Bildung

Bildung ist zentral für die gesellschaftliche Teilhabe und eine gut bezahlte, erfüllende Arbeit. Daher ist es wichtig, dass Kinder und junge Erwachsene in Deutschland gleiche Bildungschancen haben – unabhängig vom Wohnort, dem Abschluss und Einkommen der Eltern, ihrer Herkunft oder dem Geschlecht. Von der frühkindlichen Ausbildung der Lese- und Sprachkompetenz über die Berufsausbildung bis hin zur beruflichen Weiterbildung – Bund und Länder sollten ihre Investitionen im gesamten Bildungsverlauf erhöhen. Ob junge Menschen in der Großstadt oder auf dem Dorf aufwachsen, darf außerdem nicht darüber bestimmen, wie selbstbestimmt sie ihre Nachmittage gestalten können. Außerschulische Bildungsangebote sollten deshalb besonders auf dem Land verstärkt gefördert werden. Alle Bundestagsparteien räumen Bildungsmaßnahmen einen großen Stellenwert in ihren Wahlprogrammen ein, doch sie setzen unterschiedliche Akzente.

CDU/CSU

Die CDU/CSU erklärt, besonders für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schülern gleichwertige Bildungschancen und individuelle Fördermöglichkeiten schaffen zu wollen. Sowohl die Lese- als auch die Sprachkompetenzen von jungen Menschen soll gestärkt werden. Durch standardisierte Sprachtests möchte die CDU/CSU einen besonderen Förderbedarf in der Sprache frühzeitig erkennen. Sie möchte den Ausbau der Grundschulen an Ganztagsschulen vorantreiben und die Bund-Länder-Initiative Schule macht stark weiter fördern. Die Union legt ein besonderes Augenmerk darauf, Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sowie Karrieren in der Wissenschaft attraktiver für junge Frauen zu machen. Die CDU/CSU nennt die Aufklärung über eine gesunde Lebensführung als eigenständiges Bildungsziel und setzt sich für Ernährungsbildung, Sport sowie Zugang zu gutem Kita- und Schulessen für jedes Kind ein.

SPD

Die SPD verspricht mehr Bildungsgerechtigkeit durch beitragsfreie Kitas, ein Ganztagsangebot für Schulkinder und kostenfreien öffentlichen Nahverkehr für Schüler:innen. Die Mobilität von jungen Menschen solle vor allem auf dem Land verbessert werden. Die Partei möchte außerdem die Bundesinitiative Chancengleichheit in der Bildung starten, um die Bildungschancen von Kindern aus Haushalten mit geringem Einkommen zu verbessern. Außerdem sollen Lern- und Lehrmaterialien und Unterrichtskonzepte allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften bundeslandübergreifend als sogenannte Open-Source-Dateien frei über das Internet zugänglich sein. Neben gerechter Bildung verfolgt die SPD auch das Ziel alle Kinder in staatlich finanzierten Bildungseinrichtungen mit kostenlosen, gesunden Mahlzeiten aus nachhaltigem Anbau zu versorgen.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen setzen sich für gleichwertige Bildungschancen und eine geschlechtersensible Lehre ein. Mädchen und Frauen sollen bereits an Schulen für Studiengänge aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, und Technik (MINT) oder Ausbildungsberufe begeistert werden. Zudem möchten sie dauerhafte Finanzierungswege für Schulen in benachteiligten Regionen schaffen, um das Ziel der Bildungsgerechtigkeit nicht zu verfehlen. Die Grünen planen auch, ein Recht auf Ganztagsbildung und -betreuung für jedes Grundschulkind durchzusetzen. Erzieherische Berufe sollen attraktiver werden, indem sie besser vergütet werden und zusätzliche Investitionen in entsprechende Ausbildungsberufe fließen. Auf der Agenda der Grünen steht auch, eine umweltgerechte und gesunde Ernährung in die Lehrpläne aller Ausbildungsstätten aufzunehmen.

FDP

Die FDP möchte ein Prozent der Mehrwertsteuereinnahmen zusätzlich für Bildung aufwenden. Das soll zusätzliche Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro ermöglichen, die die Partei für die Modernisierung des Bildungssektors nutzen möchte. Zudem möchte sie, „dass die Schulbildung deutschlandweit die höchste Qualität hat“. Erreichen möchte sie dies zum Beispiel durch mehr Vergleichbarkeit der Schulsysteme, Lehrpläne und Prüfungsordnungen der 16 Bundesländer. Durch eine Änderung im Grundgesetz möchte die Partei erreichen, dass Bund und Länder gemeinsam die Verantwortung für die Gewährleistung dieser Ziele tragen. Die FDP spricht sich auch dafür aus, Mädchen und Frauen in den Fächern aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) gezielt zu fördern. Außerdem soll die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Schulen noch mehr gefördert werden.

Die Linke

Die Linke setzt sich dafür ein, dass gute Bildung nicht vom Geldbeutel oder der Herkunft eines Kindes abhängt. Um gleiche Bildungsvoraussetzungen für alle zu schaffen, lehnt sie die Privatisierung von öffentlichen Bildungseinrichtungen ab. Stattdessen fordert sie eine Gemeinschaftsschule, die alle Kinder einbezieht und individuell fördert. Schulsozialarbeit soll ein fester Bestandteil von schulischer Arbeit werden. Ein Rechtsanspruch auf Bildung und das Recht auf gemeinsames Lernen soll in jedem Schulgesetz verankert werden. Die Linke möchte zudem Bildungsangebote für zugewanderte Kinder und Jugendliche verbessern und vermehrt Sprach- und Alphabetisierungskurse für geflüchtete Erwachsene anbieten. Zudem setzt sich die Linke für barrierefreie Zugänge an Schulen, eine kostenfreie Schulmahlzeit am Tag und sanierte Schulgebäude ein. Sie möchte deutschlandweit 100.000 neue Lehrkräfte und 200.000 neue Erzieher:innen an Schulen anstellen, um den Personalmangel an Schulen anzugehen.

AfD

Die AfD möchte das mehrgliedrige Bildungssystem bestehend aus Gymnasium, Real- und Hauptschule stärken, um Leistungsunterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern innerhalb einer Schulform zu begrenzen. Damit möchte sie den unterschiedlichen Begabungen der Schülerinnen und Schüler besser gerecht werden. Um die Bildungsstandards aller Schulformen zu erhöhen, möchte die AfD weg von kompetenzorientierter Lehre hin zu einer stärker fachwissenschaftlichen Ausrichtung des Unterrichts. Damit der Lernfortschritt deutscher Schüler:innen nicht gefährdet wird, sollen schulpflichtige Asylbewerber:innen nicht am Regelunterricht teilnehmen, wenn ihre Deutschkenntnisse nicht ausreichen.

Susanne Dähner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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