Engagement und Ehrenamt

Engagement und Ehrenamt

Im Land der "Vereinsmeier"

 

Wo sich besonders viele Bürger einbringen

Das zivilgesellschaftliche Engagement in Deutschland nimmt zu: Nach dem Freiwilligensurvey (FWS) ist der Anteil freiwillig Engagierter an der Bevölkerung ab 14 Jahren zwischen 1999 und 2014 von 34 auf fast 44 Prozent angewachsen. Darin sind alle eingeschlossen, die sich freiwillig im Sinne des Gemeinwesens betätigen, ob im Freizeitbereich, in Politik, Bundesfreiwilligendienst, Religionsgemeinschaften oder Nachbarschaftshilfe. Der Zuwachs war in Ost und West gleich stark, bei der Engagementquote zeigen sich jedoch deutliche regionale Unterschiede: In Westdeutschland stieg der Anteil freiwillig Engagierter zwischen 1999 und 2014 von 35,7 Prozent auf 44,8 Prozent, in Ostdeutschland von 27,9 auf 38,5 Prozent. Die höchsten Engagementquoten finden sich beim FWS 2014 im Süden, in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit jeweils mehr als 48 Prozent. Unter den ostdeutschen Flächenländern weist Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Anteil auf, Sachsen-Anhalt den niedrigsten.

Auch die Zahl der eingetragenen Vereine hat in den letzten 25 Jahren fast durchgängig neue Rekordhöhen erreicht: 1995 waren es rund 417.000, 2016 etwa 603.000, so viele wie nie zuvor. Unter den Handlungsfeldern von Vereinen steht immer noch der Sport an erster Stelle, zuvorderst der Fußball. In etwa 133.000 Sportvereinen, fast einem Viertel aller Vereine, sind so viele Mitglieder und als Vorstände oder Trainingsleiter Aktive eingebunden wie in keinem anderen Bereich. Indessen gründen sich seit den 1990er Jahren verstärkt Vereine, die sich gesellschaftlichen Themen verschrieben haben. Neugründungen haben insbesondere im Bereich Bildung und Erziehung zugenommen, etwa in Form von Förderkreisen für Schulen, sowie in Bereichen wie fairer Handel oder nachhaltige Entwicklung, Mitbestimmung, Verbraucherrechte, Umwelt- oder Tierschutz.

 

Quellen:
Simonson, J., Vogel, C. & Tesch-Römer, C. (H.) (2017). Freiwilliges Engagement in Deutschland. Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014. Berlin: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
 

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