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Die Zahl der ungewollten Schwangerschaften ist gerade in weniger entwickelten Ländern hoch. 2008 führten 186 Millionen Schwangerschaften zu 123 Millionen Geburten. Knapp ein Drittel dieser Kinder gingen auf eine ungewollte Schwangerschaft zurück. Wenn jedoch Frauen und Paare ihr Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit wahrnehmen können, gehen die Kinderzahlen deutlich zurück. Dazu müssen Verhütungsmittel bereitgestellt, Sexualaufklärung angeboten und reproduktive Gesundheits- und Beratungsdienstleistungen ausgebaut werden. Familienplanungsprogramme in Bangladesch haben erfolgreich geholfen, die Fertilitätsraten von 6,7 Geburten je Frau in 1960 auf den heutigen Stand von 2,2 Geburten je Frau zu senken. Gesundheitshelfer gehen dort oft von Tür zu Tür und verteilen Verhütungsmittel und klären über Vorteile und Risiken der Familienplanung auf. Wo solche Programme fehlen, ist die Akzeptanz von Verhütungsmitteln häufig gering.

Mangelnde Angebote zur Familienplanung führen auch zu einer steigenden Zahl von Abtreibungen - beispielsweise in Ghana. Diese gehen jedoch mit erheblichen Risiken für die Gesundheit der Schwangeren einher. Schätzungen gehen davon aus, dass elf Prozent der Todesfälle unter werdenden Müttern in Ghana auf unsachgemäß durchgeführte Abtreibungen zurückgehen.

Die Schätzungen zum ungedeckten Bedarf werden aus Umfragen gewonnen, in denen Frauen unter anderem zur Zahl ihrer Kinder, zu weiterem gewünschten Nachwuchs und zur Nutzung von Verhütung befragt werden. Ein Verhütungsbedarf besteht dann, wenn eine fruchtbare Frau insgesamt keine Kinder mehr haben möchte oder die nächste Geburt um mindestens zwei Jahre hinauszögern will. Ungedeckt ist der Bedarf, wenn sie dennoch nicht verhütet. In Subsahara-Afrika berichten die Frauen von einem größeren Mangel an Verhütungsmethoden als in anderen Regionen der Welt. Ihnen fehlt es insbesondere an Möglichkeiten, um den Abstand zur nächsten Geburt zu beeinflussen.