Wissensgesellschaft

Die wenigsten Akademiker auf dem Land im Westen

Weit entwickelte Volkswirtschaften entwickeln ihren Wohlstand zunehmend aus Know-How und intellektuellen Fähigkeiten. Bildung und Gebildete stellen heute das wichtigste Kapital in diesen Gesellschaften. In den urbanen Zentren arbeiten besonders viele Hochqualifizierte, also Menschen mit einem akademischen Berufsabschluss. Deutschlandweit hatte 2019 jeder sechste sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Hochschul- oder Universitätsabschluss. In den Stadtstaaten Hamburg und Berlin war es mehr als jeder vierte. An Hochschul- und Wissenschaftsstandorten wie München, Erlangen oder Darmstadt trifft das sogar auf jeden dritten Angestellten zu. In die deutschlandweite Top-Riege der Kreise mit dem am besten qualifizierten Personal reihen sich auch mehrere ostdeutsche Städte wie Jena, Dresden, Potsdam und Weimar ein. Viele Hochqualifizierte arbeiten auch in Regionen, wo innovationsstarke Branchen viel Personal für Forschung und Entwicklung benötigen wie die Automobilindustrie in Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Dagegen finden sich die Kreise mit den wenigsten Akademikern fern der Metropolen, etwa in der Südwestpfalz, im Bayerischen Wald oder im westlichen Niedersachsen. Etwas besser stehen die ländlichen Regionen im Osten da. Doch dieser Vorsprung könnte bald verschwunden sein. Junge Hochschulabsolventen ziehen kaum in eine Region, wenn sie dort keine adäquaten Arbeitsangebote finden. Gleichzeitig gehen die älteren Ostdeutschen nach und nach in Rente, die noch zu DDR-Zeiten ihre beruflichen Qualifikationen erworben haben und formal besser gebildet waren als ihre westdeutschen Alterskollegen.

 

Quellen:
Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2020). Regionaldatenbank Deutschland. Düsseldorf. www.regionalstatistik.de.
 

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