Mobilität

Kapitel 17: Mobilität

Auf dem Land wenig Alternativen zum eigenen Auto

 

Verkehrswende bislang vor allem in den Städten

Das Auto bleibt für viele Deutsche das Verkehrsmittel der Wahl, trotz anhaltender Diskussionen um Klimawandel, Verkehrssicherheit und Staus. Die vielfach geforderte Verkehrswende ist noch nicht in Sicht. 2017 legten die Deutschen im Schnitt drei von vier Kilometern in einem PKW zurück. Die umweltfreundlichen Alternativen, wie Fahrrad, ÖPNV oder Bahn machen seit Jahren unverändert gerade einmal ein Fünftel des Verkehrsaufkommens in Deutschland aus.

Auf dem Land, wo die Wege weit und der ÖPNV stark ausgedünnt sind, nutzen die Bewohner kaum Busse und Bahnen. Aber auch in Regionen, wo besonders viele ein Auto besitzen, hat der öffentliche Nahverkehr wenig Kunden. In der Autostadt Wolfsburg legen die Menschen gerade einmal sechs Prozent ihrer Wege mit dem ÖPNV zurück, deutschlandweit sind nur die Bewohner im  brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin seltener öffentlich unterwegs.

Am einfachsten ist das Leben ohne motorisierten Untersatz für die Bewohner der Großstädte. Neben U-Bahn, Bus und Straßenbahn nehmen dort weitere Mobilitätsalternativen immer mehr Platz auf den Straßen ein. So legte der Fahrradanteil an allen Wegen von Stadtbewohnern zwischen 2002 und 2017 von 9 auf 15 Prozent zu. In den Großstädten Berlin oder Hamburg lebt in 20 respektive 16 Prozent der Haushalte mindestens eine Person, die Mitglied bei einem Carsharing-Anbieter ist. In den ostdeutschen Flächenländern trifft dies nur auf einen Prozent der Haushalte zu.

 

Quellen:
Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaften GmbH (2018). Mobilität in Tabellen (MiT 2017). Eine Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Bonn.
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2020). Durchschnittliche Pendeldistanz aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort 2018 in km.

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