Facebook
Twitter

Bildung macht die demografische Transformation erst möglich. Gleichzeitig ermöglicht eine gebildete Bevölkerung Ländern im demografischen Bonus, ihre Altersstruktur zu nutzen und die demografische Dividende einzufahren. Denn erst mit dem entsprechenden Humanvermögen werden aus Erwerbsfähigen Erwerbstätige. Für einen Wirtschaftsaufschwung gilt eine Bildungsstruktur als optimal, bei der die Hälfte der Bevölkerung die Grundschule und die andere Hälfte eine weiterführende Schule besucht haben. 

In einem zweiten Schritt ist es sinnvoll, in Hochschulbildung zu investieren. Die Hochschulabsolventen können dann durch Innovationen die Produktion des Landes auf ein höheres Niveau heben. Das ist wichtig, weil der Anteil der Arbeitskräfte am Ende des demografischen Übergangs wieder zu schrumpfen beginnt. Wollen die Länder unter diesen Bedingungen erfolgreich bleiben, müssen sie sich darauf vorbereiten mit weniger Menschen viel zu erwirtschaften.

Das Beispiel Südkorea zeigt idealtypisch die Chancen und Risiken des demografischen Übergangs. Zunächst muss sich die für Entwicklungsländer typische Pyramidenform der Altersstruktur in eine Tropfenform wandeln, das heißt, die untersten Altersstufen müssen sich durch weniger Geburten verengen, und die Kinder und Jugendlichen der früheren Pyramide müssen zum Bauch der späteren Tropfenform heranwachsen. Ein demografischer Bonus ist gegeben, wenn der Großteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ist. Dieses vorteilhafte Bevölkerungsverhältnis ist jedoch von absehbarer Dauer. Bei gleichbleibend niedrigen Geburtenraten altert der Überhang an Erwerbstätigen und führt zu einem hohen Anteil von Rentnern in der Bevölkerung. Nur wenn es Länder wie Südkorea schaffen, das Zeitfenster für einen wirtschaftlichen Aufschwung zu nutzen, können sie ihre demografische Dividende einfahren.