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Annahmen für die Berechnung Anteil IVF-Kinder und deren Nachkommen

1. Als Basis für die Bevölkerungsprognose dient die Datenbank EUROPOP2004 von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaft. Die vorliegende Berechnung beruht dabei auf der Basisvariante, eines von sieben möglichen Trendszenarien der Bevölkerungsvorausschätzung bis zum Jahre 2050.

 

2. Das Trendszenario der Basisvariante geht von einer relativ konstanten Entwicklung von Fruchtbarkeit, Sterblichkeit und Wanderung aus. Als Basisjahr der Bevölkerungsvorausschätzung von Eurostat dient das Jahr 2004.

a. Die Fruchtbarkeitsziffer entspricht der Gesamtfruchtbarkeitsrate bzw. TFR (durchschnittliche Kinderzahl je Frau): Eurostat nimmt für das Jahr 2050 eine TFR von 1,45 an, schrittweise ansteigend von 1,35 im Basisjahr 2004.

b. Der jährliche Außenwanderungsgewinn ist konstant mit 200.000 Personen beziffert.

c. Die Lebenserwartung bei der Geburt liegt im Jahr 2050 für Männer bei 83,5 Jahren und für Frauen bei 88,0 Jahren. Hinsichtlich der Lebenserwartung geht Eurostat von einer Annäherung der Geschlechter aus.

 

3. Alle Daten zu den IVF-Kindern stammen aus dem Jahrbüchern 1996 bis 2005 des Deutschen IVF-Registers DIR.

 

4. Für die Berechnung der künftigen IVF-Kinder und deren Nachkommen haben wir zugrunde gelegt:

a. Frauen nach IVF-Behandlungen bekommen zu dem gleichem Zeitpunkt ihre Kinder wie der Gesamtdurchschnitt der Frauen. (In Wirklichkeit zeigt das IVF-Register eine leichte Verschiebung der Geburten ins höhere Alter).

b. Die IVF-Kinder bekommen ihrerseits genauso viele Kinder wie der Rest der weiblichen Bevölkerung, was eine TFR von 1,4 Kindern pro Frau bedeutet.

c. Da keine Daten über das Geschlecht von IVF-Kindern und deren Nachkommen vorliegen, erfolgt eine Gleichverteilung auf das männliche und weibliche Geschlecht.

d. Da die Sterblichkeit bis in ein Alter von 55 Jahren sehr gering ist, wurde sie bei den IVF-Kindern und deren Nachkommen nicht berücksichtigt.

 

5. Deutschland weist schon vor 1997 Daten von IVF-Kindern auf, die aber wegen ihres geringen Anteils an den Lebendgeborenen insgesamt und der Ungenauigkeit als .gewöhnliche. Kinder berücksichtigt sind. Von 1997 bis 1999 ist der reale Anteil der IVF-Kinder an den Lebendgeborenen insgesamt abgebildet. Ab 2000 bis 2005 unterliegt der Anteil der IVF-Kinder starken Schwankungen, weshalb ein Mittelwert für die Jahre 2000 bis 2005 gebildet wurde.

6. Auch für Dänemark ist ein Mittelwert aus den Jahren 2000 bis 2005 gebildet, obwohl Dänemark schon vor dem Jahr 2000 eine etwas höhere Anzahl von IVF-Kindern aufweist.

Links zu den dänischen Daten:

Berechnung der Bevölkerungsprognose: Deutsches Modell

1. Anteil von IVF-Kindern an Lebendgeborenen insgesamt

a. Die Anteile der IVF-Kinder für die Jahre 1997 bis 1999 entsprechen den real vorliegenden Daten der IVF-Kinder und bilden somit den realen Anteilswert an den Lebendgeborenen insgesamt ab.

b. Für die Jahre 2000 bis 2050 ist ein durchschnittlicher Anteil von 1,65 Prozent IVF-Kinder an den Lebendgeborenen insgesamt festgelegt. Dieser Wert entspricht dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2005.

c. Die IVF-Kinder sind in 5 Jahresgruppen zusammengefasst.

d. Tabelle 3 zeigt die Anzahl der IVF-Kinder als den Anteil an den Lebendgeborenen insgesamt in der jeweiligen Altersgruppe.

