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Mit fortschreitender Alterung der Bevölkerung nehmen auch chronische Erkrankungen und der Pflegebedarf zu. Steigende Ausgaben im Gesundheitswesen sind programmiert. Sie sind auch Folge des medizinisch-technischen Fortschritts, der gerade in einer alternden Gesellschaft positiv zu bewerten ist. Im internationalen Vergleich schneidet das deutsche Gesundheitswesen in Sachen Effizienz durchschnittlich ab. Andere Länder erreichen mit deutlich weniger finanziellen Mitteln eine bessere Gesundheit ihrer Bürger. Die vorhandenen Mittel effizient einzusetzen, sollte vorrangiges Ziel jeder Maßnahme im Gesundheitswesen sein.

  • Wettbewerb im Gesundheitssystem stärken
    Aus den Erfahrungen anderer Länder wird deutlich, dass ein Gesundheitssystem  mit ausdifferenzierten Angeboten einerseits und mehr Wahlmöglichkeiten der Bürger andererseits zu einem Mehr an Leistungen und Qualität führen kann – ohne dass dabei die Beiträge steigen müssen. Dies könnte durch einen stärkeren Wettbewerb erreicht werden, sowohl zwischen Krankenkassen als auch zwischen den Leistungserbringern wie Ärzten, Apotheken und Krankenhäusern. Die Versicherten können sich dann auf Basis ihrer Grundsicherung ein individuelles Leistungspaket zusammenstellen. Daraus resultieren Tarife mit oder ohne Akupunktur, Selbstbehalt oder Chefarztbehandlung. Personen, die bereit sind, nur vorgegebene Ärzte, Krankenhäuser oder Apotheken zu besuchen, zahlen weniger. Mit diesen können die Krankenkassen direkte Verträge schließen und dabei auch Einfluss auf Behandlungskosten nehmen. Damit die verschärfte Konkurrenz zwischen den Anbietern nicht ausufert und damit Patienten nicht unterversorgt bleiben, muss der Staat geeignete Rahmenbedingungen schaffen.

  • Pflegende Familienangehörige besser unterstützen
    Werden ältere Menschen pflegebedürftig, bedeutet dies für die Angehörigen häufig eine starke Belastung – nicht nur emotional, sondern auch finanziell. Aus der Pflegeversicherung sollten daher Leistungen in Abhängigkeit der Pflegebedürftigkeit erbracht werden, und zwar unabhängig davon, ob die Personen körperlich oder geistig hilfsbedürftig sind. Die Höhe der Unterstützung für die Pflege in den eigenen vier Wänden sollte identisch sein mit jener für die Versorgung in einem Pflegeheim. Denn die Mehrzahl der älteren Menschen wünscht sich, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können. Die dringend benötigte Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs lässt weiter auf sich warten. Noch immer finden bei der Erteilung der Pflegestufe kognitive Beeinträchtigungen wie Demenzerkrankungen zu wenig Beachtung. Darüber hinaus mangelt es an einer umfassenden Unterstützung pflegender Angehöriger.