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  • Discussion Paper

Von individuellen und institutionellen Hürden

Der lange Weg zur Arbeitsmarktintegration Geflüchteter

Reiner Klingholz, Tanja Kiziak, Frederick Sixtus
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© Berlin-Institut

Die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten gelingt derzeit zwar besser als anfangs erwartet, bleibt aber schwierig. Aufgrund der Fluchtsituation haben die Menschen individuelle Hürden im Gepäck, zum Beispiel mangelnde Sprachkenntnisse oder fehlendes Wissen über den deutschen Arbeitsmarkt. In Deutschland angekommen, finden sie dann zusätzliche, institutionelle Hürden vor, die Politik und Verwaltung aufbauen. Die Sachlage in letzterem Bereich lässt sich in drei Thesen zusammenfassen: Die Zuständigkeiten sind über zu viele Akteure verteilt, die Gesetzeslage ist zu komplex und die Anforderungen an die Geflüchteten sind zu restriktiv. Hier muss die Politik nachbessern. Das Papier basiert auf zwei Workshops und zahlreichen Einzelinterviews mit Geflüchteten sowie mit Experten aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

 

Das Discussion Paper ist Teil des Projekts „Zuwanderer von morgen“, gefördert durch die Stiftung Mercator.

Thema: Zuwanderung und Integration
erschienen: 2019
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4,30 €
(Schutzgebühr)

Ausgewählte Grafiken

Aufnahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung von arbeitslosen Geflüchteten, nach Wirtschaftszweigen, Februar 2018 bis Januar 2019
Während ein kleiner Teil der Geflüchteten hoch qualifiziert ist, hat die große Mehrheit keine abgeschlossene Berufsausbildung. Dies ist auch der Altersstruktur der Geflüchteten geschuldet – viele waren zum Zeitpunkt ihrer Flucht schlicht noch zu jung für einen Berufsabschluss. Ältere haben zwar häufig Berufserfahrung, doch ein System, das wie in Deutschland auf einer dualen Ausbildung basiert, gibt es nur in sehr wenigen Ländern. Stattdessen ist vielerorts ein Erwerbsleben ohne Ausbildungszertifikat die Regel.
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Höchster Schul- und Berufsabschluss im Herkunftsland bei volljährigen Geflüchteten, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen sind, in Prozent, 2016
Die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten erfordert erfahrungsgemäß einen langen Atem, gelingt derzeit aber besser als anfangs erwartet. Im Februar 2019 hatte fast jeder Dritte aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern eine sozialversicherungspflichtige Arbeit gefunden. Das ist ein Erfolg, der allerdings mit Vorsicht zu genießen ist: Viele der Geflüchteten arbeiten in Branchen, in denen die Fluktuation hoch ist, der größte Teil von ihnen ist in Leiharbeit und in Helfertätigkeiten untergekommen.
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Vereinfachte Darstellung des Asylverfahrens, Stand April 2019
Während des oft langwierigen Asylverfahrens haben Geflüchtete den Aufenthaltsstatus der Gestattung – je nach Herkunftsland mit oder ohne gute Bleibeperspektive. Spricht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ihnen eine Schutzberechtigung zu, erhalten sie in der Regel einen von vier Aufenthaltstiteln. Abgelehnte Asylbewerber, deren Abschiebung aufgrund von fehlenden Reisedokumenten, Krankheit oder Gefahr für Leib und Leben im Herkunftsland temporär ausgesetzt wird, erhalten eine Duldung. Je nach Aufenthaltsstatus haben die Schutzsuchenden unterschiedliche Bleibeperspektiven, Rechte und Fördermöglichkeiten. Das macht die Lage kompliziert – für Geflüchtete, für Unternehmen, die sie einstellen wollen, ebenso wie für Mitarbeiter in den Behörden.
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Tanja Kiziak stellvertretende Geschäftsführerin

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