Pressemitteilung
  • Neue Studie 

Gelebte Einheit - Wie weit Deutschland nach 35 Jahren zusammengewachsen ist

  • Lebensverhältnisse in Stadt und Land Demografischer Wandel Zuwanderung und Integration

Die Bundesrepublik ist 35 Jahre nach der Einheit ein vielfältiges Land. Die Regionen sind teils auf unterschiedlichen Entwicklungspfaden unterwegs, blicken an vielen Stellen aber auf gemeinsame Erfolgsgeschichten und auch Herausforderungen. Eine aktuelle Broschüre des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zeichnet nach, wie sich Lebensverhältnisse, Alltag und Teilhabechancen seit 1990 entwickelt haben.

Ob Bevölkerungsentwicklung, Alterung, Kinderbetreuung oder auch Einkommen und Vermögen – hier bleiben auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung klare Ost-West-Linien bestehen. Doch in anderen Bereichen, etwa bei den Kinderzahlen, Bildungserfolgen oder auch dem Umweltschutz hat sich die einst klare Teilung aufgelöst. Oder Ostdeutschland zählt inzwischen selbst zu den Vorreiter-Regionen, so etwa beim Ausbau erneuerbarer Energien.


Bleibende Unterschiede und regionale Eigenheiten


In einigen Bereichen folgte der Westen nach der Einheit dem Osten: Zur Zeit der Wiedervereinigung war etwa ein größerer Anteil der Frauen im Osten erwerbstätig als im Westen. Inzwischen hat der Westen weitgehend nachgezogen. Im Gesundheitssystem lebt wiederum die Idee der DDR-Polikliniken fort. Deren Konzept einer gemeinsamen haus- und fachärztlichen Versorgung mit Apotheke unter einem Dach greifen die seit 2004 bundesweit entstehenden Medizinischen Versorgungszentren in angepasster Form wieder auf.


„Die Entwicklungen der Regionen in Deutschland über die letzten 35 Jahre sind vielfältig und sie folgen unterschiedlichen Pfaden“, so Catherina Hinz, Direktorin des Berlin-Instituts. „Vielleicht brauchen wir den Mut, die große regionale Vielfalt im Land wirklich anzuerkennen.“


Gemeinsame Herausforderungen


Bei vielen Themen, wie etwa Mobilität und Wohnen, zeigen sich heute vor allem Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie strukturstarken und -schwachen Regionen – in Ost wie West. Die Politik überall im Land steht deshalb vor der Aufgabe, einen Ausgleich zwischen diesen Regionen mit ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen schaffen zu müssen. Dazu kommen Veränderungen, die sich schon heute abzeichnen. Herausforderungen wie der Strukturwandel, die Energiewende, der demografische Wandel und der Umgang mit der Klimakrise werden die Zukunft der Regionen mitprägen.

Zuversicht und Veränderungsbereitschaft in der Bevölkerung stehen und fallen dabei mit den persönlichen Ressourcen der Menschen. „Die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten in Stadt und Land, in Nord und Süd, Ost und West gleichermaßen zu beseitigen, bleibt somit die große Zukunftsaufgabe“, sagt Catherina Hinz.

 

Die Studie„Gelebte Einheit - Wie weit Deutschland nach 35 Jahren zusammengewachsen ist“ steht Ihnen als Download zur Verfügung unter:

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Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist ein unabhängiger Thinktank, der sich mit Fragen regionaler und globaler demografischer Veränderungen beschäftigt. Das Institut wurde 2000 als gemeinnützige Stiftung gegründet und hat die Aufgabe, das Bewusstsein für den demografischen Wandel zu schärfen, nachhaltige Entwicklung zu fördern, neue Ideen in die Politik einzubringen und Konzepte zur Lösung demografischer und entwicklungspolitischer Probleme zu erarbeiten. In seinen Studien, Diskussions- und Hintergrundpapieren bereitet das Berlin-Institut wissenschaftliche Informationen für den politischen Entscheidungsprozess auf. Weitere Informationen, wie auch die Möglichkeit, den kostenlosen regelmäßigen Newsletter „Demos“ zu abonnieren, finden Sie unter www.berlin-institut.org.

Die Publikation wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland gefördert.

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