Religion und Säkularisierung

Religion und Säkularisierung

Der Osten ist säkulärer, der Westen vielfältiger

 

Vielfalt im Glauben

Den großen christlichen Kirchen in Deutschland gehen die Gläubigen und die Geistigen aus. Dabei nimmt der Osten eine Vorreiterrolle ein. 1989 waren noch 37 Prozent der DDR-Bürger Mitglied einer Kirche, im Westen zählten Ende der 1980er Jahre noch 85 Prozent der Bevölkerung zu ihren Mitgliedern. Nach der Wiedervereinigung erwarteten viele Kirchenleute eine Renaissance des Christentums in den ostdeutschen Ländern. Denn trotz der massiven Mitgliederverluste spielte die evangelische Kirche eine wichtige Rolle in der DDR. Es kam anders. Der Mitgliederschwund setzte sich nach der Wiedervereinigung im Osten fort und nahm im Westen an Fahrt auf. In den ostdeutschen Bundesländern einschließlich Berlins gehörten 2018 rund 21 Prozent der Menschen einer der beiden großen Kirchen an, im Westen waren es noch knapp 61 Prozent. Mittlerweile sind deutschlandweit mehr Menschen konfessionslos als Mitglied einer der beiden Volkskirchen.

Gleichzeitig nimmt die religiöse Vielfalt in Deutschland zu – allerdings vor allem im Westen. Besonders die Zuwanderung aus allen Teilen der Welt befördert dies. Muslime bilden die größte, wenn auch in sich sehr heterogene, nichtchristliche Religionsgemeinschaft. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schätzte ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung Ende 2015 auf 5,4 bis 5,7 Prozent. Mit großem Abstand folgen Buddhisten, Juden, Hindus und Jesiden.

 

Quellen:
Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (2020). Kirchenmitglieder in den Bundesländern, 2001-2018. Berlin. bit.ly/3j84bab (31.07.20).

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