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Prinzipiell folgen alle Länder im Laufe ihrer sozioökonomischen Entwicklung dem gleichen demografischen Pfad, auch demografischer Übergang genannt – wenn auch in unterschiedlichem Tempo: Nach einer langen Phase 1 von hohen Geburten- und Sterberaten sinken in Phase 2 zunächst die Sterberaten, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Dadurch kommt es zu einem starken Wachstum der Bevölkerung mit einer Überzahl an Kindern und Jugendlichen, die von den Erwachsenen versorgt werden müssen. Bedingt durch bessere Bildung, Gesundheitsversorgung sowie wirtschaftliche Entwicklung sinken in Phase 3 die Geburtenraten. Das Bevölkerungswachstum verlangsamt sich, und kann in Phase 4 sogar in ein Schrumpfen umschlagen. Der Überschuss an ehemals jungen Menschen verschiebt sich im Laufe der Zeit in die höheren Altersgruppen. Dieser demografische Bonus bietet die Chance auf einen wirtschaftlichen Entwicklungsschub.

Je nach Rahmenbedingungen dauern die einzelnen Phasen des demografischen Übergangs verschieden lange. Die Industrienationen durchliefen die Phasen 1 bis 3 in den vergangenen 200 Jahren. Heute schrumpfen und altern sie bereits.

Tigerstaaten wie Südkorea, Singapur, Taiwan, aber auch China haben für den demografischen Übergang nur einige Jahrzehnte benötigt. Andere Länder, insbesondere in der Region Subsahara-Afrika befinden sich noch in Phase 2 – hier sind die Geburtenraten bisher nur wenig gesunken. Wie schnell sich der demografische Übergang in einem Land oder einer Region vollzieht, hängt nicht zuletzt von den (entwicklungs)politischen Prioritäten ab.

Quelle: United Nations, Population Division, Department of Economic and Social Affairs (2011): World Population Prospects