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Da künftig weniger potenzielle Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, ist es umso wichtiger, die vorhandenen Menschen im Erwerbsalter so gut wie möglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder sie überhaupt erst davon zu überzeugen, Arbeit zu suchen. Die Erwerbstätigkeit verteilt sich weiterhin sehr ungleich über verschiedene Bevölkerungsgruppen: Noch immer hinken gerade Geringqualifizierte, Frauen und Ältere hinterher.

 

  • Frauen

    • Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern
      Der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen kann jenen Frauen helfen, die in Teilzeit tätig sind, aber gerne mehr arbeiten würden. Umgekehrt können vermehrte Teilzeitangebote aber auch solchen Frauen (und Männern) helfen, die durch familiäre Verpflichtungen für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige bislang nicht am Arbeitsleben teilnehmen können.

    • Karrierehürden für Frauen abbauen
      Frauen sind in höheren Firmenebenen trotz ihres seit Jahren existierenden Bildungsvorsprungs unterrepräsentiert. Auch wenn ein Aufholprozess eingesetzt hat, sollte die Politik die Karrieremöglichkeiten für Frauen weiter aktiv fördern und von den Unternehmen einfordern, sich Quoten für den Anteil von Frauen in Führungspositionen aufzuerlegen.


  • Ältere
    Vor dem Hintergrund des höheren Renteneintrittsalters sind zusätzliche Anstrengungen notwendig, um ältere Personen besser einzugliedern und länger produktiv im Arbeitsleben zu halten.

    • Frühverrentung vermeiden
      Parallel zu einer weiteren Erhöhung des Renteneintrittsalters müssen Anreize zur Frühverrentung vermindert werden.

    • Flexible Übergänge in den Ruhestand ermöglichen
      Die Erwerbstätigkeit Älterer könnte durch die Möglichkeit gefördert werden, Arbeitsumfänge zu reduzieren – etwa über Teilzeitarbeit. Vor allem sollten die bislang sehr starren Regelungen zum Hinzuverdienst abgeschafft werden.

    • Produktivität Älterer mit lebenslangem Lernen stärken
      Viele Arbeitgeber beklagen, dass ältere Arbeitnehmer teurer seien als jüngere und gleichzeitig weniger leisteten. Sie ersetzen sie deshalb häufig durch jüngere Personen und stellen seltener ältere Menschen ein. Um Arbeitnehmer produktiv zu halten, wäre es notwendig, sie während ihrer Erwerbslaufbahn noch konsequenter weiterzubilden.

    • Vorurteile gegenüber Älteren abbauen
      Viele Arbeitgeber haben unbegründete Vorurteile gegenüber älteren Personen. Diese Vorurteile beruhen auf einem negativen Bild des Alters, das der Staat durch Aufklärungs- und Informationskampagnen bekämpfen sollte.

    • Gesundheitsprävention fördern
      Damit Menschen länger arbeiten können, müssen sie schon in jungen Jahren in ihre Gesundheit investieren. So können sie einerseits Erwerbsunfähigkeit verhindern und andererseits ihre Leistungsfähigkeit stärken. Der Staat sollte seinen Teil zur Finanzierung von betrieblichen Gesundheitsprogrammen beitragen.


  • Nachwuchs

    • Früheren Berufsstart fördern
      Der zunehmende Anteil an Universitätsabsolventen verschiebt den Berufseintritt eher nach hinten. Wichtig wäre es, die Studienabbrecherquote gerade in späteren Semestern durch frühzeitige praktische Erfahrungen und Infoveranstaltungen weiter zu senken. Auch dürfte eine kürzere Ausbildung zu einer früheren Familiengründung führen.