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Der Angehörigenratgeber
Von Sabine Kieslich



Die Menschen werden immer älter - und immer mehr bleiben noch lange fit und mobil, wenn sie aus dem Beruf ausgeschieden sind. Doch das gilt nicht für alle: Obwohl insgesamt der Grad der Gesundheit und die Lebenserwartung steigen, erkranken immer mehr Menschen an Alzheimer, der häufigsten Ursache für eine Demenz.

"Erst konnte er die Uhr nicht mehr lesen, hat den Schlüssel nicht mehr gefunden und das Portemonnaie verlegt. Dann hat er sich auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause verlaufen, Wörter vergessen und sich nicht mehr an die Namen von Freunden und Angehörigen erinnert." So beschreiben viele den Beginn der Krankheit von Eltern oder Ehepartnern. Aber wie ist damit umzugehen, wenn die eigenen geistigen Fähigkeiten oder die von Angehörigen nachlassen und allmählich verschwinden? Der Angehörigenratgeber von Sabine Kieslich beantwortet diese Fragen, erklärt Ursachen, Probleme sowie Unterstützungsmöglichkeiten und führt zahlreiche Kontaktadressen an.

Experten schätzen, dass weltweit etwa 24 Millionen Menschen an einer Demenz leiden. In Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen, jährlich erkranken fast 200.000. Hauptrisikofaktor ist das Alter: Ab dem 60. Lebensjahr verdoppelt sich das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. In der Altersgruppe der 60- bis 70-Jährigen ist einer von 100 betroffen, von den über 90-Jährigen leidet jeder Dritte an einer mittelschweren oder schweren Demenz (siehe Newsletter-Beitrag "Hauptrisiko Alter").

Die primären Formen von Demenz, hirnorganische Erkrankungen in Folge von Durchblutungsstörungen oder Alzheimer, dem langsam fortschreitenden Verfall von Nervenzellen und Nervenzellkontakten, sind nicht heilbar - es lässt sich lediglich der Verlauf verlangsamen. Schützen kann sich noch niemand vor Demenz, aber es gibt Möglichkeiten, die Widerstandsfähigkeit des Gehirns zu trainieren. Ein besonnener Lebensstil, eine gesunde Ernährung und Bewegung verringern das Risiko. Wenn äußere Einflüsse wie Verletzungen, Alkoholmissbrauch oder falsche Ernährung Hirnleistungsstörungen auslösen, sprechen Fachleute von sekundärer Demenz.

Sabine Kieslich hat ihren Ratgeber, in dem auch viele Experten zu Wort kommen, klar gegliedert. So kann er als Nachschlagband Antworten auf verschiedene Fragen geben: Wie entsteht die Krankheit? Woran erkennt man sie? Wie gehe ich mit dem oder der Erkrankten sensibel um? Wie kann ich auf Persönlichkeitsveränderungen oder Aggressionen reagieren - und mich schützen? Wo finde ich Unterstützung, und was kostet das?

Kieslichs einfühlsame Hinweise können helfen, demenzkranke Menschen besser zu verstehen und sich selbst nicht zu überfordern. Und sich mit den Schwierigkeiten nicht alleine zu fühlen. Wir alle altern - und erleben immer häufiger, wie geliebte Menschen altern. Demenz ist dabei ein Thema, das sich nicht mehr ignorieren lässt.

Sabine Kieslich: Demenz. Der Angehörigenratgeber. München 2008. 16,95 Euro.

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