Grafik des Monats

Warum Wirtschaftswachstum allein Afrikas Entwicklung nicht beschleunigt

Bevor die COVID-19-Pandemie die Weltwirtschaft durchschüttelte, standen die Zeichen für die Volkswirtschaften Afrikas auf Wachstumskurs: Im Schnitt wuchsen die Staaten des Kontinents seit dem Millenniumswechsel jährlich um mehr als vier Prozent. Da im gleichen Zeitraum aber auch die afrikanische Bevölkerung stark gewachsen ist, bleibt von dem erwirtschafteten Wohlstand für jeden einzelnen bisher wenig übrig, wie unsere Grafik des Monats zeigt.

Pro Kopf-Einkommen und durchschnnittliche jährliche Wachstumsrate des BIP pro Kopf Bild in Lightbox öffnen

© Berlin-Institut

Bis zuletzt befanden sich die Volkswirtschaften Afrikas auf Wachstumskurs. Zwischen 2000 und 2018 gehörten mit Äthiopien, Äquatorialguinea und Ruanda drei afrikanische Staaten zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Doch trotz der hohen wirtschaftlichen Wachstumsraten verharrt das Wohlstandsniveau auf dem Kontinent auf einem niedrigen Niveau – auch weil der erwirtschaftete Wohlstand auf viele Köpfe verteilt werden muss. Der starke Zuwachs an Einwohnern in den letzten Jahrzehnten hat dafür gesorgt, dass das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Subsahara-Afrika heute noch etwa auf demselben Niveau liegt wie in den 1970er Jahren.

Das hohe Wirtschaftswachstum der letzten beiden Jahrzehnte hat nicht ausgereicht, um mit den bisherigen Bevölkerungszuwächsen in Afrika mitzuhalten. Zudem hat sich der wirtschaftliche Aufwärtstrend nicht oder nur kaum in tatsächliche sozioökonomische Fortschritte übersetzt, die nötig wären, um auch den nachwachsenden Generationen eine Perspektive zu bieten und so  langfristig das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen.

Wo die Ursachen dafür liegen und wie die demografische Entwicklung in Afrika doch noch zu einer Chance werden kann, zeigt das Berlin-Institut in dem Policy Paper „Wachstum gut alles gut? Warum Afrikas Wirtschaftswachstum seine demografische Herausforderung nicht löst“.

 

Daniel Hegemann

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Telefon: 030 - 31 01 68 35

E-Mail: hegemann@berlin-institut.org

Daniel Hegemann wissenschaftlicher Mitarbeiter

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