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  • Fonds für Rückbau einrichten
    In Zukunft werden in peripheren ländlichen Gebieten zunehmend Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude und teilweise ganze Dörfer leer stehen und verfallen. Ortsbilder werden so entwertet. Deshalb sollte ein Fonds gegründet werden, der den Rückbau nicht mehr benötigter Gebäude finanziert. Dies kann auf der einen Seite die Attraktivität der Orte, die Lebensqualität der Bewohner und den Wert der verbliebenen Immobilien erhöhen. Auf der anderen Seite können so Flächen entsiegelt und an die Natur zurückgegeben werden. Mit ähnlichen Mitteln sind im Rahmen des „Stadtumbaus Ost“ Hunderttausende obsolet gewordener Wohnungen abgerissen worden. Das hat deutlich zur Attraktivitätssteigerung der Städte beigetragen.

  • Aktives Flächenmanagement betreiben
    Jede Gemeinde sollte ein detailliertes Gesamtkonzept zur Flächenentwicklung und zur Infrastrukturausstattung im gesamten Gemeindegebiet entwickeln, spezifiziert für sämtliche kleinen Dörfer und eingemeindeten Ortsteile. Dabei muss die Innenentwicklung von Gemeinden und die Verdichtung der Besiedelung Vorrang vor weiterer Zersiedelung haben. Genehmigungen für Neubaugebiete in Außensiedlungen und kleinen Dörfern sollten in Schrumpfungsräumen grundsätzlich nicht mehr erteilt werden. Nur mit einem solchen Flächenmanagement lassen sich Fehlinvestitionen vermeiden und Ortskerne attraktiv halten sowie Orte neuer Stabilität schaffen.

  • Neue Mobilitätskonzepte entwerfen
    Gleichzeitig müssen zukunftsfähige Mobilitätskonzepte entwickelt werden. Das Bundes- und Landesstraßennetz sollte hinsichtlich seiner tatsächlichen Verkehrsbedeutung neu geordnet werden. Zudem müssen die Voraussetzungen für funktionierende Mobilitätsketten auch im ländlichen Raum geschaffen werden. Nicht selbstständig mobile Bewohner müssen durch eine Kombination geeigneter Verkehrsmittel – etwa Bürgerbus und Linienverkehr – jene Orte erreichen können, die für sie infrastrukturell von Bedeutung sind.

  • Kreative Lösungsansätze der Bürger fördern
    Im entlegenen ländlichen Raum werden sich in Zukunft nur jene Dörfer stabilisieren, in denen eine aktive Bürgerschaft für attraktive Lebensbedingungen sorgt. Wo kein Gemeinschaftsgefühl entsteht, wo keine Innovation stattfindet, wird der demografische Niedergang nicht aufzuhalten sein. Bürgerschaftliches Engagement kann in Zusammenarbeit mit der Verwaltung erheblich zur Daseinsvorsorge und zum sozialen Zusammenhalt beitragen. Der ländliche Raum braucht deshalb niedrigschwellige und unbürokratische Fördermöglichkeiten für die „Macher“ vor Ort. Und zwar sowohl als „Risikokapital“ für innovative Ideen wie auch als dauerhafte institutionelle Unterstützung des Engagements zur Daseinsvorsorge der verbleibenden Bevölkerung. Empfehlenswert ist dafür die Errichtung einer „Stiftung Ländlicher Raum“. Sie könnte sowohl staatliche Mittel als auch Mittel privater Stiftungen bündeln, um neue, angepasste Lösungen „von unten“ zu fördern, statt sie „von oben“ vorzugeben. Gleichzeitig kann eine solche Stiftung einen Wissens- und Ideentransfer zwischen Regionen ermöglichen und den Kommunen beratend und begleitend zur Seite stehen.