Alterung, Pflege und Sterben

Kapitel 4: Alterung, Pflege und Sterben

Eine neue Normalität

 

Deutschland altert

Als die DDR kurz nach ihrem 40. Geburtstag aufhörte zu existieren, blickte eine vergleichsweise junge Bevölkerung in eine ungewisse Zukunft. Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung war rund jeder vierte Bewohner Ostdeutschlands noch jünger als 20 Jahre, im Westen dagegen nur jeder Fünfte. In den Folgejahren ist in den ostdeutschen Ländern der Anteil der Jüngsten besonders stark gesunken, heute gehört nur noch jeder sechste Ostdeutsche zu dieser Altersgruppe.

Bislang noch einigermaßen stabil, steht in den nächsten Jahren Deutschland ein enormer Rückgang von Menschen im Erwerbsalter bevor. Bis 2035 dürfte in allen Bundesländern außer Hamburg und Berlin die Zahl der 20- bis 64-Jährigen sinken. Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt werden einer aktuellen Prognose des Berlin-Instituts zufolge fast jeden vierten Erwerbsfähigen verlieren. Diese Altersgruppe wird sich zunehmend auf die wirtschaftsstarken Großstädte konzentrieren.

Gealtert ist dagegen die Bevölkerung Deutschlands bereits in den vergangenen Jahrzehnten deutlich. Dieser Trend dürfte sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Während 1995 in den meisten Kreisen und kreisfreien Städten noch weniger als 20 Prozent der Bevölkerung über 64 Jahre alt war, dürften es bis 2035 mancherorts mehr als 40 Prozent sein. Vorreiter sind ländliche Regionen im Osten Deutschlands. Vergleichsweise jung dürften die attraktiven Großstädte bleiben - in Ost und West.

 

Quellen:
Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2020). Regionaldatenbank Deutschland. Düsseldorf. www.regionalstatistik.de.
Cima (2019). Cima Deutschlandprognose. Hannover.
Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (2019). Die demografische Lage der Nation. Wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen sind. Berlin.

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