisse in Stadt und Land

Stuttgart, den 07. Oktober 2025 – Wie gut können Kinder und Jugendliche in Baden-Württemberg an Bildung, Freizeit, digitaler Infrastruktur und gesellschaftlichem Leben teilhaben? Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung „Teilhabeatlas vor Ort“ im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart. Rund 40 Fachgäste aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft nahmen teil.

Geringe Kinderarmutsquote und Jugendarbeitslosigkeit – mit Ausnahmen
Baden-Württemberg schneidet im bundesdeutschen Vergleich der gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten von jungen Menschen gut ab. Die Kinderarmut ist vergleichsweise gering, auch die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 2,9 Prozent klar unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 4,9 Prozent.

Trotzdem gibt es jedoch auch in Baden-Württemberg Städte wie Mannheim und Pforzheim, die mit 18,6 und 17,1 Prozent im Anteil junger Menschen aus Familien, die Bürgergeld beziehen, stark hervorstechen.

Seit Jahrzehnten steigender Altersdurchschnitt – junge Stimmen brauchen mehr Gewicht
Infolge des demografischen Wandels steigt in Baden-Württemberg der Altersdurchschnitt seit Jahrzehnten. Die Stimmen der jungen Menschen verlieren dadurch an Gewicht – attraktive Freizeitmöglichkeiten, Selbstbestimmung und echte Beteiligungsmöglichkeiten sind jedoch flächendeckend notwendig, um die Region für Kinder- und Jugendliche noch lebenswerter zu machen.

Verbesserungsmöglichkeiten und Handlungsempfehlungen

„Baden-Württemberg liegt im Bundesvergleich vorn – mit guter Bildungsbeteiligung und niedriger Kinderarmut. Doch lokale Unterschiede bleiben: Vor allem in ländlichen Regionen und benachteiligten Stadtteilen gibt es Nachholbedarf, etwa bei frühkindlicher Bildung, Jugendarbeit oder digitaler Infrastruktur“, so Catherina Hinz, Direktorin am Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Stärkung der Selbstbestimmung bei Mobilität, finanzieller Unabhängigkeit und Sicherheit

Im Fokus stand dabei die Frage, wie Kinder und Jugendliche aktiv an Entscheidungen beteiligt werden können, die ihr Leben betreffen – sei es in Schule, Kommune oder Freizeit. Deutlich wurde: „Echte Mitbestimmung braucht Räume, Strukturen und eine Kultur, die junge Stimmen ernst nimmt“, sagt Peggy Eckert, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Auch die Stärkung der Selbstbestimmung war zentrales Thema – beispielsweise in Bezug auf Mobilität, finanzielle Unabhängigkeit oder sichere öffentliche Räume. „Kinder und Jugendliche sollen ihren Alltag aktiv mitgestalten können", betont Johanna Okroi, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

Allerdings stoßen sie dabei oft auf Widerstand von Erwachsenenseite: „Kindern und Jugendlichen wird häufig zu wenig zugetraut. Dabei braucht es eine Fehlerkultur, in der junge Menschen ausprobieren dürfen – egal, wie das Ergebnis am Ende aussieht“, meint Jasper Mönning, Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Junge Stimmen brauchen mehr Gewicht

„Um das zu ermöglichen, braucht es engagierte Akteur:innen aus Politik, Bildung, Jugendarbeit und Verwaltung. Gemeinsam sollen Maßnahmen entwickelt werden, die allen jungen Menschen in Baden-Württemberg eine faire Chance auf Teilhabe und Entwicklung ermöglichen – unabhängig von Herkunft oder Lebenslage“, erklärt Manuel Slupina, Wüstenrot Stiftung.

„Es zeichnen sich bereits heute klare Handlungsempfehlungen ab“, so Peggy Eckert, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung „Mehr Internet muss her, die Radwege müssen ausgebaut werden und besonders in den Städten und Kreisen mit hohem Anteil an Schulabgängern ohne Abschluss muss deutlich mehr in Bildung investiert werden. Für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von sozialem Status, Herkunft und Geschlecht.”

Das Länderpapier zu Baden-Württemberg mit zentralen Daten, Zahlen, Fakten und ersten, aus der Diskussion vor Ort abgeleiteten Handlungsempfehlungen sowie Grafiken zum Download für Ihre Berichterstattung finden Sie unten im Pressekit.

Weitere Informationen und Download

Alle Stops der Roadshow, die vollständige Publikation sowie interaktive Karten mit den Ergebnissen und die jeweiligen Länderpapiere mit abgeleiteten Handlungsempfehlungen finden Sie unter: www.teilhabeatlas.org

Auch die Auswertung aller regionalen Austauschrunden und daraus abgeleitet allgemeine Handlungsempfehlungen für Bund, Länder und Kommunen erscheint dort zum Jahreswechsel.           

Über die Herausgeber:innen

Der „Teilhabeatlas – Kinder und Jugendliche“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wüstenrot Stiftung, des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung sowie der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS). Ziel ist es, politische und zivilgesellschaftliche Entscheidungsträger:innen dabei zu unterstützen, gezielt für mehr Teilhabe von jungen Menschen in Deutschland zu wirken.

Pressekontakte:

 

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Catherina Hinz, hinz@berlin-institut.org, Tel.: +49 160 98966116

 

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH 

Anne Wagner, anne.wagner@dkjs.de, Tel.: +49 30 257676856  

 

Wüstenrot Stiftung 

Manuel Slupina, info@wuestenrot-stiftung.de, Tel.:  +49 7141 167565 00

ANSPRECHPARTNER:INNEN

Catherina Hinz

Geschäftsführende Direktorin

Telefon: 030 - 22 32 48 45

E-Mail schreiben: hinz@berlin-institut.org

© Berlin-Institut

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