Grafik des Monats

Teenagerschwangerschaften in Afrika noch am weitesten verbreitet

In vielen Ländern Afrikas südlich der Sahara bekommen zehn Prozent der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren ein Kind. Zum Vergleich: In Ostasien liegt dieser Anteil bei zwei und in Lateinamerika bei sechs Prozent. Verschiedene Ursachen erklären, warum Teenagerschwangerschaften in Subsahara-Afrika so verbreitet sind. Viele Mädchen können nicht verhüten, obwohl sie das gerne möchten – zum Beispiel, weil es keine Gesundheitskliniken in der Nähe gibt oder, weil Verhütungsmittel nur schwer für Minderjährige zugänglich sind. Oft werden Mädchen und Jungen unzureichend über Pubertät, Sexualität, Schwangerschaft oder Geburt aufgeklärt und wissen nicht, wie sie Schwangerschaften vermeiden können.

Die gesundheitlichen Folgen der Teenagerschwangerschaften sind oft gravierend, weil die Körper der Mädchen dafür noch nicht weit genug entwickelt sind. Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt zählen zu den häufigsten Todesursachen von 15 bis 19-jährigen Mädchen in Entwicklungsländern. Viele Mädchen sterben auch in Folge unsachgemäß durchgeführter oder nicht medizinisch begleiteter Schwangerschaftsabbrüche. Neben ihrer Gesundheit kann auch die soziale und persönliche Entwicklung der jungen Mütter leiden: Sie können oft nach der Geburt nicht in die Schule zurückkehren, da sie sich um ihre Kinder kümmern müssen oder, weil die Schulen es ihnen verbieten. Sie haben dann schlechte Perspektiven, später im Leben ein gutes Einkommen zu verdienen und selbstbestimmt zu leben. In Regionen, wo Mädchen und Frauen einen guten Zugang zu Verhütungsmitteln, sicheren Methoden für Schwangerschaftsabbrüche und Bildung haben, sind Teenagerschwangerschaften deutlich seltener.

Ansprechpartner:innen

Lorena Führ

Projektkoordinatorin Internationale Demografie

Telefon: 030 - 22 32 48 46

E-Mail: fuehr@berlin-institut.org

© Berlin-Institut

Thomas Nice

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Telefon: 030 - 31 01 77 67

E-Mail: nice@berlin-institut.org

© Berlin-Institut

Studien & Analysen

nach oben