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Bildung zahlt sich aus

Verstärkte Investitionen im Bildungsbereich bringen nicht nur volkswirtschaftliche Vorteile, sondern auch Einkommenseffekte für jede*n Einzelne*n. In Subsahara-Afrika fällt der monetäre Nutzen von Bildung im Schnitt von allen Weltregionen am höchsten aus – trotz des Mangels an gut ausgebildeten Lehrer*innen. In Ruanda etwa bringt jedes zusätzliche Bildungsjahr ein Lebenseinkommensplus von etwa 22 Prozent. Dabei profitieren Frauen stärker von einem weiteren Jahr in der Schule als Männer, da sie mit höherer Bildung im Laufe ihres Lebens durchschnittlich weniger Kinder zur Welt bringen und so bessere berufliche Möglichkeiten haben. Dies fördert wiederum die wirtschaftliche Entwicklung und damit die Aussicht auf eine Demografische Dividende.

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© Berlin-Institut

Im Schnitt schließen in Subsahara-Afrika nur 6 von 10 eingeschulten Kindern eine Grundschule ab und nur jede*r Vierte schafft das Abitur. Damit sind viele nicht ausreichend qualifiziert, um auf dem Arbeitsmarkt im 21. Jahrhundert zu bestehen. Das liegt oftmals schon an Grundlagen, die nicht ausreichend vermittelt werden: So konnten laut repräsentativen Umfragen in Senegal, Kenia, Tansania, Nigeria, Togo, Uganda und Mosambik im Schnitt 38 Prozent der Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse keinen einzigen Buchstaben, 53 Prozent keinen vollständigen Satz und 89 Prozent keinen ganzen Absatz lesen.

Zwar hat sich der Bildungszugang auch in Subsahara-Afrika in den letzten beiden Jahrzehnten bereits deutlich verbessert. Doch von dem Ziel, allen Kindern und Jugendlichen bis zum Jahr 2030 eine Grund- und Sekundarschulbildung zu ermöglichen, wie es die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) vorsehen, waren viele afrikanische Staaten schon vor der COVID-19-Pandemie weit entfernt.

Verstärkte Investitionen in die Bildung der Menschen sind daher dringend notwendig. Sie dürften laut Weltbank enorme Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region haben: Wenn alle Mädchen und Jungen in Afrika ihr volles Potenzial ausschöpfen könnten, dürfte das Bruttoinlandsprodukt pro Arbeitnehmer*in 2,5-mal höher liegen als heute. Das entspräche einem zusätzlichen jährlichen Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent über die kommenden 50 Jahre. Insbesondere gute Bildung für Frauen trägt zu einem solchen wirtschaftlichen Aufschwung bei, den die asiatischen Tigerstaaten geradezu exemplarisch vorgelebt haben.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in unserer Studie „Wachstum gut, alles gut? Warum Afrikas Wirtschaftswachstum seine demografische Herausforderung nicht löst“

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Projektkoordinatorin

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Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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