2. IVF-Kinder im gebärfähigen Alter und die altersspezifische Verteilung der Geburten auf diese IVF-Kinder:
Die IVF-Kinder werden in Geburtskohorten zusammengefasst, die jeweils 5 Geburtsjahrgänge beinhalten.
Die Fruchtbarkeitsziffer gibt Auskunft über die Anzahl und die Verteilung der Geburten auf das jeweilige Alter der Frauen (= IVF-Kinder im gebärfähigen Alter). Die Berechnung der Fruchtbarkeitsziffer wird für 4 Altersgruppen (< 24; 30-34; 35-30 und >40) durchgeführt und gibt die durchschnittliche Verteilung der Jahre 2000 bis 2003 wieder. Danach werden 25 Prozent der Kinder von Frauen im Alter von unter 24 Jahren geboren, 33 Prozent im Alter von 25 bis 29 Jahren, 29 Prozent im Alter von 30 bis 34 Jahren, 12 Prozent im Alter von 35 bis 40 Jahren und 1 Prozent im Alter von über 40 Jahren.

3. Anzahl der Nachkommen von IVF-Kindern:
Anhand der Anzahl (weiblicher) IVF-Kinder kann nach der oben genannten Altersverteilung der ermittelt werden, in welchem Alter und mit welchem Anteil diese IVF-Kinder jeweils selbst Kinder bekommen.

a. Die Kinderzahl pro Frau ist mit einer TFR von 1,4 angenommen, was dem Mittelwert der Eurostat-Prognose über die Jahre 2004 bis 2050 entspricht.

b. Die Kinder der IVF-Kinder tauchen zum ersten Mal im Jahr 2016 auf. Die Eltern stammen aus der Geburtskohorte 1997 bis 2000, die im Jahr 2050 zu der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen gehören.

c. Ab dem Jahr 2036 finden die ersten Geburten der Enkelkinder der IVF-Kinder statt. Die Eltern entstammen der Geburtskohorte 2016 bis 2020, die im Alter von unter 24 Jahren zum ersten Mal Kinder bekommen und im Jahr 2050 zu der Altersgruppe der 30- bis 34- Jährigen gehören.

d. Tabelle 4 zeigt die Anzahl der IVF-Kinder, Kinder der IVF-Kinder sowie die Enkelkinder der IVF-Kinder als den Anteil an den Lebendgeborenen insgesamt nach dem "deutschen Modell".

4. Die IVF-Kinder und deren Nachkommen sind in der Bevölkerungspyramide 2050 ("deutsches Modell") als Anteil an der Gesamtbevölkerung dargestellt und bei jeder Altersgruppe als rot markierter Anteil sichtbar. Die Bevölkerungszahlen in den jeweiligen Altersgruppen setzten sich nicht nur aus den Lebendgeborenen und den Sterbefälle zusammen, sondern sind um Zu- und Abwanderungen ergänzt.

Berechnung der bevölkerungsprognose: Dänisches Modell

1. Für das dänische Modell werden die Berechnungsschritte 1 bis 3 mit folgenden geänderten Annahmen wiederholt:

a. Das dänische Modell wird erst ab 2007 angewandt und enthält bis 2007 Daten nach dem Szenario des deutschen Modells.

b. Für die Jahre 2007 bis 2050 wird ein durchschnittlicher Anteilswert von 3,96 Prozent IVF-Kindern an den Lebendgeborenen insgesamt angenommen. Der Wert von 3,96 Prozent entspricht dem Mittelwert der Jahre 2000 bis 2005 für Dänemark.

c. Tabelle 5 zeigt die Lebendgeborenen insgesamt nach dem „deutschen“ und „dänischen Modell“. Die Anzahl der IVF-Kinder, Kinder der IVF-Kinder sowie die Enkelkinder der IVF-Kinder sind als ein Anteil an den Lebendgeborenen insgesamt nach dem "dänischen Modell" wiedergegeben.

Links zu den dänischen Daten:

2. Die Berechnung des dänischen Modells ergibt eine höhere Anzahl von IVF-Kindern an den Lebendgeborenen insgesamt als im deutschen Modell. Das führt zu einem höheren Anteil der Nachkommen von IVF-Kindern. Die IVF-Kinder und deren Nachkommen sind in der Bevölkerungspyramide 2050 ("dänisches Modell") als Anteil an der Gesamtbevölkerung dargestellt plus der Erhöhung durch das dänische Modell. Der rot markierte Bereich in der Bevölkerungspyramide gibt somit die gesamte Anzahl der IVF-Kinder und deren Nachkommen nach dem dänischen Modell an.