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Heutige und künftige Beitragszahler müssen darauf vertrauen können, dass sich ihre Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung auch für sie auszahlt. Das geht nur, wenn Wohltaten für heutige Rentner nicht auf Kosten künftiger Generationen erbracht werden.

 

  • Rentenhöhe an wirtschaftlicher und demografischer Entwicklung ausrichten
    Die regelmäßigen Rentenanpassungen sollten immer die Belastbarkeit der Beitragszahler berücksichtigen. Etwa indem sich ihre Lohnentwicklung oder ihre zahlenmäßige Größe im Rentenniveau widerspiegelt. Nur so lässt sich ein gerechter Ausgleich zwischen den Generationen gewährleisten und eine Überbelastung jüngerer Generationen verhindern. Laut Gesetz wird die demografische Entwicklung bei den Rentenanpassungen zwar berücksichtigt, doch haben verschiedenste Schlupflöcher  die Anwendung bisher weitestgehend verhindert. Etwa die Rentengarantie von 2009, gemäß derer die Renten in Deutschland niemals sinken dürfen. De facto führt sie zu einer höheren Umverteilung von Jung zu alt und sie birgt große Risiken für die Stabilität des Rentensystems. Denn sollten die Einnahmen der Rentenversicherung bedingt durch die wirtschaftliche oder demografische Entwicklung dauerhaft sinken, verhindert sie die notwendige Anpassung der Ausgaben. Im Interesse künftiger Generationen sollte sie daher wieder aufgehoben werden.

  • Renteneintrittsalter an Lebenserwartung koppeln
    Die Menschen leben nicht nur immer länger, sie bleiben auch länger gesund. Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer ist in den vergangenen 50 Jahren deutlich gestiegen. Diese Entwicklung ist für jeden Einzelnen höchst erfreulich. Doch in der Summe ruiniert  sie die Rentenkassen. Um den weiteren Anstieg der durchschnittlichen Rentenbezugsdauer zu drosseln, ist eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung notwendig. Heutige und künftige Generationen könnten dann gemessen an ihrer Lebenserwartung gleich lang in die Rentenkasse einzahlen und Leistungen aus ihr erhalten. Mit einer automatischen Anpassung, die der Lebenserwartung folgt, ließen sich auch andauernde politische und populistisch geführte Auseinandersetzungen um das Rentenalter vermeiden.

  • Private und betriebliche Vorsorge stärken
    Es ist wichtig, etwaige Versorgungslücken im Ruhestand durch zusätzliche Einnahmen zu schließen. Ein ausreichendes Alterseinkommen fußt auf den drei Säulen der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Dies führt zu einem günstigeren Risiko-Mix, denn die Versicherten gehen nicht einseitig ein „demografisches Risiko“ wie beim Umlageverfahren ein oder aber ein „Anlagerisiko“ wie bei der privaten Vorsorge. Gegenwärtig verfügt nur eine Minderheit der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter zwischen 25 und 64 Jahren über alle drei Säulen. Die bestehenden finanziellen Anreize allein scheinen zu wenigen Menschen Anlass zu bieten, ihre Altersvorsorge freiwillig zu ergänzen. Deshalb sollte eine ergänzende Vorsorge zur gesetzlichen Rentenversicherung verpflichtend werden.

  • Kreis der gesetzlichen Rentenversicherung ausweiten
    Rund jeder neunte Erwerbstätige in Deutschland ist selbstständig – Tendenz steigend. Viele von ihnen sind Geringverdiener. Wenn sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten vorsorgen, ist für sie abzusehen, dass ihre Rente das Grundsicherungsniveau nicht oder kaum übersteigen wird. Für sie besteht somit ein Anreiz, auf eigene Sparanstrengungen zu verzichten, um im Alter von der Grundsicherung zu leben – zu Lasten der Versicherungsgemeinschaft. Selbstständige sollten daher verpflichtet werden, für die Zeit nach ihrem Arbeitsleben vorzusorgen. So wie Angestellte sollten auch sie automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen werden. Eine solche Lösung würde dem Trend entgegenwirken, dass der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit zwei Jahren abnimmt.