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  • Vorgaben und Standards an Schrumpfung anpassen
    Die gesetzlichen Vorschriften und Standards, welche die Kosten der öffentlichen Infrastruktur maßgeblich bestimmen, müssen daraufhin überprüft werden, welche Konsequenzen sie unter Schrumpfungsbedingungen für ländliche Räume haben. Starre Vorgaben, die unter Wachstumsbedingungen entstanden sind, sollten aufgegeben werden, um innovative und kostensparende Lösungen zu ermöglichen.

  • Mehr Flexibilität statt starrer Regeln
    Es ist wichtig, weniger in Strukturen als in Dienstleistungen zu denken und zu planen. Dann steht  nicht die Einhaltung von Normen oder Mindestgrößen im Vordergrund, sondern die Bildung der Kinder oder die Gesundheit der Bürger. Dazu sind häufig ganz andere, innovative Versorgungsformen denkbar – etwa Zwergschulen oder Gemeindeschwestern. Es muss möglich sein, vor Ort über angepasste, flexible Lösungen zu entscheiden.

  • Finanzhilfen an demografischer Entwicklung ausrichten
    Während sich Qualität und Kosten der Infrastruktur im ländlichen Raum in den vergangenen Jahrzehnten an jene der städtischen Räume angeglichen haben, findet dies in den finanziellen Ausgleichssystemen keine Berücksichtigung. Der kommunale Finanzausgleich erfolgt nur nach der Zahl der Einwohner in einer Gemeinde. Künftig sollten demografische Veränderungen bei der Verteilung von Finanzen maßgeblich berücksichtigt werden – unter der Voraussetzung, dass die Mittel nicht nur zum Decken zu hoher Kosten, sondern auch zur Anpassung der Infrastruktur an weniger Einwohner genutzt werden.

  • Großgemeinden bilden
    Eine kleinteilige kommunale Struktur von Gemeinden mit wenigen Einwohnern, die kaum handlungsfähig und deshalb vom Kreis, vom Land und von Förderprogrammen abhängig sind, erschwert die Anpassung an die Bevölkerungsentwicklung. Kleine Gemeinden konkurrieren untereinander um Einwohner und finanzielle Zuwendungen und bilden damit eine Lobby für eine Verteilung von Fördermitteln „mit der Gießkanne“. Hier ist eine Bildung von Großgemeinden empfehlenswert, die dann jedoch mehr Entscheidungsbefugnisse und finanziellen Spielraum erhalten müssen.

  • Ländlichen Regionen mehr Handlungsautonomie gewähren
    In ländliche Regionen ergießen sich finanzielle Mittel einer Vielzahl von Programmen unterschiedlicher Geldgeber zur Förderung von Bildung, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Kultur oder Bauprojekten. Ein Teil dieser Mittel sollte in Regionalkontingenten gebündelt werden – in finanziellen Budgets, die vom demografischen Wandel betroffenen Regionen ohne detaillierte Zweckbindung zur Verfügung stehen. Über die Verwendung sollten gewählte Vertreter der betroffenen  Gemeinden auf Grundlage eines langfristig angelegten Plans zur Regionalentwicklung entscheiden. Sie stehen unter Aufsicht ihrer Wähler und müssen sich mit ihnen über die Verwendung der Mittel auseinandersetzen. Auf diese Weise können übergeordnete Infrastrukturen wie Schulen, der öffentliche Nahverkehr oder Gesundheitszentren interkommunal geplant werden – während sich nicht zukunftsfähige Investitionen vermeiden lassen.